Peking - Ein weiterer Mitarbeiter des Elektronikherstellers Foxconn hat Selbstmord begangen. Der Todesfall ereignete sich kurz nachdem der Firmenchef mit einer Gruppe von Journalisten die Fabrik besucht hatte.
Bei dem iPhone-Hersteller hat es seit Jahresbeginn eine Serie von Selbstmorden gegeben. Es war bereits der elfte tödliche Zwischenfall. Zwei Mitarbeiter wurden zudem bei versuchten Selbstmorden schwer verletzt. Arbeitsrechtsorganisationen machen den hohen Druck bei gleichzeitig schlechter Bezahlung verantwortlich.
Firmenchef Terry Gou hatte am Mittwoch versucht, die Vorwürfe zu entkräften. Er zeigte Journalisten die Fabrik, einen Swimmingpool und eine Telefon-Hotline, an die sich Mitarbeiter mit emotionalen Problemen wenden können. "Wir brauchen etwas Zeit", sagte Gou, "aber wir sind extrem entschlossen und zuversichtlich, die Lage in den Griff zu kriegen".
Foxconn greift nach der Suizidserie inzwischen zu drastischen Mitteln: Die Beschäftigten erhielten laut chinesischen Medien einen Brief, in dem sie sich schriftlich verpflichten müssen, sich nicht selbst zu töten. Die Beschäftigten erlaubten mit ihrer Unterschrift dem Unternehmen zudem, sie "zum eigenen Schutz und dem anderer" in eine psychiatrische Klinik zu schicken, sollten sie in einer "anormalen geistigen oder körperlichen Verfassung sein".
Vor Mitternacht sprang wieder ein Beschäftigter in den Tod. Aus dem siebten Stock eines Wohnheims, wie Augenzeugen berichteten. Die Polizei sprach von einem Selbstmord. In der Fabrik arbeiten mehr als 300.000 Beschäftigte. Foxconn fertigt für Weltkonzerne wie Apple, Hewlett-Packard, Dell und Sony.
Angesichts der Selbstmordserie will der US-Computerbauer Dell die Arbeitsbedingungen bei Foxconn überprüfen. Eine Dell-Sprecherin sagte, wenn nötig, würden "angemessene Maßnahmen" ergriffen: "Wir erwarten von unseren Zulieferern die gleichen hohen Standards wie in unseren eigenen Werken."
cte/dpa/AFP
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