Hamburg/New York - Die US-Immobilienkrise hat ein juristisches Nachspiel für Goldman Sachs, Amerikas größte Wall-Street-Bank. Die US-Börsenaufsicht SEC erhob am Freitag Betrugsklage gegen den Finanzriesen und einen seiner Vizepräsidenten (komplette Anklageschrift: siehe linke Spalte).
Der Vorwurf: Goldman Sachs habe Investoren hintergangen, indem es ihnen die Risiken eines komplexen Investmentprodukts vorenthalten habe. Das Produkt war an die berüchtigten Subprime-Hypotheken gekoppelt, die die weltweite Finanzkrise mit ausgelöst haben sollen.
Der Schaden für die Anleger wird auf eine Milliarde Dollar beziffert. Der Konzern wies die Anschuldigungen zurück: "Die Anklagepunkte der SEC sind in jeder Hinsicht vollkommen unzutreffend. Wir werden energisch dagegen vorgehen, um unser Unternehmen und unseren Ruf zu verteidigen", teilte Goldman Sachs in einer Presseerklärung mit.
Die SEC-Vorwürfe verursachten am Freitagnachmittag ein Börsenbeben. Die Goldman-Aktie verlor zeitweise fast 15 Prozent an Wert und zog andere Finanzwerte mit in die Tiefe. An der Wall Street fiel der Dow-Jones-Index der 30 führenden Industriewerte nach vorläufigen Berechnungen um 125,91 Punkte oder 1,1 Prozent auf 11.018,66 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 34,43 Punkte oder 1,4 Prozent und schloss bei 2.481,26 Zählern. Auch in Deutschland rauschten die Bankenwerte kurz vor Börsenschluss nach unten. Titel der Deutschen Bank
verloren zeitweise mehr als sieben Prozent, Aktien der Commerzbank
fast drei. Der Dax
gab um 1,5 Prozent auf 6199 Zähler nach.
Im Sog der Kursverluste verlor auch der Ölpreis an Wert. Ein Fass der Sorte Fass WTI verbilligte sich um 3,3 Prozent auf 82,75 Dollar, die Sorte Brent wurde 2,6 Prozent niedriger bei 85,27 Dollar gehandelt.
Goldman Sachs soll wichtige Informationen verschwiegen haben
Es ist das erste Mal, dass die Börsenwächter bei einem derartigen Geschäft einschreiten. Für die Investmentbanken könnte das der Beginn härterer Zeiten bedeuten, denn viele von ihnen hatten ähnliche Finanzprodukte im Zusammenhang mit Hypotheken aufgelegt.
Bei der Klage, die die SEC beim New Yorker Bezirksgericht einlegte, geht es um sogenannte "collateralized debt obligations" (CDO), Kreditprodukte, die als wichtiges Refinanzierungsmittel für Banken auf dem Kapitalmarkt gelten. Im Zuge der Finanzkrise kamen sie in die Kritik, da sie sich immer mehr auf windige Investments stützten, etwa besagte Subprime-Hypotheken.
Nach Ermittlungen der SEC unterschlug Goldman Sachs wichtige Informationen über ein CDO, darunter die maßgebliche Rolle, die ein Hedgefonds bei der Portfolio-Auswahl spielte. Dieser Hedgefonds - Paulson & Co., einer der größten der Welt - habe einen Absturz dieser Werte bewusst einkalkuliert, um dann davon zu profitieren. "Das Produkt war neu und komplex", erklärte SEC-Chefermittler Robert Khuzami, "aber der Betrug und die Konflikte sind alt und simpel."
Goldman habe einem Klienten - dem besagten Hedgefonds - erlaubt, das CDO-Portfolio zu beeinflussen, obwohl der Investor dagegen gewettet habe, schreibt die SEC in der Klage. "Zugleich habe man anderen Investoren versichert, dass diese Kreditprodukte von einer unabhängigen, objektiven dritten Partei ausgewählt worden seien."
Weitere Klagen möglich
Bei dem angeklagten Goldman-Vizepräsidenten handelt es sich um Fabrice Tourre, der für die inkriminierte CDO (intern als "ABACUS 2007-AC1" bekannt) verantwortlich gewesen sein soll. Tourre habe angeblich von der doppelten Agenda Paulsons gewusst, so die SEC.
Die Goldman-Klage ist Teil eines breiten Ermittlungsvorstoßes der SEC gegen die Wall Street im Zusammenhang mit der Kreditkrise. SEC-Abteilungsleiter Kenneth Lench kündigte weitere Klagen "gegen Investmentbanken und andere" an: Die Behörde untersuche derzeit alle komplexen Hypotheken-Finanzprodukte, die in jener Zeit zum Absturz der gesamten Branche geführt hätten.
Es ist bereits das zweite Mal in zwei Tagen, dass Negativnachrichten über Goldman Sachs die Anleger schockieren. Laut "Financial Times Deutschland" hat ein Fonds der Großbank nahezu sein gesamtes Eigenkapital in Höhe von 1,8 Milliarden Dollar verloren. Als Grund für den gigantischen Verlust nannte die Zeitung die mit hohen Krediten finanzierten Käufe von Immobilien gerade auch in Deutschland. Die Bundesrepublik sei nach den USA das zweitgrößte Zielland bei dem im Jahr 2005 aufgelegten Fonds gewesen.
pit/ssu/dpa-AFX
Auf anderen Social Networks posten:
Obama noch mit den alten Irrenhäusern in der sozialistischen vor89-Kultur zu tun haben? Aber er wird schon einiges, wenn auch lange nicht alles, richten. Das ist meine Hoffnung und hat doch mit Sozialismus und Internierung [...] mehr...
Klardoch, ich verstehe nicht, wie Sie zum Obamahasser wurden. Sie haben offensichtlich sehr negative Erfahrungen als SPD Mitglied gemacht. Das habe ich noch begriffen, die Frauen! Aber sonst?.... Und ich wollte mich [...] mehr...
Mit dieser Frage wurden "Störer" des sozialistischen Paradieses ins Irrenhaus bugsiert. Schade für Sie das es das nicht mehr gibt ? Trauer darüber immer noch nicht überwunden ? Hoffen Sie darauf das Obama es schon [...] mehr...
Da bringens ein bisserl was durcheinander. Wenn schon dann wird die Geburtsurkunde nicht gefunden, und er ist wohl eher ein Kenianer, von Texas habe ich noch nichts gelesen. Gehts Ihnen noch gut, wo sie doch schon so einiges [...] mehr...
Die armen Kleinspender haben in Tat und Wahrheit den Reps gespendet, das weiss doch jedes Kind. Und Obama ist ein Texaner, der seine Geburtsurkunde gefälscht hat. Gehts Ihnen noch gut? mehr...
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wirtschaft | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte | RSS |
| alles zum Thema SEC | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH