Hamburg - Erst die Finanzkrise, dann die griechischen Staatsschulden und nun auch noch China: Für Anleger könnte es einen neuen Grund geben, nervös zu werden. Konkret geht es um den Wohnimmobilienmarkt in der Volksrepublik. Denn der könnte sich bedenklich aufblähen - Experten warnen bereits vor einer Blase, die chinesische Wirtschaft insgesamt könnte überhitzen.
In dieser Woche gab das chinesische Statistikamt bekannt, dass die Inflationsrate im Februar mit 2,7 Prozent auf den höchsten Stand seit 16 Monaten gestiegen sei. "Angesichts des starken Wirtschaftswachstums und der Inflationsrate ist es für die Regierung notwendig, deutliche Maßnahmen gegen eine Überhitzung einzuleiten", schrieben die Goldman-Sachs-Volkswirte Yu Song und Helen Qiao.
Worte, die auch auf dem Börsenparkett in Frankfurt Gehör finden dürften. Denn wenn die fernöstliche Großmacht tatsächlich überdreht, dann wäre auch die deutsche Wirtschaft davon betroffen. Allerdings geben sich die Firmen hierzulande noch gelassen.
Deutsche Exporteure liefern einen immer größeren Anteil ihrer Waren nach China. Laut Statistischem Bundesamt wurden 2009 Waren und Güter im Wert von 36,5 Milliarden Euro aus der Bundesrepublik nach China ausgeführt. Mit einem Anteil von 4,5 Prozent ist das Land damit achtgrößter Empfänger deutscher Ausfuhren (Platz 1: Frankreich). Zum Vergleich: Im Jahr 2000 lag China noch mit einem Anteil von 1,6 Prozent an den deutschen Exporten auf Platz 16.
"Der chinesische Markt hat einen riesigen Nachholbedarf"
Die Branche, die den größten Anteil am deutschen Export nach China hat, sind die Maschinenbauer. Im vergangenen Jahr habe das China-Geschäft als einziges zugelegt, heißt es beim Branchenverband VDMA. Einigen Verbandsmitgliedern habe das die Bilanz gerettet. Auch für das laufende Jahr hoffen die Unternehmen auf ein stabiles China-Geschäft. Hiesige Produkte seien den lokalen chinesischen Erzeugnissen oft qualitativ überlegen. An Spekulationen um eine China-Blase möchte man sich beim VDMA nicht beteiligen.
Die Ausfuhren sind längst nicht die einzige Verbindung der deutschen Wirtschaft zur Volksrepublik. Viele Konzerne sind mit eigenen Produktionsstandorten, Niederlassungen und Beteiligungen in Fernost aktiv. Das gilt für Autobauer wie Volkswagen
ebenso wie für den Chemiehersteller BASF
, den Industriekonzern Siemens
oder die Deutsche Bank
.
Beispiel Volkswagen: Der Konzern ist auf dem rasant wachsenden chinesischen Automarkt mit seinen Marken VW und Audi Marktführer. Seit 2009 ist China das wichtigste Absatzland überhaupt für die Wolfsburger. "Der chinesische Automarkt hat einen riesigen Nachholbedarf", sagt Frank Biller, Analyst der LBBW. "Die Wachstumsprognosen der Hersteller für das dortige Geschäft erscheinen schon beinahe zurückhaltend." Eine überhitzende Wirtschaft, so Biller, sei derzeit nicht das Problem. Eher schon zu geringe Produktionskapazitäten.
"Eine akute Gefahr sehe ich nicht"
Auch Gregor Claussen, Autospezialist der Commerzbank
, glaubt nicht an eine Gefahr wegen Überhitzung oder einer möglicherweise bald platzenden Immobilienblase. "So etwas würde selbstverständlich die Wohlstandssituation der Chinesen beeinträchtigen und damit auch den Konsum", sagt er. "Erfahrungsgemäß wirken solche externen Effekte aber nur kurzfristig auf den Automarkt." Gut möglich also, dass Volkswagen mit seiner Wachstumsprognose recht behält, derzufolge der Markt in China bis 2018 um 52 Prozent zulegen soll - mögliche Überhitzung und Immobilienblase hin oder her.
Beispiel zwei: BASF. Der Chemiekonzern machte 2009 etwa 22 Prozent seines Umsatzes in der Region Asien/Pazifik. Allein zehn Prozentpunkte entfielen auf China. Analyst Heiko Feber vom Bankhaus Lampe warnt vor Panik. "Eine akute Gefahr sehe ich nicht. Anleger sollten sich über die Risiken in der chinesischen Wirtschaft aber Gedanken machen", sagt er. "Auf das Geschäft von BASF würden sicher größere Auswirkungen aus einer eventuellen Korrektur dort drohen, wenn das Unternehmen auch im Endkundengeschäft aktiv wäre."
Alles halb so schlimm also? Ist die Gefahr aus China gar nicht real? "China ist einer der wichtigsten Wachstumsmotoren der Weltwirtschaft", sagt Klaus Schrüfer, Chefvolkswirt der SEB Bank. "Wenn es dort zu einem Rückschlag käme, würde das auch die deutsche Wirtschaft merken."
Allerdings hält es Schrüfer für unwahrscheinlich, dass es tatsächlich so weit kommt. "Die verantwortlichen Stellen in China haben in der Geldpolitik schon mehrfach auf die Bremse getreten", sagt er. "Offiziell strebt China ein Wachstum von lediglich acht Prozent an. Das liegt unter den internationalen Erwartungen."
Mit anderen Worten: Wirklich nervös müssen Anleger vorerst nicht werden.
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Danke! Je mehr Bürgen diese unfragbaren Fragen stellen, umso eher bekommen wir vielleicht unsere Politikdarsteller mal dazu, uns zu erzählen für wen solche Gesetze, Regelungen und Abkommen gut sein sollen (ausser sie selbst [...] mehr...
...kann mir das mal jemand erklären? Wieso kann China auf in Europa produzierte Waren so hohe Importzölle erheben dass sich nur noch die Produktion vor Ort lohnt....und die EU darf im Gegenzug nichtmal mickrigste Importzölle auf [...] mehr...
Wie kann China als WTO Mitglied hohe Einfuhrzölle auf PKW erheben? Und warum werden dann keine hohen Eifuhrzölle auf Textilien , Schuhe, Spielzeuge aus China in der EG erhoben usw um unsere Arbeitsplätze zu schützen? Schlafen [...] mehr...
Werter Diomedes, wie immer zwei exzellente Post an mich;ich brauche etwas Zeit zu antwarten;bei mir ist schon 8:30 abends und die Maedels rufen an.... hier noch ein guter Link der Sie auch heute Nacht beschaeftigen koennte [...] mehr...
ich wollte nicht alte Kamellen aufwärmen, ich denke eher so an aktuellere Naturkatastrophen und Industrieunfääle und ähnliches. Und die Art und Weise wie diese kommuniziert und dann auch effizient bewältigt werden. Beim übrigen [...] mehr...
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