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11.06.2010
 

Exportplus

Chinesen reißen sich um "made in Germany"

Hamburger Hafen: Die Exporteure freuen sich über die KonjunkturerholungZur Großansicht
DDP

Hamburger Hafen: Die Exporteure freuen sich über die Konjunkturerholung

Die deutschen Ausfuhren boomen wieder. Im ersten Quartal exportierten die Firmen zehn Prozent mehr Waren als im Vorjahr. In keinem Land hat die Beliebtheit hiesiger Produkte so zugenommen wie in China: Das Ausfuhr-Plus beträgt satte 58 Prozent.

Wiesbaden - Konjunkturkrise, Euro-Krise, Regierungskrise - die deutschen Unternehmen lässt die wirtschaftlich und politisch nicht gerade schöne Zeit offenbar kalt. Die meisten Firmen konzentrieren sich auf das, was sie am besten können: gute Produkte herstellen, die auf dem Weltmarkt gefragt sind.

Und weil die Konjunktur global wieder anzieht, konnte die deutsche Exportwirtschaft im ersten Quartal 2010 einen großen Erfolg feiern: Insgesamt setzten die Unternehmen Waren im Wert von 219,5 Milliarden Euro im Ausland ab. Das sind 10,3 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Nach Europa gingen dabei Produkte "made in Germany" für 135,2 Milliarden Euro oder 6,2 Prozent mehr als zum Jahresauftakt 2009. Das teilte das Statistische Bundesamt mit.

Exporte in Länder außerhalb der EU legten um 17,5 Prozent auf 84,3 Milliarden Euro zu. Besonders stark sind die deutschen Ausfuhren nach China gewachsen. Sie zogen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 58 Prozent auf zwölf Milliarden Euro an.

Neben China entwickelten sich auch die Ausfuhren nach Brasilien (40,9 Prozent) und Korea (38,5 Prozent) deutlich besser als der Durchschnitt. Geringer war dagegen das Plus bei den Ausfuhren in die USA (6,2 Prozent). Dagegen gingen die Exporte nach Russland sogar leicht um 0,1 Prozent zurück.

Deutscher Export 1. Quartal 2010 nach Ländern
Land / Region 1. Quartal 2010* 1. Quartal 2009* Veränderung gegenüber 1. Quartal 2009 (in %)
Ausfuhren insgesamt 219,5 199,0 10,3
EU-27 135,2 127,3 6,2
 Eurozone** 92,7 88,3 5,0
   Frankreich 21,8 20,6 6,1
   Niederlande 14,7 14,2 3,6
   Italien 13,5 13,2 2,7
 Nicht Eurozone 42,5 39,0 9,0
   Großbritannien 14,3 12,7 12,9
Drittländer 84,3 71,7 17,5
   Vereinigte Staaten 14,6 13,8 6,2
   Japan 3,2 2,6 20,7
   China 12,0 7,6 58,0
   Russland 5,2 5,2 – 0,1
* in Mrd. Euro

** inklusive Slowakei, Malta, Zypern, Slowenien

Quelle: Statistisches Bundesamt

Die deutschen Gesamteinfuhren erhöhten sich im ersten Quartal um 5,6 Prozent auf 181,9 Milliarden Euro, wobei die Importe aus Ländern außerhalb der EU um 5,9 Prozent auf 77,6 Milliarden Euro zunahmen. Neben den Einfuhren aus Korea (plus 40,7 Prozent) trug hierzu vor allem die Entwicklung der Importe aus Russland (plus 21,1 Prozent) und China (plus 20,4 Prozent) bei. Besonders stark verminderten sich dagegen die Einfuhren aus den USA (minus 12,4 Prozent).

Der Ausfuhrboom der deutschen Wirtschaft wird wohl anhalten - auch wenn die Exporteure im April einen leichten Dämpfer erlitten hatten. Laut Experten ist die Erholung nicht in Gefahr, der Rückgang sei eher ein Dämpfer nach einem überaus starken Anstieg im März gewesen.

