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02.03.2010
 

Protest

Französische Siemens-Arbeiter halten Manager fest

Siemens-Zentrale in München: Massive Proteste gegen StellenstreichungenZur Großansicht
ddp

Siemens-Zentrale in München: Massive Proteste gegen Stellenstreichungen

In einem Siemens-Werk in Frankreich haben die Beschäftigten zwei Manager festgesetzt. Sie wollen damit gegen den drohenden Stellenabbau demonstrieren.

Saint-Etienne - In einem französischen Siemens-Werk in Saint-Chamond in der Nähe von Lyon werden seit Montagnachmittag zwei Manager festgehalten. Verwaltungschef Christian Paris und Personalchefin Annie Bobinet würden in einem Büro als Geiseln gehalten, bestätigten Gewerkschaftsvertreter und Management. Die beiden sollten auch über Nacht festgehalten werden. "Wir haben ihnen etwas zu essen und Getränke gebracht", versicherte ein Gewerkschaftssprecher.

Grund des neuen Falls von "Bossnapping" in Frankreich: Siemens Chart zeigen will an zwei Standorten die Mitarbeiterzahl von 600 auf 365 abbauen. Für die gekündigten Mitarbeiter fordert die Belegschaft Abfindungen. Die beiden Manager würden so lange festgehalten, bis die Verhandlungen vorankämen, sagte ein Gewerkschaftssprecher. Verwaltungschef Paris erklärte am Telefon, er und seine Kollegin würden korrekt behandelt. Vor dem Büro hätten Mitarbeiter bengalische Feuer angezündet.

Die Aktion ist nicht der erste Fall von "Bossnapping" in Frankreich. In der Vergangenheit hatten immer wieder aufgebrachte Beschäftigte in verschiedenen Unternehmen des Landes Manager vorübergehend festgesetzt, um für ihre Belange zu demonstrieren. In den vergangenen Monaten wurden mehrfach Top-Manager von Firmen wie Sony, Caterpillar, Scapa und 3M von aufgebrachten Arbeitnehmern stundenlang in Geiselhaft genommen. Viele erreichten mit den Aktionen beispielsweise höhere Abfindungen.

mik/AFP/apn/dpa

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