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18.04.2010
 

Ökoboom

Wie deutsche Firmen Amerika grüner machen

Von Henning Zander

Solaranlage in Kalifornien: Deutschland profitiert vom amerikanischen ÖkoboomZur Großansicht
REUTERS

Solaranlage in Kalifornien: Deutschland profitiert vom amerikanischen Ökoboom

In den USA startet die Ökowende, und Deutschlands Firmen profitieren davon: Mit Hochdruck exportieren sie Wind-, Solar- und Biotechnologie in die neue Welt. Sie hoffen auf Milliardengewinne - und treiben Amerikas grüne Revolution voran.

Hamburg - Viehherden und Ölpumpen haben lange Zeit das Bild von Texas geprägt. Doch wer den Weg zur Kleinstadt Roscoe einschlägt, dem eröffnet sich ein ganz anderes Panorama: 627 Windräder drehen sich dort, installiert vom deutschen Energieriesen E.on Chart zeigen. Mit einer Leistung von rund 780 Megawatt erzeugen sie Strom für gut 230.000 Haushalte. Trotz Erdöl gehört Texas mittlerweile zu den weltweit wichtigsten Standorten für Windenergie.

Der Wandel in Texas verdeutlicht einen Megatrend: Amerika erlebt die grüne Revolution - und Deutschland profitiert davon. Für deutsche Firmen sind das gute Nachrichten: Sie sind mitten drin im Boom. "Obama hat die Nachfrage nach erneuerbaren Energien und nach Produktionstechniken befeuert", sagt Thorsten Herdan, Geschäftsführer des Verbands deutscher Anlagen- und Maschinenbau (VDMA).

Schon zu Zeiten der Bush-Administration zeichnete sich diese Entwicklung ab. Kalifornien verhängte strenge Klimaschutzvorschriften, die Solarindustrie florierte. Georgia nutzt seine dichten Wälder zusehends für die Produktion von Holzpellets und Biokraftstoffen. Unter Barack Obama beschleunigt sich nun die Ökowende: Amerikas neuer Präsident will den Anteil erneuerbarer Energien an der Gesamtversorgung bis 2012 auf zehn Prozent steigern - und bis spätestens 2025 auf 25 Prozent.

Rund 70 Milliarden Dollar des von Obama im vergangenen Jahr angeschobenen Konjunkturprogramms in Höhe von etwa 787 Milliarden Dollar sollen über zehn Jahre verteilt in den Umbau des amerikanischen Energiesektors fließen. Neben der Modernisierung des Stromnetzes, der Förderung von energieeffizienten Gebäuden und emissionsarmen Fahrzeugen steht der Ausbau erneuerbarer Energien an vorderster Stelle.

Amerikanische Ökounternehmen profitieren gerne von deutschem Know-how. Viele von ihnen können sich eine Zusammenarbeit mit deutschen Partnern sehr gut vorstellen - als Joint Venture, Innovationspartnerschaft oder als Zulieferer. Dies geht aus einer aktuellen Umfrage der Unternehmensberatung Roland Berger unter 300 amerikanischen und deutschen Unternehmen hervor.

Gute Aussichten bei Wind, Solar und Biosprit

Die deutsche Windenergiebranche profitiert schon jetzt vom US-Boom. Deutsche Zulieferer haben einen Marktanteil von etwa 60 Prozent bei Windanlagenkomponenten in den USA. Binnen weniger Jahre haben die USA Deutschland als wichtigsten Windenergiemarkt übertroffen. Allein 2009 wurden Windkraftanlagen mit einer Leistung von fast 10.000 Megawatt neu installiert. Damit liegt die Gesamtleistung in den USA nach Angaben des Global Wind Energy Council bei rund 35 Gigawatt gegenüber 25,8 Gigawatt in Deutschland und 25,1 Gigawatt in China. Und der Markt soll weiter rasant wachsen.

