Hamburg - Die Finanzkrise nähert sich zumindest auf dem Markt für Geldanlagen ihrem Ende: Im vergangenen Jahr sind die Vermögenswerte von Privatanlegern, die in Bargeld, Aktien, Wertpapieren oder Fonds angelegt sind, um 11,5 Prozent gewachsen. Insgesamt wurden 111,5 Billionen Dollar verwaltet. Das ergab eine Studie der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG).
Bemerkenswert ist: Die Verluste des Vorjahres konnten damit wieder wettgemacht werden. 2008 waren die globalen Vermögenswerte im Vergleich zu 2007 um mehr als zehn Prozent auf rund hundert Billionen Dollar eingebrochen - jetzt liegt das Volumen wieder auf dem Niveau, bevor die Finanzindustrie und damit die Weltwirtschaft nach der Lehman-Pleite in die Krise rutschte.
In allen Regionen der Welt stehen die Zeichen laut der Studie auf Erholung:
Auch wenn sich eine Entspannung am Anlagenmarkt anbahne - zur Normalität sei die Branche noch nicht zurückgekehrt, heißt es in der Untersuchung. Das Kundenvertrauen sei nach wie vor angeschlagen, die Ergebnisse der Vermögensverwalter fielen schwächer aus als vor Ausbruch der globalen Wirtschaftskrise.
Immerhin dürfte sich der Aufwärtstrend in den kommenden Jahren fortsetzen. Bis 2014 werden die globalen Vermögenswerte nach BCG-Schätzungen um durchschnittlich sechs Prozent zunehmen - pro Jahr. Damit werde das Wachstum zwar deutlich schwächer als im vergangenen Jahr ausfallen, aber immer noch höher als in den vergangenen fünf Jahren.
"In den Schwellenländern wird das Vermögen vor dem Hintergrund eines starken wirtschaftlichen Wachstums schneller zunehmen", sagte Ludger Kübel-Sorger, BCG-Geschäftsführer und Wealth-Management-Experte. "Wir erwarten, dass die Vermögenswerte in der Region Asien-Pazifik doppelt so schnell steigen wie im Rest der Welt. Ihr Anteil an den globalen Vermögenswerten wird sich auf 20 Prozent im Jahr 2014 ausweiten."
430.000 Millionäre in Deutschland
Mit dem globalen Aufschwung feiern auch die Reichen ein Comeback: Weltweit wurden im vergangenen Jahr 11,2 Millionen Millionärshaushalte ermittelt - 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Die meisten Millionäre wohnten in den USA (4,7 Millionen), gefolgt von Japan (1,2 Millionen), China (670.000), Großbritannien (485.000) und Deutschland (430.000).
Mit einem Anstieg von 35 Prozent wuchs die Anzahl der Millionärshaushalte in Singapur am stärksten, gefolgt von Malaysia (33 Prozent), der Slowakei (32 Prozent) und China (31 Prozent). In Deutschland waren es immerhin noch 23 Prozent. Global zählten 2009 weniger als ein Prozent aller Haushalte zum Kreis der Millionäre; diese verfügten aber über 38 Prozent aller Vermögensanlagen.
Anlagen in Ländern, in denen der Anleger keinen gesetzlichen oder steuerlichen Wohnsitz hat, wuchsen 2009 auf 7,4 Billionen Dollar. 2008 betrug das Gesamtvermögen in sogenannten Offshore-Gebieten noch 6,8 Billionen. Wichtigstes Anleger-Mekka ist die Schweiz mit einem Anteil von 27 Prozent der weltweiten Offshore-Vermögenswerte.
Laut der Studie haben die traditionellen Offshore-Zentren ihren Zenit allerdings überschritten - zumindest vorläufig. BCG prognostiziert einen leichten Rückgang des Offshore-Vermögens an den gesamten Vermögenswerten von aktuell sieben Prozent auf rund sechs Prozent bis 2014.
Hauptgrund sei, dass immer mehr Länder ihre Anlegergesetze verschärften. "Obwohl nicht angegebene Vermögenswerte nur einen kleinen Anteil des Offshore-Vermögens ausmachen, wird der Vorstoß zu mehr Transparenz viele Kunden dazu veranlassen, ihre Anlagen abzuziehen", sagte BCG-Experte Kübel-Sorger. "Für Privatbanken bedeutet dies, dass sie ihre Strategien anpassen müssen." Manche Märkte müssten sie möglicherweise ganz aufgeben.
ssu
Auf anderen Social Networks posten:
Ich würde jemanden mit 90.000 Euro Jahreseinkommen nicht als reich bezeichnen. Die Umverteilung findet auch nicht erst bei den Steuern statt. Nämlich beim Einkommen selbst. Abgesehen davon, dass es eines Mindestlohnes [...] mehr...
Dies träfe zu, gäbe es keine Arbeitslosen. Alas, die Arbeitslosenquoten sind enorm. [quote=pax]Jeder soll soviel Leistung konsumieren , wie er selbst der Wirtschaft zur Verfügung stellt.[quote] Wenn die denn nur mal [...] mehr...
[QUOTE=Uncle Scrooge;5681529]Ich weiß nicht, woher Sie diese 99,99999% haben, aber sollte dieser Prozentsatz annähernd stimmen und etwa 0,00001% der Weltbevölkerung derart vermögend wären, unterstreicht dies die Relevanz meines [...] mehr...
Ich weiß nicht, woher Sie diese 99,99999% haben, aber sollte dieser Prozentsatz annähernd stimmen und etwa 0,00001% der Weltbevölkerung derart vermögend wären, unterstreicht dies die Relevanz meines Beispiels. Bei einer [...] mehr...
Beispiel Einkommensteuer: (FAZ vom 12. Juni, Bereich Wirtschaft) 5 % der Bürger mit Einkünften von mindestens 92.750 € jährlich zahlen 42 % Anteil der Einnahmen aus der Einkommensteuer. Dagegen tragen die unteren 50 % der [...] mehr...
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wirtschaft | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte | RSS |
| alles zum Thema Globalisierung - die Welt nach der Krise | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH