Essen - Bei der Suche nach einem Käufer für die insolvente Kaufhauskette Karstadt ist angeblich noch kein Ende in Sicht. Der Gläubigerausschuss habe das Ziel aufgegeben, am Freitag endgültig einen Investor für Karstadt auszuwählen, berichtet die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf mehrere Gläubigervertreter. Die Frist werde daher ein zweites Mal verlängert.
Am Freitag endet die Frist zur Unterzeichnung eines Angebots für die insolvente Kaufhauskette Karstadt. Am Vormittag will der Gläubigerausschuss in der Essener Hauptverwaltung des Konzerns über die vorliegenden Offerten beraten.
Am Freitagmorgen hatte das Vermieter-Konsortium Highstreet ein Angebot vorgelegt, wie ein Sprecher des Immobilienfonds mitteilte. Weitere Details wollte er nicht nennen. Highstreet gehört die Mehrzahl der Karstadt-Immobilien. Hinter dem Gremium steht die Investmentbank Goldman Sachs, die eine Mehrheit besitzt. Weitere Partner sind die Deutsche Bank und die italienischen Unternehmen Borletti, Generali und Pirelli. Borletti hat bereits Warenhaus-Erfahrung mit der italienischen Kette La Rinascente und dem französischen Kaufhaus Printemps gesammelt.
Neben der Highstreet-Offerte gibt es laut Insolvenzverwalter Angebote von der deutsch-skandinavischen Beteiligungsgesellschaft Triton sowie vom Investor Nicolas Berggruen, die beide aber an Bedingungen geknüpft sind. Die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di hatte sich zuletzt außer für Berggruen auch für Highstreet stark gemacht, von dem bislang allerdings bislang kein Angebot vorliegt.
Derzeit betreibt Karstadt bundesweit noch 120 Filialen und beschäftigt rund 25.000 Mitarbeiter. Am 31. Mai will das Amtsgericht Essen über den Insolvenzplan entscheiden. Dieser Termin würde laut Zeitung verschoben, wenn der Gläubigerausschuss die Frist erneut verlängere.
mik/ddp
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