Der Branchenverband BGA peilt für das Jahr 2010 ein Exportwachstum von neun Prozent an, weil sich der Welthandel wegen niedriger Zinsen und riesiger Konjunkturprogramme wieder gefangen hat. 2009 hatten die Exporteure mit etwa 18 Prozent den schwersten Umsatzeinbruch seit Gründung der Bundesrepublik erlitten.

Deutscher Import - 1. Quartal 2010 nach Ländern
Land / Region 1. Quartal 2010* 1. Quartal 2009* Veränderung gegenüber 1. Quartal 2009 (in %)
Einfuhren insgesamt 181,9 172,2 5,6
EU-27 104,3 98,9 5,4
 Eurozone** 70,8 68,6 3,1
   Frankreich 14,4 14,4 – 0,2
   Niederlande 16,2 14,9 9,1
   Italien 9,8 10,4 – 5,6
 Nicht Eurozone 33,6 30,3 10,8
   Großbritannien 8,8 8,1 9,6
Drittländer 77,6 73,3 5,9
   Vereinigte Staaten 10,0 11,5 – 12,4
   Japan 5,1 4,9 4,7
   China 16,4 13,7 20,4
   Russland 7,0 5,8 21,1
* in Mrd. Euro

** inklusive Slowakei, Malta, Zypern, Slowenien

Quelle: Statistisches Bundesamt

Die deutsche Wirtschaft insgesamt kommt nach Einschätzung der Bundesbank im laufenden Jahr in Schwung - dank der weltweiten Konjunkturbelebung. Die Wirtschaftsleistung werde in diesem Jahr um 1,9 Prozent zulegen, teilte die Bundesbank am Freitag mit. Damit ist die Bank optimistischer als noch im Dezember, als mit einem Plus von 1,6 Prozent gerechnet wurde. Deutschland sei damit Lokomotive der Erholung in der Euro-Zone - mindestens für 2010, sagte Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret in Berlin.

Im Sommerhalbjahr 2010 dürften zahlreiche Arbeiten bei Bau und Industrie nachgeholt werden, die im harten Winter liegengeblieben waren. Für das Frühjahr sei mit einem kräftigen Wachstumsschub zu rechnen. Auch im dritten Quartal könnte die deutsche Wirtschaft kräftig in Schwung bleiben, auch wenn die Nachholeffekte geringer würden. Im kommenden Jahr dürfte das Wachstum mit 1,4 Prozent schwächer ausfallen als 2010. Dabei spielt nach Einschätzung der Bundesbank das Auslaufen der Konjunkturpakete eine Rolle.

böl/Reuters/ddp/Dow Jones

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12.06.2010 von Silverhair: Normierung

Wer Vergleichen will - der sollte das "gleiche Mass" verwenden. Celsius und Farad sowie Kelvin sind Temperaturmaße, ihre "höhe" ist aber doch sehr unterschielich - also - auf "ein Maß" normieren. [...] mehr...

12.06.2010 von Transmitter: Die EZB wird schon machen. . .

Keine Sorge. Seit Anfang Mai ist die EZB zu einer EURO-Schleuder umfunktioniert und wird es schon schaffen, das Deutschland die Euronen bekommt. Fragt sich nur, was die dann noch wert sind. . . . . . :-)) Stimmt: Es gibt doch [...] mehr...

12.06.2010 von Der Bruddler: Und wieder mal...

dreisig Prozent mehr in die EU exportiert als importiert. Soll heißen Euros aus anderen EU-Ländern abgezogen. Wann werden diese wohl wieder logischerweise ohne Gegenleistung zurückzuführen sein? Es gibt doch keine größeren [...] mehr...

11.06.2010 von unterländer:

Ja, Sie scheinen tasächlich eine andere Statistik gelesen zu haben. Die 135 Mrd. kommen aus der EU, nicht der Euro-Zone. Aus der Euro-Zone kommen lediglich 92,7 Mrd. Euro. Merke: Euro-Zone ist etwas anderes als die EU-Länder. mehr...

11.06.2010 von Helmut Pirkl: Oder sehe ich das falsch?

Dann hat Merkel mit ihrer Umverteilung doch nicht ganz so unrecht. mehr...

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