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09.03.2010
 

Tankflugzeug-Ausschreibung

Geplatzter Deal vermasselt Airbus die US-Strategie

Von Friederike Ott

Airbus KC-30 (Simulation): "Tanken und sonst gar nichts"Zur Großansicht
Getty Images / Northrop Grumman

Airbus KC-30 (Simulation): "Tanken und sonst gar nichts"

Für Airbus ist es ein Debakel: Der erhoffte Milliardendeal mit dem Pentagon ist geplatzt, die Europäer werden keine Tankflugzeuge liefern. Wirklich schlimm sind aber die langfristigen Folgen. Denn der Konzern muss nun auf die geplante Produktionsstätte in den USA verzichten.

Hamburg - Für Airbus hätte es das Geschäft des Jahrhunderts werden sollen. Der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern wollte 179 Tankflugzeuge bauen - und für 35 Milliarden Dollar an die US-Regierung liefern. Nun geht der Auftrag vermutlich an den US-Konkurrenten Boeing. Denn der US-Partner des Airbus-Mutterkonzerns EADS Chart zeigen, Northrop Grumman Chart zeigen, ist aus dem Projekt ausgestiegen. Begründung: Das Pentagon habe die Ausschreibung voll auf Boeing Chart zeigen zugeschnitten.

Für EADS ist das Projekt damit gestorben. Airbus-Chef Tom Enders erklärte, unter den gegebenen Bedingungen sei ein Angebot für die US-Tankflugzeuge wirtschaftlich nicht sinnvoll. "Wenn unser Partner Northrop Grumman überzeugt ist, dass wir in dem derzeitigen Umfeld keine Chance haben zu gewinnen - egal wie gut unser Angebot ist -, dann kann ich mich dieser Einschätzung nur anschließen."

Für den europäischen Konzern ist das ein herber Schlag. Das Unternehmen kommt schon seit einiger Zeit nicht mehr aus den Negativ-Schlagzeilen:

  • Da ist das Debakel um den Militärflieger A400M, der seinen Jungfernflug erst mit zweijähriger Verspätung absolvierte, weil die Kosten aus dem Ruder gelaufen waren.
  • Da sind die Probleme beim A380, dem größten Passagierflugzeug der Welt, dessen Auslieferung wiederholt verschoben werden musste.
  • Und da ist der Problemfall A350, bei dem wiederholte Änderungen am Konzept den Auslieferungstermin ebenfalls hinausgezögert haben.

All das kratzte am Image des Luftfahrtriesen. Im vergangenen Jahr stürzte EADS tief in die roten Zahlen. Und nun der verpasste Milliardenauftrag für die US-Tankflugzeuge. Dieser letzte, herbe Rückschlag übertrifft noch alle bisherigen Probleme.

Dabei war das Geschäft eigentlich schon 2008 so gut wie sicher. Das Problem: Nach einer ersten Ausschreibung, die EADS gewann, protestierte der US-Rivale Boeing - und hatte damit Erfolg. Der Rechnungshof der Vereinigten Staaten erklärte das Vergabeverfahren für fehlerhaft, das Pentagon schrieb den Auftrag neu aus. Offenbar auf Druck vieler US-Politiker, die das Milliardengeschäft mit dem heimischen Flugzeughersteller Boeing abschließen wollten. "Jetzt ist die Ausschreibung klar maßgeschneidert auf den kleineren, weniger leistungsfähigen Flieger der Konkurrenz", sagte Airbus-Chef Thomas Enders.


Längst geht es um mehr als den Auftrag an sich. Neben den Milliarden, die das Tankergeschäft den Europäern in die Kassen gespült hätte, wäre dem Projekt eine enorme strategische Bedeutung zugekommen. Erstmals hätte EADS im großen Stil eine Produktionsstätte in den USA errichten können.

Wie reagiert nun EADS? Was sagen Politiker in Europa? Droht ein Handelskrieg mit den USA? SPIEGEL ONLINE beantwortet die wichtigsten Fragen.

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30.04.2010 von wowirom: Jammern hilft nicht

Sie vergessen, 1) daß wir Juniorpartner bei EADS sind, 2) daß wir WW II verloren haben, 3) daß erst ca. 10 Jahre nach Kriegsende in Deutschland wieder Luftfahrtechnik-Lehrstühle erlaubt waren, 4) daß deutsche Spezialisten [...] mehr...

30.04.2010 von wowirom: Nein

Nein, es handelt sich um eine Neuentwicklung, deren Steuerung sicher gegen jede Form von Elektro-Smog ist. mehr...

29.04.2010 von sitiwati: na klar

immer nach dem Motto: nehmen ist seliger, denn geben! mehr...

29.04.2010 von peterman:

Das sehen die Nachbarländer sicher anders. Die finden die Deutschen Politiker prima. Fragen Sie mal die Pigs Länder. mehr...

29.04.2010 von sitiwati: warum sollen

dies ich krumm machen, das ist das selbe wie mit den deutschen Botschaften, ein Herz für Landsleute, ja was noch alles ! mehr...

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Problemfälle bei Airbus

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Lufthansa
Die Auslieferung des größten Passagierflugzeugs der Welt, des Airbus A380 , musste wiederholt verschoben werden. Das erste Serienflugzeug wurde erst im vierten Quartal 2007 an den ersten Kunden - Singapore Airlines - geliefert und damit fast ein Jahr später als zuletzt geplant. Ursprünglich sollte der erste A380 schon 2005 nach Singapur geliefert werden. Ursache der Verzögerungen waren Schwierigkeiten mit der komplizierten Verkabelung. Wegen der Produktionsprobleme rechnet der Airbus- Mutterkonzern EADS zwischen 2006 und 2010 mit Gewinneinbußen in Höhe von mehreren Milliarden Euro.

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Chronik der Tankerausschreibung

Die US-Regierung will ihre Tankflugzeugflotte erneuern. Doch die Ausschreibung für das Milliardenprojekt war von Anfang an umstritten. Immer wieder wurden Skandale und Intrigen bekannt.

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