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12.03.2010
 

Kampf gegen den Rausschmiss

Chefin verschanzt sich im Büro

Der Chefin des französischen Hotelverbands Umih wurde gekündigt - zu Unrecht, wie sie findet. Also nahm sie ihr Schicksal selbst in die Hand: Sie verbarrikadierte sich in der Pariser Verbandszentrale, um dem Rausschmiss zu entgehen. Jetzt will die Belegschaft gegen die Sesselkleberin klagen.

Paris - Christine Pujol scheint eine recht resolute Dame zu sein. Um ihre Ablösung als Chefin zu verhindern, hat sie sich kurzerhand in ihrem Büro eingeschlossen. Pujol steht dem wichtigsten französischen Hotel- und Gaststättenverband Umih vor - seit kurzem gegen den Willen der Belegschaft.

Die hatte im November am Rande der Hauptversammlung ihre Absetzung beschlossen. Pujol wehrte sich dagegen zunächst mit einer Klage vor einem Pariser Gericht. Doch dieses wies die Klage am Dienstag zurück - wegen eines Formfehlers. Der Ausgang des Verfahrens ist allerdings unklar: In der Sache müssen die Richter noch entscheiden.

Pujol schuf kurzerhand selbst Fakten: Am Mittwoch verschaffte sie sich gewaltsam Zugang zu ihrem Pariser Büro, verbarrikadierte sich und harrt seitdem dort aus. Zwei Nächte habe sie dort schon verbracht, sagte sie der Nachrichtenagentur AFP am Telefon. "Man kann das Büro nicht verlassen, sonst darf man nicht wieder hinein", sagte sie. Zwei Wachleute stünden vor ihrer Tür und ließen keine Besucher zu ihr durch.

Den Umih-Arbeitern gefällt das gar nicht. Sie haben für Montag die Wahl eines neuen Präsidenten angekündigt und wollen Pujol nun herausklagen; eine Anhörung dazu findet am Dienstag vor Gericht statt.

Pujol, der mehrere Hotels und Gaststätten im südfranzösischen Carcassonne gehören, leitet den Verband seit November 2008. Der Aufstand gegen sie hatte einige Monate nach der Senkung der Mehrwertsteuer für die Gastronomie begonnen. Die Regierung hatte die Abgabe im vergangenen Sommer von 19,6 auf 5,5 Prozent gedrosselt.

Die Branche war damals in die Kritik geraten, weil sie die Preise trotz des Steuernachlasses kaum senkte. Der französische Senat drohte daraufhin mit einer Wiedereinführung der vollen Mehrwertsteuer. Pujols Kritiker sagten, sie habe in der Öffentlichkeit zu wenig klargemacht, dass die Gastwirte die Steuersenkung auch für den Erhalt von Arbeitsplätzen und Lohnerhöhungen genutzt hätten.

ssu/AFP

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insgesamt 9 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
13.03.2010 von Emil Peisker: Das ging so gewaltig nach hinten los

Sie Lobbyist, Sie:-) Nun, halten Sie sich doch etwas mit Ihren Aufällen zurück. Wegen der erfolgten Steuersenkung sind nicht Hundertausende besser bezahlt worden, und bevor die Steuersenkung beschlossen wurde, war auch nicht [...] mehr...

13.03.2010 von redtokiller: Gebt das Geld den Russen

Da zeigt sich wiedermal die Sachunkenntnis der Hotelbranche in Deutschland. Die Hotelbranche ist eines der größten Arbeitgeber in Deutschland, und viele in der Hotelerie kämpfen ums Überleben insbesondere viele Kleine- und [...] mehr...

12.03.2010 von Kassian: .

Ich bin exakt Ihrer Meinung. Da wird 1 Milliarde Steuergelder verschwendet und es gibt nicht einmal Preiskorrekturen. Das dieses Geld verwendet wird um auch nur einem einzige Angestellten in der Hotelbranche mehr zu zahlen [...] mehr...

12.03.2010 von Niamey: Rausschmiss ist Nebensache!

Die sollte gehen wenn ihr vom Vorstand der goldene Handschlag angeboten worden ist. Wenn sie gut ist, findet sie wo anders eine neue Beschäftigung. Bei uns sollte der Bundestag gaaaanz schnell die MWSt Senkung für das [...] mehr...

12.03.2010 von unente: Klagegeister

...und die könnte man da herausklagen? mehr...

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