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12.04.2010
 

Funkfrequenz-Auktion

Milliardenpoker ums mobile Internet

Von Stefan Schultz

Funkturm im sächsischen Schwepnitz: Aufbruch in die mobile ZukunftZur Großansicht
AP

Funkturm im sächsischen Schwepnitz: Aufbruch in die mobile Zukunft

App-Wahn, iPad, blitzschnelles Surfen ohne Kabel: Alles, was dieses Jahrzehnt in Deutschlands mobilem Internet passiert, hängt von der Versteigerung der neuen Mobilfunkfrequenzen ab. Die Milliardenauktion beginnt am Mittag - SPIEGEL ONLINE erklärt, was sie für den Standort Deutschland bedeutet.

Hamburg - Es ist ein Showdown der Tech-Riesen, ein Spektakel mit weitreichenden Folgen: Die Bundesnetzagentur versteigert ab 13 Uhr zahlreiche Mobilfunkfrequenzen - den Zugang zu jenen seltsamen, unsichtbaren Signalräumen, die das deutsche Informationszeitalter einen gewaltigen Schritt voranbringen sollen.

Das Spektakel steigt an einem denkbar unpassenden Ort: In einer alten, staubigen Ex-Kaserne in Mainz-Gonsenheim, hinter geschlossenen Türen, in getrennten, abhörsicheren Räumen, werden die vier deutschen Netzbetreiber ab diesem Montag ihre Frequenz-Gebote abgeben.

Der Bieterstreit kann Wochen dauern - und teuer werden. Von SPIEGEL ONLINE befragte Analysten prophezeien, dass die Deutsche Telekom Chart zeigen, Vodafone Chart zeigen, O2/Telefonica Chart zeigen und E-Plus/KPN Chart zeigen für die Frequenzen insgesamt zwei bis sieben Milliarden Euro hinblättern. Denn die Auktion ist entscheidend für die langfristige strategische Planung der Konzerne. Sie legt die Daten-Überflugrechte im deutschen Luftraum bis Ende 2025 fest. Mit den Frequenzen sichern sich die Netzversorger den Zugang zu einem milliardenschweren Zukunftsmarkt: dem mobilen Internet.

Die Konzerne erwarten, dass durch den Boom mobiler Endgeräte wie Smartphones, Laptops, Netbooks oder Tablet-PC künftig immer mehr Menschen via Mobilfunk im Internet surfen. Nach Angaben der Bundesregierung hat sich das Datenvolumen in Deutschland binnen zwei Jahren verzehnfacht - von 3,5 Millionen Gigabyte im Jahr 2007 auf 33,5 Millionen im Jahr 2009.

Die Telekom, Deutschlands größter Netzversorger, rechnet mit gewaltigen Umsatzsteigerungen beim Verkauf von Datenpaketen. Ihr Umsatz in diesem Sektor lag 2009 bei knapp vier Milliarden Euro. Bis 2012 soll er auf mehr als sechs Milliarden Euro steigen, bis 2015 auf mehr als zehn Milliarden.

Stärkung für den Standort Deutschland

Auch die Bundesnetzagentur, Deutschlands oberste Behörde für die Weiterentwicklung der Infrastruktur, setzt große Hoffnungen in die Megaversteigerung. Ihre Vision ist eine deutsche Datenautobahn. Bis Ende 2010 soll jeder deutsche Haushalt mit mindestens einem MBit pro Sekunde versorgt werden, bis 2014 sollen drei Viertel der Haushalte 50 MBit pro Sekunde bekommen.

Das schnelle mobile Netz soll den Standort Deutschland nachhaltig stärken: Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) schätzt, dass Breitbandkommunikation bis 2011 ein Drittel zum Produktivitätszuwachs der hochentwickelten Länder beitragen wird.

