Von Stefan Schultz
Hamburg - Es ist ein Showdown der Tech-Riesen, ein Spektakel mit weitreichenden Folgen: Die Bundesnetzagentur versteigert ab 13 Uhr zahlreiche Mobilfunkfrequenzen - den Zugang zu jenen seltsamen, unsichtbaren Signalräumen, die das deutsche Informationszeitalter einen gewaltigen Schritt voranbringen sollen.
Das Spektakel steigt an einem denkbar unpassenden Ort: In einer alten, staubigen Ex-Kaserne in Mainz-Gonsenheim, hinter geschlossenen Türen, in getrennten, abhörsicheren Räumen, werden die vier deutschen Netzbetreiber ab diesem Montag ihre Frequenz-Gebote abgeben.
Der Bieterstreit kann Wochen dauern - und teuer werden. Von SPIEGEL ONLINE befragte Analysten prophezeien, dass die Deutsche Telekom
, Vodafone
, O2/Telefonica
und E-Plus/KPN
für die Frequenzen insgesamt zwei bis sieben Milliarden Euro hinblättern. Denn die Auktion ist entscheidend für die langfristige strategische Planung der Konzerne. Sie legt die Daten-Überflugrechte im deutschen Luftraum bis Ende 2025 fest. Mit den Frequenzen sichern sich die Netzversorger den Zugang zu einem milliardenschweren Zukunftsmarkt: dem mobilen Internet.
Die Konzerne erwarten, dass durch den Boom mobiler Endgeräte wie Smartphones, Laptops, Netbooks oder Tablet-PC künftig immer mehr Menschen via Mobilfunk im Internet surfen. Nach Angaben der Bundesregierung hat sich das Datenvolumen in Deutschland binnen zwei Jahren verzehnfacht - von 3,5 Millionen Gigabyte im Jahr 2007 auf 33,5 Millionen im Jahr 2009.
Die Telekom, Deutschlands größter Netzversorger, rechnet mit gewaltigen Umsatzsteigerungen beim Verkauf von Datenpaketen. Ihr Umsatz in diesem Sektor lag 2009 bei knapp vier Milliarden Euro. Bis 2012 soll er auf mehr als sechs Milliarden Euro steigen, bis 2015 auf mehr als zehn Milliarden.
Stärkung für den Standort Deutschland
Auch die Bundesnetzagentur, Deutschlands oberste Behörde für die Weiterentwicklung der Infrastruktur, setzt große Hoffnungen in die Megaversteigerung. Ihre Vision ist eine deutsche Datenautobahn. Bis Ende 2010 soll jeder deutsche Haushalt mit mindestens einem MBit pro Sekunde versorgt werden, bis 2014 sollen drei Viertel der Haushalte 50 MBit pro Sekunde bekommen.
Das schnelle mobile Netz soll den Standort Deutschland nachhaltig stärken: Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) schätzt, dass Breitbandkommunikation bis 2011 ein Drittel zum Produktivitätszuwachs der hochentwickelten Länder beitragen wird.
Tatsächlich ist die Frequenzversteigerung ein gewaltiger Schritt für Deutschland. Aktuell sind für das mobile Internet gut 250 Megahertz Frequenzen reserviert. Durch die Versteigerung kommen jetzt noch einmal 360 Megahertz hinzu - so viel wie in keiner Frequenzauktion zuvor (was die Frequenzen bedeuten: siehe Infobox links). "In Kombination mit verbesserten Übertragungstechniken dürfte die maximale Kapazität des mobilen Internets in Deutschland mindestens um den Faktor fünf wachsen", sagt Torsten Gerpott, Telekommunikationsexperte an der Universität Duisburg-Essen.
Doch das mobile Internet wird nicht nur größer - es wird auch schneller. Die neuen Frequenzen bilden auch die Grundlage für den neuen Übertragungsstandard Long Term Evolution (LTE). Während die aktuell eingesetzte UMTS-Technik Übertragungsraten von 14 Megabit pro Sekunde gewährleistet, soll LTE Raten von bis zu hundert Megabit schaffen, genug, um Videos und Online-Spiele ruckel- und unterbrechungsfrei zu übertragen. "Die Nutzungserfahrung ändert sich dadurch entscheidend", sagt Gerpott. "Das mobile Netz fühlt sich an wie das stationäre Netz zu Hause."
Die Erwartung an die Frequenzversteigerung sind gewaltig - aber sind sie auch realistisch? SPIEGEL ONLINE hat Netzversorger, Analysten, unabhängige Experten und die Bundesnetzagentur ausgiebig zu Deutschlands mobiler Zukunft befragt. Antworten auf zentrale Fragen finden Sie nach dem Klick.
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ich gebe es auf! (?????)... als ich noch " arcor 1000" hatte, konnte man bei arcor einen Test machen und da kamen dann aufb einer Skala (fast) 1000 Kbyte/ second raus. Almählich habe ich den Eindruck, man wird nur [...] mehr...
2 MBit/s brutto sind maximal ca. 200 kB/s netto, also wo ist das Problem? Aber klar, zu weit draußen darf man in Deutschland nicht wohnen, da mobiles Internet hier eben sehr teuer ist und man auf den Ausbau des Festnetzes [...] mehr...
habe mich leider vertippt Verzeihung: vodafone hat ja arcor übernommen und damit auch meinen Vertrag bei arcor hatte ich zuletzt DSL 2000, was m W heisst bis maximal 2 MB/ second ( nicht GB/ Gigabyte) Wer allerdings die [...] mehr...
ach wie könnte es so schön sein... wenn man sich einfach in ein offenes wlan einloggen und so surfen könnte. man könnte seinen wlan router entsprechend konfigurieren und so auch andere personen über den anschluss surfen lassen. [...] mehr...
ach wie könnte es so schön sein... wenn man sich einfach in ein offenes wlan einloggen und so surfen könnte. man könnte seinen wlan router entsprechend konfigurieren und so auch andere personen über den anschluss surfen lassen. [...] mehr...
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