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21.06.2010
 

US-Starökonom

Paul Krugman befürwortet Sanktionen gegen Deutschland

US-Starökonom Krugman: Warnung vor einer RezessionZur Großansicht
AP

US-Starökonom Krugman: Warnung vor einer Rezession

Paul Krugman provoziert gern. Doch dieses Mal teilt er richtig aus: Der US-Starökonom sieht in Bundesbankpräsident Weber ein "Risiko für den Euro", sollte der Deutsche neuer EZB-Chef werden. Und der Bundesrepublik droht der Nobelpreisträger gleich noch mit Sanktionen. Der Grund: zu hohe Exporte.

Düsseldorf - Diese Worte sind alles andere als eine Empfehlung für Axel Weber: Der Wirtschafts-Nobelpreisträger Paul Krugman hat den Bundesbank-Chef scharf angegriffen. Weber sei "ein Risiko für das Schicksal des Euro", sollte er im kommenden Jahr Jean-Claude Trichet als Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) beerben. Das sagte der renommierte US-Ökonom dem Handelsblatt.

Krugman, der für klare Worte bekannt ist, begründet seine Meinung mit der harten Haltung Webers in der Euro-Schuldenkrise. "Die Gefahr, dass es zu einem Dominoeffekt von Griechenland über Spanien und Portugal bis nach Italien kommt, ist viel größer, wenn die EZB einen so konservativen Präsidenten hat. Das wäre ein Desaster für alle."

Weber läuft derzeit Sturm gegen die Entscheidung des EZB-Rats von Anfang Mai, Staatsanleihen von Problemländern wie Griechenland zu kaufen. Er sieht im Vorgehen der Notenbank erhebliche "stabilitätspolitische Risiken", konnte sich aber bei der entscheidenden Abstimmung nicht gegen Notenbankchef Trichet durchsetzen. Weber gilt neben dem Chef der italienischen Zentralbank, Mario Draghi, als aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge von Trichet, dessen achtjährige Amtszeit im Herbst 2011 endet.

Krugman warnte in dem Interview zudem vor einem Rückfall in die Rezession. Die Welt brauche im Moment nicht weniger, sondern mehr schuldenfinanzierte Konjunkturprogramme, lautet sein Credo. "Die Deutschen und Franzosen hassen es, auch nur kurzfristig Defizite hinzunehmen, sie hassen eine lockere Geldpolitik, klammern sich an jeden Vorwand, um dagegen zu sein. Wir Amerikaner sehen das ganz anders", sagte Krugman.

Der Princeton-Professor will auch Sanktionen gegen Deutschland nicht ausschließen, wenn die Bundesregierung weiterhin versuchen sollte, sich über einen schwachen Euro Exportvorteile zu verschaffen. "Wenn der Euro auf eine Parität zum Dollar fällt, werden sich die Europäer noch wundern, welche Forderungen aus dem US-Kongress kommen. Und ich würde das unterstützen", drohte Krugman. Die USA würden es nicht dulden, dass einige Länder ihre Sparpolitik exportierten und damit in den USA die Arbeitslosigkeit erhöhten.

böl/Reuters/dpa-AFX

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Die neuesten Beiträge:
28.06.2010 von #5822: Eine freie Weltwirtschaft

fordert Krugmann - mit der Androhung weiterer protektionistischer Maßnahmen der USA. Wie passend !!! Und Verschuldung ist für <s>Zocker</s> Anleger völlig unwichtig, weil insgesamt ein Null-Summenspiel - heute ist [...] mehr...

27.06.2010 von Silverhair: Kooperation und Teilen

Sie liegt sogar "gigantisch" unterhalb der Möglichkeiten. Die Anzahl möglicher "Handelsbeziehungen" zwischen Staaten, und damit letztlich auch den Import/Export Chancen ist durch eine einfache Formel N = [...] mehr...

26.06.2010 von Roger Strassburg: Abwrackprämie u.a.

Die Abwrackprämie war m.E. falsch, weil sie Branche auf Kosten anderer Branchen gefördert hat, und vermutlich ein Großteil der Autokäufe, die dadurch entstanden sind, nur vorgezogene Käufe, die ohnehin anstanden. Besser wären [...] mehr...

26.06.2010 von Roger Strassburg: Die Komponente Zeit

Die Zeit heilt alle Wunden - wenn man diese Zeit überhaupt überlebt. Klar, die Überschüsse von heute können später durch Defizite ausgeglichen werden. Es wäre ja auch kaum möglich, die Leistungsbilanz zu jeder Zeit [...] mehr...

25.06.2010 von ogg00: hmmm

Aber ist es dann nicht so, dass wir gerade die Komponente "Zeit" vergessen? Wenn ich HEUTE einen Überschuss habe und dafür Devisen aller Länder und deren Schuldscheine kassieren, die Welt sich weiter dreht und der [...] mehr...

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Wie Notenbanken funktionieren

Woher nehmen Notenbanken das ganze Geld?

Für die Milliardensummen, die die Europäische Zentralbank (EZB) und die US-amerikanische Federal Reserve Bank (Fed) im Verlauf der Finanzkrise den Banken zur Verfügung stellten, müssen die Notenbanken nicht die Notenpresse anwerfen und Geldscheine drucken. Die Beträge werden lediglich auf den Konten der Geschäftsbanken gutgeschrieben, die bei den Notenbanken geführt werden. Gegen Wertpapiere als Sicherheiten leiht die EZB oder Fed Geld aus. Nach einer bestimmten Frist zahlen die Banken die Summe inklusive Zins zurück.

Können sie pleitegehen?

Warum buttern sie so viel Geld in die Märkte?


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