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14.03.2010
 

Hilfsgesuch vor Pleite

Deutsche Bank ließ Lehman abblitzen

Lehman-Gebäude: Die Investmentbank hübschte die Bilanzen aufZur Großansicht
REUTERS

Lehman-Gebäude: Die Investmentbank hübschte die Bilanzen auf

Richard Fuld ging verzweifelt Klinken putzen: Vor der Pleite von Lehman Brothers klopfte der Investmentbanken-Chef bei 30 möglichen Geldgebern in aller Welt an und bat um Hilfe. Auch bei der Deutschen Bank. Doch Fuld blitzte ab, wie der Untersuchungsbericht zu der Insolvenz zeigt.

New York - Kurz vor ihrer schicksalhaften Pleite hat sich die US-Investmentbank Lehman Brothers hilfesuchend auch an die Deutsche Bank Chart zeigen gewandt. Die Deutsche Bank sei aber nicht einmal bereit gewesen, über eine mögliche Transaktion zu reden, heißt es im 2200 Seiten starken Untersuchungsbericht zur Lehman-Insolvenz.

Am 15. September 2008 brach das US-Institut schließlich zusammen und löste damit eine Schockwelle an den internationalen Finanzmärkten aus.

Die Deutsche Bank steht auf einer langen Liste von Kreditinstituten und Finanzinvestoren, bei denen Lehman Brothers in den Monaten vor der Pleite angeklopft hatte. Die US-Investmentbank wollte dabei eine rettende Fusion, eine Übernahme oder zumindest eine Beteiligung ausloten. Das erschien aber allen Angesprochenen zu riskant. Ein Deutsche-Bank-Sprecher wollte die Informationen am Wochenende nicht kommentieren.

Alles in allem war die US-Investmentbank laut Untersuchungsbericht auf mehr als 30 mögliche Partner und Geldgeber aus aller Welt zugegangen - von der Schweizer UBS Chart zeigen bis hin zum legendären US-Investor Warren Buffett. Auch mit dem direkten Rivalen Morgan Stanley Chart zeigen hatte Lehman-Chef Richard Fuld Kontakt aufgenommen. Einige der Angesprochenen wie die japanische Nomura oder die britische Barclays Bank Chart zeigen bedienten sich später aus der Insolvenzmasse.

Lehman Brothers hatte sich wie viele andere Finanzunternehmen mit kompliziert konstruierten Hypothekenpapieren verspekuliert. Schon Monate vor dem Zusammenbruch stand die Investmentbank auf wackeligen Beinen. Mit Bilanztricks kaschierte sie zudem ihre desolate Lage.

Über sogenannte "Repo 105"-Geschäfte hübschte sie ihre Bilanzen jeweils kurz vor wichtigen Stichtagen auf und präsentierte sich damit nach außen als gesundes Unternehmen, wie der Untersuchungsbericht enthüllt.

Die Deutsche Bank gehörte dem am späten Donnerstag vorgelegten Bericht von Sonderermittler Anton Valukas zufolge zu den Partnern bei diesen Geschäften. Dabei ist allerdings unklar, ob die Frankfurter etwas von der Zahlenkosmetik bei Lehman Brothers mitbekommen haben könnten. Repo-Geschäfte an sich sind in der Finanzwelt gang und gäbe.

Dabei borgt eine Bank einer anderen kurzzeitig Geld und bekommt dafür im Gegenzug Vermögenswerte überlassen. Lehman Brothers ließ bestimmte Repo-Transaktionen in den Büchern wie dauerhafte Verkäufe aussehen.

Die Pleite von Lehman Brothers gilt als Höhepunkt der Finanzkrise. Ab diesem Zeitpunkt verloren die Banken jegliches Vertrauen untereinander, der Geldfluss versiegte. Eine Kettenreaktion in der Finanzwelt setzte ein. Nur das massive Eingreifen der Regierungen hielt die Märkte notdürftig am Laufen. Die Zeche zahlen die Bürger bis heute.

ase/dpa-Afx

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02.09.2010 von ergoprox:

Sorry für die x-fache Einstellung. Es ist der Unglaublichkeit geschuldet, dass nur ca.50% der geschriebenen Beiträge auch hier erscheinen. mehr...

02.09.2010 von ergoprox:

"Können", das sollten Sie betonen. Leider korreliert die Investitionsquote siet etwa 30 Jahren eben nicht mit der Ersparnisquote. Es wird weitgehend ein Kasino befüllt, welches allein durch die Zuflüsse eine [...] mehr...

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Lehren aus dem Kollaps

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"Die Banken setzen die Lehren aus der Krise Schritt für Schritt um. Schwerpunkt dieser Reformen ist das Risikomanagement: Die gewohnten Modelle werden gründlich überarbeitet, Stresstests intensiver eingesetzt. Die Banken haben ihr Eigenkapital erhöht, die Fremdfinanzierung ihrer Geschäfte abgebaut, ihre Liquiditätspuffer verstärkt, die Abhängigkeit von kurzfristigen Geldern verringert und die Strukturen von Forderungen und Verbindlichkeiten noch mehr miteinander in Einklang gebracht. Überkomplexe Finanzprodukte sind zugunsten mehr standardisierter und transparenter Produkte aus dem Angebot verschwunden. Die Leitlinien für die Kundenberatung wurden überarbeitet, und besonders für Verbriefungen und Derivate entstehen derzeit übersichtlichere und solidere Marktinfrastrukturen. Nicht zuletzt passen die Banken aber auch ihre Vergütungsmodelle an. Ziel ist dabei, die Vergütung noch besser am nachhaltigen Erfolg und den längerfristigen Interessen der Aktionäre auszurichten."

Lloyd C. Blankfein, Vorstandsvorsitzender von Goldman Sachs

Niall Ferguson, Historiker an der Harvard-Universität und Autor

Jean-Claude Trichet, Präsident der Europäischen Zentralbank







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