Wirtschaft


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06.07.2010
 

Milliardenpoker der Ölkonzerne

Wie BP die Zerschlagung verhindern will

Von Christian Teevs

Kampf gegen die Ölpest: Katastrophe kostet BP bereits über drei Milliarden DollarZur Großansicht
DPA

Kampf gegen die Ölpest: Katastrophe kostet BP bereits über drei Milliarden Dollar

Die Lage von BP verschärft sich, die Kosten der Ölkatastrophe in den USA sind völlig offen. Der Konzern setzt nun offenbar auf Staatsfonds aus dem Nahen Osten, um Attacken der Konkurrenz zu kontern. SPIEGEL ONLINE entwirft drei Szenarien, wie es mit dem kriselnden Unternehmen weitergehen könnte.

Hamburg - Rund 40 Millionen Dollar hat BP seit April für die Folgen der Ölkatastrophe gezahlt - pro Tag wohlgemerkt. Die Eindämmung der Ölpest und Entschädigungen kosteten bislang insgesamt 3,12 Milliarden Dollar, teilte der Konzern am Montag mit. Das klingt enorm - angesichts eines Gewinns von sechs Milliarden Dollar im ersten Quartal ist die Summe für BP jedoch wenig dramatisch.

Problematischer sind der Imageschaden und der Absturz an der Börse. BP steht in den USA unter massivem politischen Druck, Chef Tony Hayward musste das Krisenmanagement bereits abgeben. Der Wert der BP-Aktie hat sich seit der Explosion der Ölplattform "Deepwater Horizon" halbiert, er ist so niedrig wie zuletzt 1996. Damit hat der drittgrößte Ölkonzern der Welt nur noch einen Börsenwert von 100 Milliarden Dollar - und ist auf einmal vergleichsweise billig zu haben.

Obwohl BP sich mit einem Zwanzig-Milliarden-Dollar-Hilfsfonds ein wenig Luft verschafft hat, bleibt unklar, wie hoch die Kosten für Säuberungen und Schadensersatz am Ende wirklich ausfallen. Expertenschätzungen schwanken zwischen 30 und 100 Milliarden Dollar. Diese Summe wird BP zwar kaum kurzfristig bezahlen müssen, doch an der Börse sorgt das langfristige Risiko für Unsicherheit.

Der niedrige Börsenwert ruft naturgemäß die Konkurrenz auf den Plan: Ende vergangener Woche bekundete der französische Konkurrent Total sein Interesse an Geschäftsfeldern von BP: "Es ist derzeit nicht unsere Priorität, uns Teile von BP anzuschauen", sagte Vorstandschef Christophe de Margerie. "Sollten sie aber zum Verkauf gestellt werden, würden wir sie natürlich näher betrachten."

BP hat angekündigt, in den kommenden Monaten durch den Verkauf von Randgeschäften zehn Milliarden Dollar einnehmen zu wollen. Spekuliert wird etwa über die argentinische Tochtergesellschaft Pan America, sie macht knapp drei Prozent der Öl- und Gasförderung des Konzerns aus. Interesse sollen vor allem die Chinesen haben - über ihre staatliche Ölgesellschaft CNOOC, die bereits an der Pan America beteiligt ist.

Außerdem erwägen offenbar Staatsfonds in Abu Dhabi, Katar und Kuwait den Einstieg. Laut britischen Medien zieht BP Beteiligungen der Staatsfonds in Betracht, um Übernahmeattacken abzuwehren.

Wie geht es mit dem britischen Ölmulti weiter? Übersteht BP die Katastrophe am Golf von Mexiko oder droht dem Konzern das Aus? SPIEGEL ONLINE zeigt drei vorstellbare Szenarien.

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06.07.2010 von Jacques Mesrine: -

Ein erster Schritt ist ja schon damit getan, dass man die iranischen Passagierflugzeuge in Deutschland nicht auftanken wollte. Das freut die USA, in denen BP derzeit nichts zu lachen hat. Ich mein, was würde eine Werbekampagne [...] mehr...

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