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19.03.2010
 

Erneuerbare Energien

Solarboom lässt Strompreise explodieren

Solaranlage mit Windrädern bei Mainz: Preissteigerung bis 100 EuroZur Großansicht
REUTERS

Solaranlage mit Windrädern bei Mainz: Preissteigerung bis 100 Euro

Der Solarboom wird 2011 teuer für alle Stromkunden. Einem Zeitungsbericht zufolge rechnen Stromriesen und Wissenschaftler mit Preiserhöhungen von zehn Prozent. Die Zahl der Öko-Anlagen ist stärker gestiegen als gedacht - die höheren Förderkosten werden auf die Verbraucher umgelegt.

Berlin - Für den Klimaschutz ist es eine gute Nachricht, für die Verbraucher nicht: Da die Zahl neuer Solaranlagen stärker zugenommen hat als geplant, dürften die Strompreise für kommendes Jahr um etwa zehn Prozent steigen. Das geht aus einer Berechnung des Energiekonzerns Vattenfall hervor, über die die "Berliner Zeitung" berichtet.

Die Belastung für alle deutschen Stromkunden durch die Förderung erneuerbarer Energien steigt demnach 2011 um 1,8 bis 2 Cent pro Kilowattstunde auf insgesamt bis zu 4,4 Cent einschließlich Mehrwertsteuer. Für ein Einfamilienhaus mit 5000 Kilowattstunden Verbrauch würden sich demnach die Strompreise um rund 100 Euro pro Jahr erhöhen.

"Rechnung durchaus realistisch"

In der Berechnung sei die von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) geplante Senkung der Solar-Förderung zur Jahresmitte um rund 15 Prozent bereits berücksichtigt. Das an den offiziellen Ökostrom-Prognosen beteiligte Leipziger Institut für Energie bestätigte der "Berliner Zeitung", dass die Vattenfall-Rechnung "durchaus realistisch ist". Die Prognose von Vattenfall wird laut Bericht in Teilen der Branche zur Kalkulation verwendet und gilt als zuverlässig.


Hauptgrund für den starken Preisanstieg sei die große Zahl neuer Solaranlagen, schreibt die Zeitung. Bei der Kalkulation habe man angenommen, dass 2009 und 2010 Solarstromanlagen mit einer Leistung von insgesamt 4400 Megawatt installiert werden. Diese Zahl sei aber bereits 2009 knapp erreicht worden. 2010 dürften noch einmal mindestens 5000 Megawatt hinzukommen.

"Drastische Absenkung der Förderung notwendig"

Nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz dürfen Solaranlagenbetreiber ihren Strom zwanzig Jahre lang zu konstanten Preisen ins Stromnetz einspeisen. Die Kosten werden auf die Stromverbraucher umgeschlagen.

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen halte die Berechnung für korrekt, schreibt die Zeitung. Experte Holger Krawinkel sagte ihr: "Die Belastungen sind für die Verbraucher kaum noch tragbar, eine drastische Absenkung der Förderung ist notwendig."

Ursprünglich wollte Röttgen ab dem 1. April 2010 die Hilfen für Sonnenstrom von Dachanlagen um 15 Prozent kappen. Den Vertretern der Solarlobby ging das zu schnell: Sie warfen Röttgen vor, die deutsche Photovoltaik-Industrie "existentiell" zu gefährden und Tausende Jobs aufs Spiel zu setzen. Auch beim Koalitionspartner FDP und in der CDU regte sich zum Teil vehementer Widerstand.

Nun soll die Solarförderung für Dachanlagen doch erst ab Juli sinken, dafür um 16 statt 15 Prozent.

fro/ddp

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insgesamt 2358 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
28.04.2010 von ostap: Deswegen

Deswegen kann die Forderung nur sein: AKW sofort abschalten und den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energieressourcen maximal fördern. mehr...

27.04.2010 von Do Something:

Na, ich zahle lieber ein wenig mehr und habe ein gutes Gewissen. Diejenigen die Ihren Strom aus konventionellen Energien beziehen müssen ja auch das verantworten / bezahlen: [...] mehr...

17.04.2010 von joe-joe: Kern Message der Atomiker und Realität ...