Tatsächlich ist die Frequenzversteigerung ein gewaltiger Schritt für Deutschland. Aktuell sind für das mobile Internet gut 250 Megahertz Frequenzen reserviert. Durch die Versteigerung kommen jetzt noch einmal 360 Megahertz hinzu - so viel wie in keiner Frequenzauktion zuvor (was die Frequenzen bedeuten: siehe Infobox links). "In Kombination mit verbesserten Übertragungstechniken dürfte die maximale Kapazität des mobilen Internets in Deutschland mindestens um den Faktor fünf wachsen", sagt Torsten Gerpott, Telekommunikationsexperte an der Universität Duisburg-Essen.

Doch das mobile Internet wird nicht nur größer - es wird auch schneller. Die neuen Frequenzen bilden auch die Grundlage für den neuen Übertragungsstandard Long Term Evolution (LTE). Während die aktuell eingesetzte UMTS-Technik Übertragungsraten von 14 Megabit pro Sekunde gewährleistet, soll LTE Raten von bis zu hundert Megabit schaffen, genug, um Videos und Online-Spiele ruckel- und unterbrechungsfrei zu übertragen. "Die Nutzungserfahrung ändert sich dadurch entscheidend", sagt Gerpott. "Das mobile Netz fühlt sich an wie das stationäre Netz zu Hause."

Die Erwartung an die Frequenzversteigerung sind gewaltig - aber sind sie auch realistisch? SPIEGEL ONLINE hat Netzversorger, Analysten, unabhängige Experten und die Bundesnetzagentur ausgiebig zu Deutschlands mobiler Zukunft befragt. Antworten auf zentrale Fragen finden Sie nach dem Klick.

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Die neuesten Beiträge:
13.04.2010 von perpendicle: Klingeltones loaden mit xx (??) XB/ sec.

ich gebe es auf! (?????)... als ich noch " arcor 1000" hatte, konnte man bei arcor einen Test machen und da kamen dann aufb einer Skala (fast) 1000 Kbyte/ second raus. Almählich habe ich den Eindruck, man wird nur [...] mehr...

13.04.2010 von a.weishaupt: hö?

2 MBit/s brutto sind maximal ca. 200 kB/s netto, also wo ist das Problem? Aber klar, zu weit draußen darf man in Deutschland nicht wohnen, da mobiles Internet hier eben sehr teuer ist und man auf den Ausbau des Festnetzes [...] mehr...

13.04.2010 von perpendicle: Korrektur!

habe mich leider vertippt Verzeihung: vodafone hat ja arcor übernommen und damit auch meinen Vertrag bei arcor hatte ich zuletzt DSL 2000, was m W heisst bis maximal 2 MB/ second ( nicht GB/ Gigabyte) Wer allerdings die [...] mehr...

13.04.2010 von frietz: kein titel

ach wie könnte es so schön sein... wenn man sich einfach in ein offenes wlan einloggen und so surfen könnte. man könnte seinen wlan router entsprechend konfigurieren und so auch andere personen über den anschluss surfen lassen. [...] mehr...

13.04.2010 von frietz: kei titel

ach wie könnte es so schön sein... wenn man sich einfach in ein offenes wlan einloggen und so surfen könnte. man könnte seinen wlan router entsprechend konfigurieren und so auch andere personen über den anschluss surfen lassen. [...] mehr...

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Mobilfunkfrequenzen: Kampf um die Lufthoheit

Die Bundesnetzagentur versteigert neue Mobilfunkfrequenzen im Umfang von 359 Megahertz - so viel Bandbreite wie noch nie. Eine Übersicht über den kostbaren Übertragungsraum.

791 - 862 Mhz

1710 bis 1763 MHz, 1805 bis 1858 MHz

1900 bis 2150 Mhz

2500 bis 2690 Mhz


Mobile Breitbandformate

UMTS

Universal Mobile Telecommunications System - wird oft als Mobilfunkstandard der dritten Generation (3G) bezeichnet, da er deutlich höhere Datenübertragungsraten als sein Vorgänger GSM ermöglicht. Deutsche UMTS-Netze schaffen üblicherweise eine Bandbreite von 384 Kbit/s für die Datenübertragung vom Mobilfunkmast zum Endgerät. Reguläre DSL-Anschlüsse bieten heute üblicherweise 1024 Kbit/s. (mehr ...)

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