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13.05.2010
 

Untersuchungen wegen Rating-Tricks

US-Ermittler knöpfen sich Großbanken vor

Wall Street: Wer verantwortet die Krise?Zur Großansicht
AFP

Wall Street: Wer verantwortet die Krise?

Wieso haben Rating-Agenturen Ramschhypotheken jahrelang exzellent bewertet? Dieser zentralen Frage der Finanzkrise geht die US-Justiz jetzt nach: Sie prüft laut "New York Times", ob die Banken getrickst haben. Auch die Deutsche Bank soll sich erklären - und gerät zugleich in einem anderem Verfahren unter Druck.

New York - Die New Yorker Staatsanwaltschaft hat der "New York Times" zufolge Untersuchungen gegen mehrere Geldinstitute eingeleitet - darunter auch die Deutsche Bank. Unter Berufung auf zwei Insider schreibt die Zeitung, die Institute stünden im Verdacht, Rating-Agenturen durch falsche Informationen zu einer Besserbewertung ihrer Hypotheken-Absicherungen bewegt zu haben. Durch diese positiveren Bewertungen seien dann Anleger zum Kauf der Papiere veranlasst worden.

Generalstaatsanwalt Andrew Cuomo hat demnach außer der Deutschen Bank Chart zeigennoch sieben Institute im Visier: Goldman Sachs Chart zeigen, Morgan Stanley Chart zeigen, UBS Chart zeigen, Citigroup Chart zeigen, Credit Suisse Chart zeigen, Credit Agricole Chart zeigenund Merrill Lynch Chart zeigen, das jetzt der Bank of America Chart zeigengehört. Bei den Rating-Agenturen handele es sich um die drei Großen der Branche, Standard & Poor's, Fitch und Moody's.

Sie stehen seit Ausbruch der Finanzkrise im Fokus der Kritik, weil sie faule Hypothekenpapiere (CDOs, siehe Kasten links) zu gut bewertet hatten und Anleger durch die unzuverlässigen Informationen große Verluste erlitten haben. Durch Cuomos Untersuchungen verschiebt sich nun der Blick auf die Informationen, mit denen die Rating-Agenturen einst von den Banken versorgt wurden. Außerdem werden mehrere Fälle beleuchtet, in denen Banken den Agenturen Mitarbeiter abwarben und sie dann auf die umstrittenen Hypothekenpakete ansetzen. Die "New York Times" hatte schon Ende April berichtet, dass Banken sich Berechnungsformeln der Rating-Agenturen besorgt hatten, um so deren Bewertungsmechanismus zu beeinflussen und auszuhebeln.

Die Deutsche Bank Chart zeigenkommt wegen der Enthüllungen an der Börse unter Druck. Die Aktie schloss am Donnerstag um 1,5 Prozent im Minus.

Das Geldinstitut lehnte zunächst wie Morgan Stanley und Credit Suisse jeden Kommentar zu den Untersuchungen ab, die anderen Institute reagierten gar nicht erst auf Anfragen. Erst am Abend sagte ein Sprecher der Deutschen Bank in Frankfurt, man sei überzeugt, sich stets korrekt verhalten zu haben, und werde mit den Behörden zusammenarbeiten, um seine Position zu untermauern.

US-Berichte: Auch SEC hat Deutsche Bank im Visier

Diese Reaktion bezog sich auch auf Berichte des "Wall Street Journal" und des US-Wirtschaftssenders Fox Business, denen zufolge die Bank inzwischen außerdem ins Visier der US-Börsenaufsicht SEC geraten ist. Sie und die Citigroup sind demnach Gegenstand von Untersuchungen, von denen bisher öffentlich nur bekannt war, dass sie sich gegen Goldman Sachs und zuletzt auch Morgan Stanley richten. In dem Verfahren geht es darum, ob Banken Anleger beim Verkauf von CDOs in die Irre geführt haben.

Deutsche Bank und Citigroup seien von der SEC zu detaillierten Informationen über die Vorgänge aufgefordert worden, meldet Fox Business. Die Untersuchungen seien noch nicht abgeschlossen Das "Wall Street" Journal schreibt, SEC und Staatsanwalt Cuomo arbeiteten in diesem Fall eng zusammen. Es seien aber nur Vorermittlungen, zurzeit würden Beweise gesammelt. Die Banken haben den Berichten zufolge noch keine "Wells Notice" erhalten - mit einem solchen Schreiben informiert die SEC Unternehmen darüber, dass sie einen Verdacht auf Rechtsverstöße hegt und deshalb ermittelt.

Auch SEC und Citigroup äußerten sich nicht offiziell zu dem Verfahren.

Goldman Sachs steht derzeit im Fokus des SEC-Verfahrens. Die Börsenaufsicht hat die weltgrößte Investmentbank wegen Betrugverdachts angeklagt, weil sie Anleger falsch über verbriefte Hypothekenkredite informiert haben soll - während sie selbst zugleich auf einen Kursverfall der Papiere wettete.

plö/dpa/Reuters

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insgesamt 73 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
15.05.2010 von JürgenWerner: Ja und ?

WSa sind diese Rating-Leute ? Eine Behörde, eine staatliche Instanz, die Prüfungen vornimmt und für ihre Urteile einsteht ? Nichts von allem. Sie sind eine private Firma, die angeblich das versteht, was die meisten Leute nicht [...] mehr...

14.05.2010 von mike_36: Ohnmacht darf nicht sein

Hier die Ohnmacht, dort die Allmacht. Eine Sache, die in der Tat nach Kontrolle schreit! Nicht die Banken, sondern diejenigen, die im Hintergrund die Strippen ziehen, bedürfen der Kontrolle.[/QUOTE] Es geht noch weiter [...] mehr...

14.05.2010 von Tall Sucker: Keine rechtliche Handhabe

Weil es das Gesetz nicht vorsieht. Es fehlt bereits an einer entsprechenden Behörde: die Aufsichtsämter sollen nur die Funktionsfähigkeiten des Finanzsystems (im Klartext: Verhinderung von Bankpleiten) sicherstellen. Sonstige [...] mehr...

14.05.2010 von toskana2: Paradoxa

Das neueste Paradoxon: Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Der "Markt" lässt eine der wichtigsten Weltwährungen stürzen wegen ... eines Anschlags in Athen! Hier die Ohnmacht, dort die Allmacht. [...] mehr...

14.05.2010 von pablo morales: Mike Milken

Daß noch Jemand den JunkBond König Michael Milken kennt! mehr...

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Wie Rating-Agenturen arbeiten

Geschichte

Die Geschichte der Rating-Agenturen reicht ins 19. Jahrhundert zurück, als das US-Eisenbahnnetz sich über den Kontinent ausdehnte. Das erforderte Kredite, die die Banken nicht alleine schultern konnten. Industrieunternehmen begannen, Anleihen auszugeben, um an Geld zu kommen. Heute dominieren drei Agenturen den Markt: Standard & Poor's, Moody's und Fitch.

Standard & Poor's

Moody's

Fitch

Wie die Agenturen arbeiten

Die Noten der Rating-Agenturen

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Kritik


CDO

Was sind CDOs?

Als Collateralized Debt Obligation, kurz CDO, bezeichnet man eine bestimmte Klasse Finanzprodukte. In CDOs werden zahlreiche Wertpapiere zu neuen Paketen zusammengeschnürt - Papiere mit hohem Ausfallrisiko werden dabei mit sichereren Anlagen kombiniert.

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