Auch in der Solarbranche sind die Zuwachszahlen beachtlich. Die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen stieg nach Angaben des Branchenportals Greentech Media Research zwischen 2000 und 2008 um jährlich 71 Prozent. Bis 2012 werden weiter rund 48 Prozent Zuwachs pro Jahr erwartet. Noch stehen rund 500 Megawatt neu installierte Leistung pro Jahr rund 3000 Megawatt in Deutschland gegenüber. Doch es ist absehbar, dass die USA langfristig Deutschland als wichtigsten Absatzmarkt für Photovoltaik überholen werden.

Deutsche Unternehmen wie Solarworld, Q-Cells oder Solon setzen große Hoffnungen in die USA. Dort sollen Einbußen in Deutschland kompensiert werden, die Kürzungen der Solarförderung ab Mitte des Jahres entstehen lassen. Die Chancen stehen gut: Die Obama-Milliarden in den USA haben laut des Bundesverbands Solarwirtschaft noch längst nicht ihre volle Wirkung entfaltet. Nach Schätzungen von Greentech Media Research sollen die Investitionen in der Photovoltaik bis 2012 auf rund sechs Milliarden Dollar steigen, 2009 lagen sie noch bei 2,35 Milliarden.

Auch die deutsche Biosprit-Branche schaut gespannt auf den amerikanischen Markt. Noch exportiert die Branche recht wenig. Derzeit liegt die Exportquote bei 10 bis 15 Prozent. Langfristig soll sie dank US-Boom auf fast 30 Prozent steigen. "Was Biokraftstoffe angeht, sind die USA sehr weit", sagt Bernd Geisen, Geschäftsführer des Bundesverbands Bioenergie. Bis 2030 sollen 20 Prozent der Treibstoffe aus Biomasse hergestellt werden. Auch bei Kraftwerken eröffnen sich Möglichkeiten. "Besonders in den Bundesstaaten mit einem hohen Agraranteil sind Biogasanlagen und Heizkraftwerke mit Biomasse von Interesse."

Beispiel Georgia: Der Bundesstaat verfügt nicht nur über riesige Anbauflächen für Getreide, Sojabohnen und Raps, sondern auch über einen der größten Bestände bewirtschafteter Wälder in den USA. Die Ansiedlung von Bioenergieunternehmen wird mit ermäßigten Steuersätzen und beschleunigten Genehmigungsverfahren erleichtert. Hier baut RWE-Innogy, das auf erneuerbare Energien spezialisierte Tochterunternehmen des Energieversorgers RWE, eine der weltweit größten industriellen Anlagen zur Pelletproduktion. Ab 2011 sollen jährlich rund 1,5 Millionen Tonnen Holz zu Pellets verarbeitet werden.

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insgesamt 23 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
19.04.2010 von m-pesch: ....

Und was wollen Sie uns damit jetzt sagen. Das die Deutschen nix taugen, die Chinesen mal wieder alles von den Deutschen geklaut haben, das die Amis zu blöd sind zu erkennen das deutsche Technik die beste ist? Welche [...] mehr...

19.04.2010 von Knutie: Wie ist das möglich?

Wie ist das möglich, wenn "Deutsche Zulieferer haben einen Marktanteil von etwa 60 Prozent bei Windanlagenkomponenten in den USA."? mehr...

19.04.2010 von moonman: Mit Dollar bezahlt werden?

Know how, Solaranlagen, Ingenieurleistungen usw. nicht gegen grünes bedrucktes Papier oder Geldbits im Computer. Landwirtschaftliche Erzeugnisse und Rohstoffe würde ich als Bezahlung annehmen. Meinetwegen auch veredelte [...] mehr...

19.04.2010 von Eremes: Herr

Tatsachge aber ist, 2009 und 2010 haben chinesische Firmen mehr Wind-, Solar- und Biotechnologie in die USA exportiert als wir, Deutsche. mehr...

19.04.2010 von diefreiheitdermeinung: Patenter Unsinn

nach dem Schema "am deutschen Wesen soll die Welt genesen". Wenn e-on in den USA oder (dort schon laenger: in Grossbritannien) investiert bedeutet das fuer die deutsche Volkswirtschaft nicht unbedingt etwas Positives. Es [...] mehr...

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