Hamburg - "Vertrauen ist der Anfang von allem" - mit diesem Slogan warb die Deutsche Bank
in den neunziger Jahren um Kunden. Was damals noch funktionierte, würde heute als Werbespruch im besten Fall ein müdes Lächeln provozieren.
Denn mit 43,1 Prozent hat fast die Hälfte der Bundesbürger inzwischen kein Vertrauen mehr in die Banken der Republik. Das geht aus einer repräsentativen Studie der Gesellschaft für Konsumforschung im Auftrag der Agentur diffferent hervor. Demnach misstrauen 41,6 Prozent der Bürger nach der Finanzkrise auch ihrem persönlichen Bankberater.
Auffällig an den Ergebnissen ist, dass vor allem ältere Kunden inzwischen sehr misstrauisch gegenüber den smarten Anzugträgern in den Geldtürmen sind. So gaben in der Umfrage mehr als 60 Prozent der 51- bis 65-Jährigen an, kein Vertrauen in die Banken zu haben. In der Altersgruppe der 18- bis 34-Jährigen äußerten dagegen fast zwei Drittel die Ansicht, sich nach wie vor auf ihr Finanzinstitut verlassen zu können.
Direktbanken schneiden gut ab
Besonders bitter sind die Ergebnisse der Umfrage für die Privatbanken, da sie nur noch über ein bescheidenes Image verfügen. So erreichte die Deutsche Bank im Image-Ranking der Studie, bei dem theoretisch ein Wert von 100 erreichbar ist, nur den Wert 33,9. Noch schlechter schnitten die Commerzbank
(27,7), die mittlerweile in Targobank umbenannte Citibank (24,5) und die HypoVereinsbank
(20,8) ab.
Die öffentlich-rechtlichen Sparkassen (49,3) und die Volks- und Raiffeisenbanken (42,8) verfügen dagegen noch immer über einen soliden Ruf. Dieses Ergebnis - und der große Abstand zu den Privatbanken - sind deshalb überraschend, weil auch ihre Kunden in der Finanzkrise zum Teil viel Geld verloren haben.
Ebenfalls gut schnitten in der Untersuchung Direktbanken wie die ING Diba (41,0) und die DKB (35,4) ab. Dass sie über ein gutes Image verfügen, mag auch daran liegen, dass sie in der Regel keine Vorort-Beratung anbieten. Insofern kann es kaum zu Falschberatungen und Image-Einbußen kommen.
böl
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