Peking - Eine Vielzahl europäischer Unternehmen in China fühlt sich diskriminiert. Wie eine am Dienstag in Peking veröffentlichte Umfrage der Europäischen Handelskammer ergab, klagen 40 Prozent der rund 500 befragten europäischen Unternehmen über eine Zunahme von Gesetzen und Regeln, die ausländische Firmen benachteiligen. Nur zehn Prozent hoffen demnach auf eine Verbesserung der Lage.
Für die Handelskammer ist das nicht hinnehmbar: "Niemand sollte es als gegeben annehmen, dass europäische Unternehmen weiter in egal welchem geschäftlichen Umfeld auch immer investieren", warnte der Präsident der Europäischen Handelskammer in China, Jacques Boisséson. Die Europäer blieben nicht "bedingungslos" im Land.
Die europäischen Unternehmen seien weiter "sehr besorgt" über die Art, wie sie in China behandelt würden, erklärte Boisséson unter Verweis auf die Befragung. Auch die Registrierungsverfahren, der mangelnde Schutz von geistigem Eigentum und die unterschiedliche Anwendung nationalen Rechts je nach Ort blieben "Gegenstände der Frustration".
Ähnliche Sorgen bei US-Unternehmen
Die Wachstumsaussichten des Landes stuften die europäischen Unternehmen demnach aber weitgehend positiv ein. Knapp 80 Prozent glauben an ein fortgesetztes Wirtschaftswachstum, vergangenes Jahr waren es 65 Prozent. Die Gewinnaussichten stuften allerdings nur 34 Prozent der im März und April befragten Unternehmen positiv ein.
Mit ihren Befürchtungen stehen die europäischen Unternehmen nicht allein da: Ähnliche Sorgen waren bereits durch eine Umfrage der US-Handelskammer in China zutage getreten, die im März veröffentlicht worden war. Eine wachsende Zahl von US-Unternehmen fühlte sich demnach angesichts unfairer Verfahren in China nicht mehr willkommen. Der chinesische Regierungschef Wen Jiabao hatte angesichts derartiger Kritik im März versichert, sein Land bleibe offen für ausländische Investitionen.
yes/AFP
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