New York - Finanzkrise? Betrugsverdacht? War da was bei Goldman Sachs? Zumindest sieht es nicht danach aus. Denn bei dem Geldhaus, das in der Finanzbranche noch immer als das Nonplusultra gilt, laufen die Handelsgeschäfte derzeit so gut wie nie.
Erstmals in seiner Geschichte hat das Institut in dem wichtigen Unternehmensbereich an jedem einzelnen Geschäftstag eines Quartals Geld verdient. An 35 der 63 Arbeitstage hat die Bank sogar mehr als hundert Millionen Dollar Plus gemacht - und an keinem weniger als 25 Millionen. Die Zahlen stammen aus einer Goldman-Mitteilung an die Börsenaufsicht SEC vom Montag. Goldman begründete den Erfolg mit einem robusten Risikomanagement und den boomenden Märkten in den ersten drei Monaten des Jahres.
Die Zahlen könnten den Ärger der Öffentlichkeit auf die Bank noch verstärken und auch die Politiker darin bestärken, die Finanzmärkte strenger zu regulieren. Goldman wird vorgeworfen, vom Absturz der Hypothekenmärkte profitiert zu haben. Die Bank erklärte am Montag zudem, weitere Ermittlungen und Klagen von Investoren im Zuge der Betrugsvorwürfe nicht auszuschließen. Es sei davon auszugehen, dass weitere Aktionäre gegen Goldman vorgingen, hieß es in einem Schreiben an die SEC.
Die Aufsichtsbehörde hat die Bank Mitte April angeklagt und wirft ihr vor, Anlegern bewusst wichtige Informationen über ein komplexes Investmentprodukt vorenthalten zu haben. Betroffen von dem Schaden, der auf rund eine Milliarde Dollar geschätzt wird, ist auch die deutsche Bank IKB. Goldman hat die Vorwürfe zurückgewiesen.
böl/Reuters/dpa-AFX
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