Berlin - Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle hat dem Wüstenstrom-Projekt Desertec die Unterstützung der Regierung zugesagt. Für konkrete Finanzierungsfragen sei es für das auf Mitte des Jahrhunderts ausgelegte Projekt aber noch zu früh, sagte der FDP-Politiker am Montag in Berlin.
Er habe eine "Task Force" für die Koordinierung zwischen der Initiative und der Bundesregierung eingerichtet - und den Desertec-Vertretern Hilfe über die Exportförderung zugesagt. Das Projekt habe "gewaltiges Potential" für eine sichere, klimafreundliche Energieversorgung Europas wie Nordafrikas, sagte Brüderle.
Desertec will Solar- und Windenergie in den Wüsten Nordafrikas und des Nahen Ostens erzeugen und einen Teil des dort gewonnenen Stroms auch nach Europa exportieren. Auch Windkraftanlagen vor allem an den Küsten Nordafrikas sind denkbar. Über ein neues Hochspannungsnetz soll die Energie die Region und Europa versorgen. Die nötigen Investitionen bis 2050 werden auf rund 400 Milliarden Euro geschätzt.
Projektchef Paul von Son hält es für möglich, dass die ersten Kraftwerke schon in den kommenden 15 Jahren gebaut werden. Bis 2050 könnte der Ökostrom aus Afrika den Vorstellungen zufolge bis zu 15 Prozent des europäischen Stromverbrauchs ausmachen.
Kritiker sehen in dem großangelegten Bau von solarthermischen Kraftwerken in der Sahara allerdings die Gefahr, dass der Aufbau einer eigenen, dezentralen Versorgung mit erneuerbaren Energien in Deutschland behindert wird. Außerdem wenden sie sich gegen eine mögliche Ausbeutung unterentwickelter Länder in Form eines "Solar-Kolonialismus".
Brüderle betonte, bei der Förderung handele es sich nicht nur um reine Energiepolitik, sondern auch um Entwicklungshilfe. Es gehe nun darum, die Desertec-Pläne "weiter zu konkretisieren und eine Umsetzungsstrategie für die nächsten Jahre zu entwickeln", erklärte Brüderle. "Dies sollte bald erfolgen, um möglichst schnell die Erprobung mit Referenzprojekten zu ermöglichen."
cte/Reuters/AFP/dpa
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Ich bezweifle mal, dass wir überhaupt mehr Energie benötigen werden. Irgendwann müssen da ja auch mal Demographiezahlen eine Rolle spielen. mehr...
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Ja, hatte ich überlesen. mehr...
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