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04.06.2010
 

Büro-Alltag

Loben leicht gemacht

Arbeitskollegen: Das Ausbleiben von Kritik ist Anerkennung genug? Weit gefehlt!Zur Großansicht
Corbis

Arbeitskollegen: Das Ausbleiben von Kritik ist Anerkennung genug? Weit gefehlt!

"Danke! Das war super!" So was hören Sie fast nie? Das geht vielen so, gerade im Job. Kollegen wissen oft nicht, wie man Anerkennung ausdrückt - und machen sich den Arbeitsalltag unnötig schwer. Managementberater Rüdiger Klepsch zeigt, warum Lob so wichtig ist und wie man es richtig spendet.

Zu wenig Anerkennung für Geleistetes wird häufig beklagt. Dahinter steht die Haltung: Das Ausbleiben von Kritik ist Anerkennung genug! Auch Kollegen untereinander neigen selten dazu, sich untereinander zu loben. Die Folgen: Unzufriedenheit, Unsicherheit und mangelnde Motivation.

Dabei ist das Loben ganz einfach. Sie müssen nur folgende Grundregeln beachten.

Was auf keinen Fall geht:

  • Vermeiden Sie allgemeines, inflationäres Lob, das so wirkt, als lobten Sie nur aus Prinzip. Ihr Kollege sollte stets das Gefühl haben, dass Sie sich mit seiner Arbeit auch tatsächlich näher befasst haben.
  • Sie denken sich: Mich lobt ja auch keiner - warum also sollte ich es tun? Das ist der falsche Ansatz. Einer muss mit dem Loben anfangen - nur dann werden es auch andere tun. Sprechfaulheit ist keine Entschuldigung!
  • Loben Sie nur dann, wenn Ihr Kollege etwas wirklich Lobenswertes vollbracht hat. Wer durchschnittliche Leistungen preist, wirkt unglaubwürdig.
  • Ironie und Lob passen nicht zusammen! Sprüche wie "Für Ihre Verhältnisse war das nicht schlecht!", richten mehr Schaden als Nutzen an.

Wie lobe ich also richtig? Wir schlagen folgendes Drei-Schritte-Programm vor.

Der erste Schritt: Machen Sie eine Übung. Setzen Sie sich mit Ihrem Lebenspartner hin und nehmen Sie sich vor, sich gegenseitig, abwechselnd fünf Minuten nur zu loben - für Dinge, die Sie auch wirklich gut finden.

Danach beobachten Sie einfach, wie es Ihnen geht. Es wird Ihnen sehr, sehr gut gehen! Außerdem wissen Sie danach, ob Sie überhaupt loben können - und ob Sie mit Lob umgehen können.

Der zweite Schritt: Loben Sie konkret . Praktizieren Sie das SBI-Prinzip:

(S)ituation: In der Situation …
(B)eobachtung: … habe ich … an dir beobachtet, …
(I)nterpretation: … das finde ich große Klasse.

Der dritte Schritt: Genießen Sie das danach einsetzende warmherzige Flow-Gefühl. Und: Wundern Sie sich nicht, wenn Sie auf einmal gelobt werden!

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insgesamt 7 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
04.06.2010 von albert schulz: entspricht durchaus meiner Ansicht

Man darf es einfach nicht übertreiben. Mit einem leicht distanzierten und unterschwelligen Lob erreicht man mehr, oder einfach darüber, daß man die Leistung anerkennt. Obwohl es sicher Menschen gibt, die Lob brauchen können. Das [...] mehr...

04.06.2010 von Arkantos: Anerkennung statt Loben

Meiner Meinung nach hat Loben immer etwas von oben nach unten. Eine Anerkennung dagegen ist auf Augenhöhe. Statt sich also durch das Loben auf die Eltern-Kind-Ebene zu begeben, ist die mit der Anerkennung verbundende Benutzung der [...] mehr...

04.06.2010 von Neurovore: ...

Tja, SPON, da habt Ihr wirklich großartige Werbung für Rüdiger Klepsch und seine Firma Dr. Klepsch & Partner gemacht. Gut gemacht! Aber warum wurde das Lobbing nicht behandelt; diese charmante Mischung aus Loben und [...] mehr...

04.06.2010 von serafino: Titel

Trotz allem trägt Lob zur Motivation bei. Und das, die Motivation der Mitarbeiter, wird nach meinen Erfahrungen im Berufsleben eher vernachlässigt, bzw. negativ besetzt durch Druck und/oder Angst um den Job. Wobei man durch [...] mehr...

04.06.2010 von Don_Corleone: Zwei Gruppen von Menschen

Ich denke die Menschen teilen sich in zwei Gruppen auf - die einen, die wissen was sie können und leisten aus einer stabilen inneren Motivation heraus. Die anderen brauchen dagegen die Rückversicherung ihrer Umwelt und [...] mehr...

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Zum Autor

Rüdiger Klepsch
Rüdiger Klepsch arbeitet seit 1990 als Managementberater (Dr. Klepsch & Partner). Er hilft Führungskräften und Mitarbeitern, ihre kommunikativen und sozialen Fertigkeiten zu verbessern. Zuvor war der studierte Psychologe als Psychotherapeut am Universitätsklinikum Eppendorf in Hamburg tätig.

Wann ist eine Kündigung gültig?

Einfach so jemanden entlassen - das geht in Deutschland nicht. Man braucht gute Gründe für eine ordentliche Kündigung. Juristen unterscheiden zwischen einer personenbedingten (etwa bei langer Krankheit), einer verhaltensbedingten (etwa bei Leistungsmängeln oder ungenehmigten Nebentätigkeiten) und einer betriebsbedingten Kündigung (etwa bei Stilllegung der Firma).

Fristlos gefeuert werden kann nur, wer sich schwere Fehler geleistet hat - zum Beispiel stiehlt oder Dienstgeheimnisse verrät.

In jedem Fall muss die Entlassung vorher mit dem Betriebsrat abgestimmt sein und schriftlich erfolgen mit leserlicher Unterschrift; SMS oder E-Mail sind ungültig. Für bestimmte Personengruppen wie Schwerbehinderte oder Schwangere gilt ein erhöhter Kündigungsschutz.






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