Aus Minsk berichtet Benjamin Bidder
Der Energiestreit zwischen Russland und Weißrussland verschärft sich: Gazprom hat seine Gaslieferungen an Minsk am Mittwochmorgen um weitere 30 Prozent gekürzt, weil Weißrussland seine Gasrechnung nicht komplett bezahlt hat. Bereits zu Wochenbeginn hatte der halbstaatliche Konzern die Versorgung um 30 Prozent gedrosselt.
Mittlerweile hat Weißrussland nach eigenen Angaben 187 Millionen Dollar an Russland überwiesen, drohte aber damit, den Transit von russischem Gas und Öl zu stoppen, sollte Moskau nicht bis Donnerstagmorgen 10 Uhr Transitgebühren in Höhe von 260 Millionen Dollar gezahlt haben.
Der Streit provoziert in Weißrussland heftige Reaktionen. "Gazprom hat Weißrussland den Krieg erklärt", schreibt die Minsker Zeitung "Sowetskaja Belorussija - Sowjetisches Weißrussland" - den "Gaskrieg", fast auf den Tag genau 69 Jahre nach dem Angriff der Wehrmacht auf die Sowjetunion. Damals verteidigten Weißrussen und Russen gemeinsam die Festung Brest gegen die vorrückenden Deutschen, verzweifelt und vergeblich.
Inzwischen ist die Sowjetunion zerfallen, und Russland und Weißrussland sind heftig zerstritten - an "einem Tag, an dem wir uns eigentlich umarmen sollten", klagt "Batko", das Väterchen, wie Weißrusslands Staatschef Alexander Lukaschenko halb spöttisch, halb liebevoll genannt wird. Als Reaktion auf den Energieengpass hat Lukaschenko befohlen, Transitleitungen anzuzapfen, durch die russisches Gas über Weißrussland nach Europa strömt, in Länder wie Polen, die baltischen Republiken - und auch Deutschland.
Europa betrachtet den Streit zwischen Minsk und Moskau mit wachsender Skepsis. Schon gibt es Befürchtungen, dass ein neuer Gasstreit droht. So wie 2006, als Russland der Ukraine nach der prowestlichen Revolution in Orange den Saft abdrehte. Oder so wie im Winter 2008/2009, als in Bulgarien, der Slowakei und Serbien viele Heizungen kalt blieben, weil die Ukraine und Russland um Gasrechnungen stritten.
Die Folgen des neuen Gasstreits sind in Europa bereits spürbar. Am Dienstag meldete der Präsident des Europaparlaments, der Pole Jerzy Buzek, neben Ostdeutschland erhielten Polen und Litauen weniger Gas. Gazprom-Chef Alexei Miller nannte das "einen Bluff", die Lieferungen nach Westen laufen seinen Angaben zufolge reibungslos.
Was bedeutet der Gasstreit für Europa? Und worüber streiten Minsk und Moskau wirklich? SPIEGEL ONLINE beantwortet die wichtigsten Fragen.
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Wichtig ist das Deutschland sich nicht nur von den Russen abhängig macht, denn sonst können sie die Preise diktieren und habens uns politisch in der hand. Sonst spricht nichts dagegen mit den Russen zu verhandeln, solange ein [...] mehr...
Die diversen Gasstreite zwischen Russland auf der einen und Ukraine / Weißrussland auf der anderen Seite zeigen, dass Russland bessere Preise erzielen möchte. Aktuell bei seinen Nachbarn aus der ehemaligen Sowjetunion. Da [...] mehr...
Treffend gesagt. Ein Beispiel fuer diesen Atlantik-Fluegel ist der Oligarch Guttenberg (Mitglied der Atlantikbruecke), einer der wenigen Angehoerigen der deutschen Geldelite (mit einem Familienvermoegen von 600 Millionen Euro), [...] mehr...
Als Gazprom-Aktionär möchte ich die Kohle von Weißrussland. Und wenn die Nordstream-Pipeline endlich steht, dann kann Lukaschenko gefälligst den gleichen Preis für den Kubikmeter zahlen wie die Westeuropäer. Dann der ehemalige [...] mehr...
solange mehrere Anbieter am Markt sind gibt es keinen Grund zur Beunruhigung ! Tatsächlich sind wir von Rotterdam abhängig ( und somit von den Angelsachsen ) , die solln mir bei arte / nrd / "kulturzeit" nicht die [...] mehr...
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