Bonn - Die Kritik kommt zurückhaltend daher, ist aber dennoch unmissverständlich: "Wir haben Zweifel, ob die gestiegenen Beschaffungspreise der Grund für höhere Preise sein können", rügte der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, die Preispolitik der Strom- und Gasanbieter in Deutschland. Die Energiekonzerne begründen die Aufschläge unter anderem mit den gestiegenen Beschaffungskosten, obwohl die Preise an der Strombörse stark gefallen sind.
Kurth riet den Verbrauchern bei der Vorlage des Jahresberichtes in Bonn, den Versorger zu wechseln. Nach wie vor könnten Kunden so mehr als hundert Euro im Jahr sparen. Vor einem Wechsel müsse niemand Angst haben. "Durch den Wechsel des Strom- oder Gasanbieters kann es nicht zu einer Unterbrechung der Versorgung kommen", sagte Kurth. Die Bundesnetzagentur kontrolliert den Wettbewerb in den sogenannten Netzmärkten - also Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen.
Um die Kosten für den Betrieb der Stromnetze zu senken, hat die Behörde den vier Betreibern E.on, RWE
, EnBW
und Vattenfall Europe
eine engere Kooperation verordnet. Dies soll helfen, die Netze sicherer zu machen. Bislang gibt es in Deutschland vier weitgehend unabhängig von einander betriebene Regelzonen, in denen die Netzbetreiber Leistungsungleichgewichte zwischen Erzeugung und Verbrauch selbst ausglichen. Dabei kam es in den einzelnen Zonen oft zu gegenläufigen Bewegungen. Dieses "Gegeneinanderregeln" will die Behörde mit dem zum 31. Mai angeordneten Netzregelverbund verhindern. Sie rechnet mit dauerhaften Einsparungen in dreistelliger Millionenhöhe.
Im Gasgeschäft will die Bundesnetzagentur den Wettbewerb dagegen verschärfen. "Die Preise an den Spotmärkten sind rapide gesunken, beim privaten Verbraucher kommt davon bislang nichts an", sagte Kurth. Das sei bei Industriekunden "interessanterweise" anders. Als ersten Schritt will er Marktgebiete zusammenlegen und neue Kapazitätsbewirtschaftungsregeln einführen.
cte/dpa
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Die Energiepolitik wird in Deutschland faktisch von vier Konzernen RWE, Eon, ENBW und Vattenfall kontrolliert. Diese verhindern mit Ihrer Politik auch einen sinifikanten Ausbau der erneuerbaren Energien und investieren lieber in [...] mehr...
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