Wirtschaft



ThemaKarstadtRSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
26.04.2010
 

Insolvente Warenhauskette

Karstadt-Bieter spekuliert auf Staatshilfen

Karstadt-Filiale in Düsseldorf: Hoffnung auf staatliche UnterstützungZur Großansicht
ddp

Karstadt-Filiale in Düsseldorf: Hoffnung auf staatliche Unterstützung

Der Finanzinvestor Triton will den maroden Karstadtkonzern übernehmen - und hofft dabei offenbar auf Hilfe des Bundes. Laut einem Zeitungsbericht wünscht sich der Bieter staatliche Absicherung für neue Bankkredite. Triton selbst kündigte Einschnitte bei unrentablen Filialen an.

Essen/Hamburg - Im Zusammenhang mit dem Kauf der insolventen Warenhauskette Karstadt hat die Beteiligungsgesellschaft Triton offenbar auch staatliche Hilfen ausgelotet. Bei einer Anfrage an die Bundesregierung sei es um die Absicherung frischer Bankdarlehen gegangen, berichtet die "Welt".

Ein Triton-Sprecher wollte sich nach Angaben der Zeitung nicht zu den Plänen für staatliche Hilfen äußern. Er habe lediglich mitgeteilt, dem Angebot für die Kaufhauskette liege ein Konzept zu Grunde, "das nicht auf zusätzliche Hilfe angewiesen ist".

Am Markt gilt es als schwierig, ohne Absicherung größere Kredite für das Unternehmen zu bekommen. Karstadt und die Muttergesellschaft Arcandor hatten im vergangenen Jahr Insolvenz anmelden müssen, nachdem der Staat Hilfen verweigert hatte.

Die deutsch-schwedische Beteiligungsgesellschaft Triton hatte am Freitag als einzige ein Kaufangebot für die 120 Karstadt-Kaufhäuser abgegeben. Der Investor fordert allerdings weitere Zugeständnisse von den Gläubigern und den Mitarbeitern. Die Gewerkschaft Ver.di kündigte kurzfristige Gespräche an.

Triton moniert den Einfluss der Gewerkschaften

Zu den möglichen Entlassungen sagte der Sprecher, es sei Tatsache, "dass 5.000 Mitarbeiter bei Karstadt in Bereichen arbeiten, die Verluste schreiben". Diese Bereiche müssten saniert werden - entweder durch Einschnitte beim Personal, Drittvermietung oder zeitweise Schließung unrentabler Flächen. Die "Bild am Sonntag" hatte berichtet, Triton wolle 4000 der 25.000 Stellen streichen.

Außerdem hat der potentielle Käufer nach SPIEGEL-Informationen in zwei Punkten Klärungsbedarf angemeldet. Zum einen geht es um die in der Branche als zu großzügig geltenden Regelungen mit den Arbeitnehmern. Das Unternehmen sei einst "quasi an die Gewerkschaften verkauft" worden, heißt es aus dem Umfeld des Investors. Die Tarifverträge seien so nicht haltbar.

Dazu verlangt Triton, die Mieten der Kaufhäuser weiter zu reduzieren. Die große Mehrzahl der verbliebenen 120 Karstadt-Filialen gehört dem Immobilienfonds Highstreet der Investmentbank Goldman Sachs, die seit der Insolvenz einer der größten Gläubiger Karstadts ist. Der Karstadt-Gläubigerausschuss soll über das Angebot bis nächsten Freitag entscheiden.

jok/dpa-AFX

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Forum

insgesamt 3 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
26.04.2010 von Celestine: Milliardendärensozialhilfe ...

Ja ja, es scheint sich bis zu den internationalen Heuschrecken herumgesprochen zu haben, dass der Staat in Deutschland dem armen Milliardär bei seinen Investments unter die Arme greift! Denn es geht schließlich um JOBS!, die er [...] mehr...

26.04.2010 von lynx2: Schäuble wird auch das durchgehen lassen:

-------- Wer für Hoteliers p.a. auf 1 Mrd. MwSt. verzichten kann, kann auch für Karstadt was drauflegen und für Opel und für Griechenland und .. und .. und .. für die Hypo Real Estate usw. mehr...

26.04.2010 von lynx2: Schäuble wird auch das durchgehen lassen:

-------- Wer für Hoteliers p.a. auf 1 Mrd. MwSt. verzichten kann, kann auch für Karstadt was drauflegen und für Opel und für Griechenland und .. und .. und .. für die Hypo Real Estate usw. mehr...

Und Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit! zum Forum...

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte
alles zum Thema Karstadt

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Verwandte Themen


Insolvenz - nicht immer das Aus

Wann kommt es zu einer Insolvenz?

Es kommt zu einer Insolvenz, wenn die Zahlungsunfähigkeit droht oder eingetreten ist oder das Unternehmen überschuldet ist. Wenn kein Geld mehr in der Kasse ist, wird umgangssprachlich auch davon gesprochen, dass ein Unternehmen pleite ist. Das Unternehmen oder ein Gläubiger stellen dann nach der Insolvenzordnung beim Amtsgericht einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Umgangssprachlich sagt man auch: Sie melden Insolvenz an.

Welche Ziele werden mit dem Insolvenzverfahren verfolgt?

Warum muss Insolvenz nicht das Aus bedeuten?

Wie läuft das Insolvenzverfahren praktisch ab?

Wer kommt als Insolvenzverwalter in Betracht?






TOP



TOP