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23.06.2010
 

Büro-Alltag

Hey Boss, ich brauch mehr Geld!

Verhandlungssituation: Kein Gehaltsgespräch ohne VorbereitungZur Großansicht
Corbis

Verhandlungssituation: Kein Gehaltsgespräch ohne Vorbereitung

Beim Chef um mehr Geld betteln - vielen ist ein solches Gespräch unangenehm. Doch die jährlichen Verhandlungen sind extrem wichtig, denn von allein wird der Arbeitgeber kaum mehr Gehalt bieten. Managementberater Rüdiger Klepsch verrät, wie Sie am besten vorgehen.

Kaum ein Thema ist auf Arbeit so wichtig wie das Gehalt. Man vergleicht, mäkelt, schimpft - und fühlt sich in der Regel unterbezahlt. Dabei ist das Gehalt nicht der zentrale Motivationsfaktor, das belegen zahlreiche Studien. Wenn Mitarbeiter den Arbeitsplatz wechseln, dann meist deshalb, weil sie mit ihrem Vorgesetzten unzufrieden sind. Und trotzdem: Geld spielt eben doch eine wichtige Rolle - zum Beispiel für die Bereitschaft, Überdurchschnittliches zu leisten.

Die große Frage ist nur: Wie bittet man den Chef um eine Gehaltserhöhung?

Was Sie auf keinen Fall tun sollten:

  • Alle halbe Jahre bei dem Vorgesetzten vor der Tür stehen.
  • Nörgeln und unken.
  • Utopische Forderungen aufstellen.
  • Vermeiden Sie Vergleiche mit Kollegen.
  • Kein Gehaltsgespräch ohne Vorbereitung.

Was sollte man also tun?

Das A und O ist die Vorbereitung des Gesprächs. Zentrale Fragen sind:

  • Steht überhaupt ein Gehaltsgespräch an?
  • Wann war die letzte Erhöhung?
  • Wie ist die Geschäftslage?
  • Was ist branchenüblich?
  • Was haben Sie geleistet?
  • Welche Gegenargumente könnten kommen, wie wollen Sie damit umgehen?

Noch wichtiger ist allerdings eine andere Sache: Können Sie sich verkaufen? Insbesondere Menschen, die es für anrüchig halten, die eigene Arbeitsleistung anzupreisen und über die eigenen Fähigkeiten zu sprechen, lassen sich zu schnell aus dem Gespräch treiben. Die Devise lautet also: "Tu Gutes und sprich darüber!"

Wenn Sie dabei Schwierigkeiten haben, suchen Sie einen Vertrauten, mit dem Sie dieses Gespräch üben können. Klingt albern, aber Sie werden feststellen: Sie werden mit jedem Versuch sicherer - und Sie entwickeln automatisch mögliche Erwiderungen auf Argumente der Gegenseite. Dabei ist es völlig egal, dass Sie es im einen Fall mit einem Rollenspieler zu tun haben und im anderen mit Ihrem echten Chef.

Ebenfalls wichtig: Schreiben Sie Ihre konkreten Erfolge des vergangenen Jahres auf, am besten tabellarisch. Vielleicht können Sie sogar die Effekte, die Ihre Arbeit für das Unternehmen hatte, beziffern.

Bevor Sie ins Gespräch einsteigen, sollten Sie sich konkret klarmachen, was Sie erreichen wollen. Wo liegt das Maximum? Wo liegt Ihre Schmerzgrenze? Wer kein Ziel hat, kommt nirgendwo an. Oder er kommt da an, wo andere ihn haben wollen.

Im Gespräch selbst heißt es dann: "Erst der Nutzen, dann der Preis!" Sprechen Sie also erst über Ihre Verdienste, und dann über Ihre Forderungen.

1. Schritt: Die aktuellen Leistungen aufzählen. Legen Sie dazu die vorgefertigte Auflistung auf den Tisch.

2. Schritt: Fragen Sie Ihren Vorgesetzen, wie er Ihre Leistungen bewertet. Wenn er unzufrieden ist, fragen Sie nach und bitten Sie um Konkretisierung.

3. Schritt: Benennen Sie Ihre Forderung.

4. Schritt: Gemeinsames Aushandeln. Achtung: Bleiben Sie hart in der Sache aber freundlich zur Person!

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insgesamt 6 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
23.06.2010 von pirx64: Tarif berücksichtigen

Liegt vielleicht auch daran das die Leute nach Tarif bezahlt werden und daher nicht selbst nach Gehaltserhöhung fragen sondern die Gewerkschaften pauschal alle Jahre wieder rumrandalieren mehr...

23.06.2010 von gsm900: Mehr Geld?

Laut CEO sollen wir uns über sichere Arbeitsplätze freuen. Danke Chef. mehr...

23.06.2010 von Highfreq: Probezeit?

Ist die Forderung nach einer Gehaltserhöhung nach der Probezeit von 6 Monaten "unverschämt"? Argumente für eine Gehaltserhöhung hätte ich zuhauf, es stellt sich mir jedoch die Frage ob es im IT-Management eher [...] mehr...

23.06.2010 von der_Pixelschubser: Wieso Feigheit?

Ob man es Feigheit nennen kann, lasse ich mal dahin gestellt. Ich fürchte eher, dass die Deutschen von der Sparwut unserer Regierung so beeindruckt sind, dass sie glauben, mehr Geld stünde ihnen nicht zu. Wird ja auch allenthalben [...] mehr...

23.06.2010 von atomkraftwerk: .

Es gibt gut und schlechte Arbeitgeber. Bei den guten wird man für seine Arbeit gleich ordentlich bezahlt und muss man nicht wöchentlich um mehr betteln. Bei den schlechten wird man immer ausgenutzt werden, da kann man nur abhauen. [...] mehr...

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Jeder kennt sie, die kleinen Ärgernisse des Büroalltags. Die Kollegen tratschen statt zu arbeiten, der Chef hat von Tuten und Blasen keine Ahnung - und für Sauberkeit in der Kaffeeküche fühlt sich keiner zuständig.

Wenn es Ihnen ähnlich geht, dann schildern Sie uns Ihre Bürosorgen per Mail , gern auch anonym. Managementberater Dr. Rüdiger Klepsch nimmt sich des Problems an - und gibt Tipps, wie Sie die Situation am besten meistern.


Zum Autor

Rüdiger Klepsch
Rüdiger Klepsch arbeitet seit 1990 als Managementberater (Dr. Klepsch & Partner). Er hilft Führungskräften und Mitarbeitern, ihre kommunikativen und sozialen Fertigkeiten zu verbessern. Zuvor war der studierte Psychologe als Psychotherapeut am Universitätsklinikum Eppendorf in Hamburg tätig.

Aktuelle Urteile und juristische Erläuterungen rund ums Arbeitsrecht finden Sie auf Legal Tribune ONLINE.

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