Das verrückte an der Gier der EVUs ist ja, dass sie z.B. den "ProKlima"-Strom (http://www.stromvergleich.de/stromnachrichten/38-pro-klima-strom-erweist-sich-als-abzocke-10-1-2009) (ca. 66%Atom+34%Wasser) aus alten [...] mehr...

17.04.2010 von joe-joe:

Ach ja? Wenn ich *tagsüber, zur Hauptbedarfszeit PV-Strom* liefere, entlastet das nicht die Kraftwerke? Wenn *nachts, wo oft ein Stromüberschuss durch WKA vorhanden ist, oder (falls kein Wind) die notwendigen [...] mehr...

17.04.2010 von derweise: Solarförderung und Kohlesubventionen

Da wurde nun endlich die Kohlesubvention zurückgefahren (NRW hat mit dem Geld für die Kohlekumpels seine Zukunft ruiniert!), entsteht ein wesentlich größerer Subventionsbereich mit der Solarenergie. Alle Wirtschaftsbereiche und [...] mehr...

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Was sind Solarschulden?

Der Preis

Wer eine Solaranlage betreibt, darf seinen Strom unabhängig vom tatsächlichen Bedarf jederzeit ins Netz einspeisen. Die Vergütung wird durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegt, im Jahr 2009 liegt sie für Dachanlagen bei rund 43 Cent pro Kilowattstunde. Zum Vergleich: Konventioneller Strom kostet an der Energiebörse rund acht Cent. Die Differenz, also die Mehrkosten, tragen die Verbraucher über ihre Stromrechnung.

Die Laufzeit

Die Kosten

Der Schuldenberg


Eckpunkte der Solarförderung

Die Koalition hat sich auf ein Paket geeinigt, mit dem die Förderung von Solarstrom gekürzt werden soll - die Eckpunkte im Überblick (Stand: 24 April 2010)

Dachanlagen

Eigenverbrauch

Ackerflächen

Freiflächen

Deckelung ab 2011

Deckelung ab 2012

Was Solarstrom kostet

Im Jahr 2009 gingen in Deutschland Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von 3000 Megawatt ans Netz. Dies entspricht 3.000.000 Kilowatt. Pro Kilowatt liegt der durchschnittliche Stromertrag - konservativ gerechnet - bei 900 Kilowattstunden im Jahr. Die Vergütung laut Erneuerbare-Energien-Gesetz ist für 20 Jahre garantiert. Sie beträgt - je nach Anlagengröße - 32 bis 43 Cent pro Kilowattstunde. Im Durchschnitt sind es rund 36 Cent.
Um die tatsächlichen Mehrkosten des Solarstroms zu ermitteln, muss man von diesem Wert den Börsenpreis für konventionellen Strom abziehen. Aktuell liegt dieser bei etwa 5 Cent pro Kilowattstunde, in den kommenden 20 Jahren dürfte er um jährlich fünf Prozent steigen. Damit ergibt sich ein durchschnittlicher Börsenpreis von 9 Cent je Kilowattstunde. Die Differenzkosten pro Kilowattstunde belaufen sich damit auf 36 Cent minus 9 Cent, also auf 0,27 Euro.
Damit lässt sich folgende Rechnung aufstellen: 3.000.000 kW * 900 kWh/kW pro Jahr * 20 Jahre * 0,27 Euro/kWh = 14,58 Milliarden Euro. Mit anderen Worten: Die Verbraucher müssen in den kommenden 20 Jahren mehr als 14 Milliarden Euro zahlen - wohlgemerkt: nur für die Anlagen, die 2009 ans Netz gingen. In heutigen Preisen entspricht dies einer Summe von 10,4 Milliarden Euro (bei einer großzügigen Abzinsung von jährlich vier Prozent).
Die entscheidende Größe ist dabei der Zubau neuer Solaranlagen im Jahr 2009, also 3000 Megawatt. Setzt man statt dieser tatsächlich erreichten Menge den Wert ein, den der Bundesverband Solarwirtschaft in seinen bisherigen Planungen angegeben hat - nämlich 682 Megawatt -, so ergeben sich abgezinste Gesamtkosten von lediglich 2,4 Milliarden Euro. Das heißt: Im Vergleich zur ursprünglichen Prognose müssen die Verbraucher gut viermal mehr zahlen.





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