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29.03.2010
 

Solar Millennium

Claassen deutet unsauberes Geschäftsgebaren an

Energie-Manager Claassen: Amt nicht aus einer Laune heraus niedergelegtZur Großansicht
ddp

Energie-Manager Claassen: Amt nicht aus einer Laune heraus niedergelegt

Nach dem Rücktritt von Utz Claassen als Vorstandschef von Solar Millennium deutet sich ein hässlicher Rosenkrieg an. Die Investoren haben dabei offensichtlich schon entschieden, wem sie mehr Glauben schenken: Eine Andeutung des einstigen Top-Managers genügte, um den Aktienkurs erneut einbrechen zu lassen.

Berlin/Erlangen - Zwei Wochen nach seinem überraschenden Rücktritt erhöht der frühere Vorstandschef des Solarkraftwerkbauers Solar Millennium, Utz Claassen, den Druck auf die Unternehmensspitze. Falls Vorstand oder Aufsichtsrat es wünschten, sei er bereit, "öffentlich Transparenz über die Gründe meiner Amtsniederlegung zu schaffen, etwa mit einem offenen Brief oder einer Pressekonferenz", sagte der Manager dem Berliner "Tagesspiegel". Er habe bislang "einzig und allein im Interesse des Unternehmens" darauf verzichtet, die Gründe im Detail öffentlich zu machen.

Die Andeutung Claassens verfehlte ihre Wirkung nicht: Die Aktie von Solar Millennium verlor am Vormittag knapp zehn Prozent an Wert. Das Papier war bereits nach Claassens Rücktritt um mehr als ein Drittel eingebrochen. Das am Wüstenstromprojekt Dersertec beteiligte Unternehmen teilte auf Anfrage mit, die Aussagen von Claassen zu prüfen, und kündigte für den Nachmittag eine Stellungnahme an.

Claassen betonte in dem Interview, dass er sein Amt nicht "aus einer Laune oder aus einem nichtigen Anlass" niedergelegt habe. "Für meinen Schritt gibt es gute professionelle Gründe." Die habe er einem Vorstandskollegen am Tag des Rücktritts erläutert, einen Tag später auch dem Aufsichtsratschef. Er habe bereits ein 27-seitiges Dossier über "relevante Abläufe, Vorgänge und Hintergründe" erstellt. Öffentlich nannte Claassens Seite bislang lediglich unterschiedliche Vorstellungen über Kultur und Corporate Governance bei Solar Millennium als Gründe.

Strafanzeige habe er nicht erstattet, weil ihm "gesicherte Anhaltspunkte über strafbare Handlungen" nicht vorlägen. Das gelte auch für den Vorwurf des Bilanzbetrugs, den Solar Millennium mit einer Sonderprüfung ausräumen will. Man müsse aber zwischen "strafbar, rechtswidrig und fragwürdig" unterscheiden, sagte Claassen. Den Vorwurf, er habe dem Unternehmen die Gründe für seinen Rücktritt nicht genannt, wies er zurück. "Niemand im Vorstand oder Aufsichtsrat konnte oder kann von meinem Schritt überrascht sein."

mik/dpa-AFX

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insgesamt 9 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
06.11.2010 von satiriker: Dank für Deine Info !

lach und schenkelklopf !! Natürlich wissen hier nicht alle die Aufgaben des Managers...... Aber die Aufgaben des Lakaien bleiben seit Jahrhunderten dieselben oder.....? mehr...

26.10.2010 von eboettcher: fähiger mann

Sciherlich weiß der ein oder andere hier nicht um die aufgaben eines managers und der damit einhergehenden verantwortung. es ist der leichtere weg einfach zu bleiben wenn da unsaubere geschäfte laufen. Aber (auf-)richtig ist [...] mehr...

02.04.2010 von M. Michaelis: ...

Das ist Unsinn. Ein Manager der nicht in der Lage ist bei Verhandlungen über seine persönlichen Erträge das möglicher herauszuholen kann dies auch nicht im Dienste des Unternehmens für das er arbeitet. Hier die das Problem [...] mehr...

02.04.2010 von Rainer Daeschler: Verantwortung

Gleichermaßen wie der Kurs stieg, als Utz Claassen zum Vorstandsvorsitzenden ernannt wurde. So wie es die Anleger beeindruckte, dass der ehemalige Chef eines der vier großen Energiekonzerne in Deutschland diesen [...] mehr...

01.04.2010 von fxe1200: Schlaft weiter, begreift nichts!

Für die, die es immer noch nicht begriffen haben: Herr Utz Claassen ist von der Atomlobby beauftragt worden, sich mit Solar Millenium einzulassen, um Solar Millenium, mit welchen Mitteln auch immer, in Misskredit zu [...] mehr...

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Eckpunkte der Solarförderung

Die Koalition hat sich auf ein Paket geeinigt, mit dem die Förderung von Solarstrom gekürzt werden soll - die Eckpunkte im Überblick (Stand: 24 April 2010)

Dachanlagen

Eigenverbrauch

Ackerflächen

Freiflächen

Deckelung ab 2011

Deckelung ab 2012


Was Solarstrom kostet

Im Jahr 2009 gingen in Deutschland Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von 3000 Megawatt ans Netz. Dies entspricht 3.000.000 Kilowatt. Pro Kilowatt liegt der durchschnittliche Stromertrag - konservativ gerechnet - bei 900 Kilowattstunden im Jahr. Die Vergütung laut Erneuerbare-Energien-Gesetz ist für 20 Jahre garantiert. Sie beträgt - je nach Anlagengröße - 32 bis 43 Cent pro Kilowattstunde. Im Durchschnitt sind es rund 36 Cent.
Um die tatsächlichen Mehrkosten des Solarstroms zu ermitteln, muss man von diesem Wert den Börsenpreis für konventionellen Strom abziehen. Aktuell liegt dieser bei etwa 5 Cent pro Kilowattstunde, in den kommenden 20 Jahren dürfte er um jährlich fünf Prozent steigen. Damit ergibt sich ein durchschnittlicher Börsenpreis von 9 Cent je Kilowattstunde. Die Differenzkosten pro Kilowattstunde belaufen sich damit auf 36 Cent minus 9 Cent, also auf 0,27 Euro.
Damit lässt sich folgende Rechnung aufstellen: 3.000.000 kW * 900 kWh/kW pro Jahr * 20 Jahre * 0,27 Euro/kWh = 14,58 Milliarden Euro. Mit anderen Worten: Die Verbraucher müssen in den kommenden 20 Jahren mehr als 14 Milliarden Euro zahlen - wohlgemerkt: nur für die Anlagen, die 2009 ans Netz gingen. In heutigen Preisen entspricht dies einer Summe von 10,4 Milliarden Euro (bei einer großzügigen Abzinsung von jährlich vier Prozent).
Die entscheidende Größe ist dabei der Zubau neuer Solaranlagen im Jahr 2009, also 3000 Megawatt. Setzt man statt dieser tatsächlich erreichten Menge den Wert ein, den der Bundesverband Solarwirtschaft in seinen bisherigen Planungen angegeben hat - nämlich 682 Megawatt -, so ergeben sich abgezinste Gesamtkosten von lediglich 2,4 Milliarden Euro. Das heißt: Im Vergleich zur ursprünglichen Prognose müssen die Verbraucher gut viermal mehr zahlen.





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