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12.06.2010
 

Deutsche Bank

Ackermann will unbedingt weitermachen

Bank-Chef Ackermann: "Es macht sehr viel Spaß"Zur Großansicht
DDP

Bank-Chef Ackermann: "Es macht sehr viel Spaß"

Der Vorstandschef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, denkt nicht ans Aufhören. Er wolle mit Ideen zur Regulierung der Finanzkrise beitragen. Zuvor hatte es Gerüchte gegeben, er wolle vorzeitig aus dem Amt scheiden.

Berlin - Die Gerüchte hatten sich die ganze Woche über gehalten. Nun hat Josef Ackermann gesprochen. Er will bis 2013 Deutsche-Bank-Chef bleiben. "Es macht sehr viel Spaß, in diesen turbulenten Zeiten dieses Kreditinstitut zu führen", sagte er dem SPIEGEL zu Spekulationen, er könnte vorzeitig aus seinem bis 2013 laufenden Vertrag aussteigen.

Vielmehr wolle er an einem "besseren Finanzsystem" mitbauen, sagte Ackermann zu seiner Motivation. Er dementierte, dass er bereits mit Aufsichtsratschef Clemens Börsig auf der Suche nach einem Nachfolger sei. Es gehe in den Gesprächen mit Börsig allein darum, nach welchen Kriterien gesucht werde. "Die Deutsche Bank ist nicht nur eine Bank, sondern muss auch eine wichtige politische Rolle spielen", so Ackermann zum Anforderungsprofil seines Nachfolgers.


Das könnte gegen seinen mächtigen Investmentbanker Anshu Jain sprechen. Der Top-Mann mit Sitz in London gilt hierzulande als schwer vermittelbar: zu angloamerikanisch, zu renditegetrieben. Doch Jains Hausmacht wird immer größer, in Kürze wird er zusätzlich den Geschäftsbereich Unternehmensfinanzierung von seinem wahrscheinlich ausscheidenden Vorstandskollegen Michael Cohrs übernehmen. Cohrs sei "amtsmüde", heißt es in der Bank.

Rücktrittsgerüchte um Cohrs

In den vergangenen Wochen hatte ein Bericht der "New York Post" für Aufregung gesorgt. Am 28. Mai meldete die Zeitung, Michael Cohrs werde bald zurücktreten. Cohrs ist Chef der Global-Banking-Sparte und leitet gemeinsam mit Jain das Investmentbanking. Gerüchte über einen möglichen Rücktritt von Cohrs gebe es schon länger, berichtet die Zeitung; sie hätten sich aber seit Jahresbeginn verdichtet. Der Manager stehe unter Druck, da seine Abteilungen niedrigere Boni kassiert hätten als Abteilungen, die Jain unterstünden. Die Deutsche Bank sagte, sie wolle solch "Spekulationen" nicht kommentieren.

Am Mittwoch kolportieren nun auch das "Handelsblatt" und die "Süddeutsche Zeitung", Cohrs könnte bald zurücktreten - und Jain im Konzern so mächtig werden wie nie zuvor. Ohnehin trägt der Kernbereich des 47-Jährigen - der Handel mit Aktien, Anleihen und Devisen - schon jetzt den Löwenanteil zum Gewinn der Deutschen Bank bei. Würde Cohrs nun zurücktreten, würde er seine Aufgaben an die Manager Jacques Brand und Stefan Leithner übertragen, schreibt die "New York Post". Beide würden direkt Jain unterstehen. Die Deutsche Bank wollte die Frage, ob Cohrs den Vorstand bald verlassen will, in der vergangenen Woche weder bestätigen noch dementieren.

sev/ssu

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