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03.05.2010
 

Interne Wall-Street-E-Mails

"Jetzt wird's schmutzig"

Von Marc Pitzke, New York

Zentrale von Goldman Sachs: Im Zweifel lieber nicht abschickenZur Großansicht
REUTERS

Zentrale von Goldman Sachs: Im Zweifel lieber nicht abschicken

Sie waren die Götter des Geldes, jetzt trifft die Goldman-Sachs-Banker der geballte Zorn. Sie hatten Kunden Investments verkauft, die später massiv an Wert verloren. Interne Mails belegen das zynische Geschäftsgebaren der Finanzmanager. SPIEGEL ONLINE dokumentiert die drastischsten Schreiben.

Im elektronischen Zeitalter geben Juristen und Firmenberater oft den gleichen Rat: Im Zweifel die E-Mail nicht absenden! Ein Drittel aller US-Arbeitgeber hat bereits jemanden wegen einer E-Mail gefeuert, die im Ton daneben lag oder den Verfasser anderweitig kompromittierte. Die Juristin Sharon Nelson empfiehlt, vor dem folgenschweren Tastendruck stets eine Regel zu beachten: "Stellen Sie sich vor, Ihre E-Mail erscheint in einer großen Tageszeitung."

Dem Top-Management der Großbank Goldman Sachs Chart zeigen war diese goldene Regel offenbar unbekannt. Seit die US-Börsenaufsicht SEC Betrugsklage gegen das führende Wall-Street-Haus und Fabrice Tourre, einen seiner Vizepräsidenten, erhoben hat, tauchen in US-Zeitungen in schöner Regelmäßigkeit peinliche Mails auf, die die Behörden auf den Servern des Unternehmens sichergestellt haben.

Die SEC zitierte sie in ihrer Klage, und ein Untersuchungsausschuss des Senats publizierte einen ganzen Schwall in einem 901-seitigen Aktenberg sowie in 581 weiteren Seiten für einen parallelen Bericht zur Rolle der Rating-Agenturen bei der Finanzkrise. Goldman legte schließlich selbst nach und veröffentlichte von sich aus 49 weitere Seiten mit E-Mails. Wie ratsam das aus juristischer Sicht war, muss sich allerdings erst zeigen.

Es sind E-Mails, die nie an die Öffentlichkeit gelangen sollten. Die interne Kommunikation ist voller kruder Zoten, jovialer Kumpeleien und zynischer Selbstüberschätzung. Die Texte offenbaren den krassen Gegensatz zwischen den öffentlichen, optimistischen Äußerungen Goldmans in den Krisenjahren 2006 bis 2008, etwa in den Jahres- und Quartalsberichten und der internen, überwiegend arrogant-negativen Einschätzung.

SPIEGEL ONLINE hat einige Beispiele dokumentiert - Worte, bei denen sich die Absender heute denken dürften: Im Zweifel die E-Mail nicht absenden!

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insgesamt 32 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
04.05.2010 von Realo: Die Kunden.....

....sind auf jeden Fall mitschuldig. Wer kauft ein Finanzprodukt was er nicht versteht ? Ich hatte noch Anfang 2008 einen Anruf, von meiner sonst "relativ seriös" agierenden Sparkasse. Man lockte mit hohen Renditen. [...] mehr...

04.05.2010 von Deuterium: Richtig

Volle zustimmung! Für was sind denn banken eigentlich da? Dass sie sich selbst in massiver form am gemeinwesen bereichern und dafür als gegenleistung, dienstleistung für sich selbst betreiben? Am ende zahlt der [...] mehr...

04.05.2010 von Tobermory: Das ist schon starker Tobak.

Es stellt sich doch die Frage, ob Herr Ackermann im Vergleich zu solchen Leuten eine Lichtgestalt ist. Ich will es hoffen und kann mir nicht vorstellen, dass eine solche Attitüde in allen Banken üblich ist. mehr...

04.05.2010 von dakra: Interessanter Hinweis von Fab!

Interessante Anmerkungen von Fab... Mir kommt es so vor als habe er ein Produkt kreiert an dessen Bewertungsmethodik er selbst nicht so recht glaubt. Da frage ich mich, wie das möglich ist! Normalerweise müssen neue [...] mehr...

04.05.2010 von wolff966: Und..

deshalb geht das Spiel weiter.Politiker sind nicht unfähig,sie sind schlichtweg Nutzniesser dieses Systems.Eine andere Erklärung erscheint mir garnicht plausibel.Warum sitzen Kanzleien(Lazard &Co,Linkwater etc) in den [...] mehr...

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Die Akteure in der Goldman-Affäre

Goldman Sachs

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Die US-Investmentbank soll Investoren um eine Milliarde Dollar geprellt haben. Die Börsenaufsicht SEC hat eine Zivilklage gegen die Bank eingereicht. Im Zentrum der Klage: Sogenannte "collateralized debt obligations" (CDO). Die fragliche CDO trug den Namen "Abacus 2007-AC1". Dieses "synthetische" Spekulationsvehikel war nichts anderes als ein Portfolio aus weiteren Kunstprodukten: "Credit default swaps" (CDS) - virtuelle Versicherungsverträge, mit denen sich Großbanken gegen Verluste auf dem Immobilienmarkt absicherten.

Der Hedgefonds-Milliardär John Paulson soll von Anfang an auf ein Scheitern von "Abacus" spekuliert haben - und zwar mit dem Wissen der Goldman-Sachs-Verantwortlichen. Die Bank streitet die Vorwürfe als "völlig haltlos" ab und will sich und die eigene Reputation "energisch verteidigen".

Fabrice Tourre

John Paulson

Börsenaufsicht SEC

Finanzmakler ACA

IKB


CDO

Was sind CDOs?

Als Collateralized Debt Obligation, kurz CDO, bezeichnet man eine bestimmte Klasse Finanzprodukte. In CDOs werden zahlreiche Wertpapiere zu neuen Paketen zusammengeschnürt - Papiere mit hohem Ausfallrisiko werden dabei mit sichereren Anlagen kombiniert.

Wie setzen sie sich zusammen?

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