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06.07.2010
 

Streit um Mieten

Gewerkschaft bangt um Karstadt-Rettung

Karstadt-Filiale in Dortmund: "Die Zeit läuft ab"Zur Großansicht
ddp

Karstadt-Filiale in Dortmund: "Die Zeit läuft ab"

Die Verhandlungen stocken, das Wirtschaftsministerium will nicht vermitteln: Die Rettung von Karstadt droht nach Ansicht der Ver.di-Vizechefin Margret Mönig-Raane noch zu scheitern. Sollte es dazu kommen, hat die SPD schon den Schuldigen parat.

Berlin/Essen - Nur noch wenige Tage, dann muss die endgültige Übernahme von Karstadt stehen. Doch noch streiten sich der Investor Nicolas Berggruen und das Vermieterkonsortium Highstreet über Mieten - und ein Ende ist nicht in Sicht. Die Gewerkschaft Ver.di ist alarmiert: "Die Zeit läuft ab", warnte Vize-Chefin Margret Mönig-Raane am Dienstag im Deutschlandradio Kultur - und forderte alle Beteiligten auf, sich schnellstmöglich zusammenzusetzen.

"Bis zum 15. Juli muss alles unter Dach und Fach sein", bekräftigte die Gewerkschafterin. "Alle müssen an einen Tisch und dazu beitragen, im Interesse von Beschäftigten und Investoren."

Dass die Verhandlungen derzeit stocken, führt Mönig-Raane vor allem auf die komplizierten Verhältnisse beim Vermieterkonsortium Highstreet zurück. Insbesondere die Valovis-Bank sperre sich als Darlehensgeberin dagegen, getroffene Vereinbarungen abzusegnen.

Arbeitsministerin von der Leyen: "Ein fairer Makler kann helfen"

Mönig-Raane sieht Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) in der Pflicht: "Er hätte hinter dem Bühnenvorhang mal Tacheles reden können, das hätte ich schon erwartet." Brüderle hatte jedoch am Montag erklärt, keine aktive Vermittlerrolle in den Verhandlungen übernehmen zu wollen, obwohl Investor Nicolas Berggruen darum gebeten hatte.

Die Zurückhaltung der Regierung erzürnt nicht nur die Gewerkschaft, auch die Opposition reibt sich an der Haltung des Wirtschaftsministeriums. SPD-Chef Sigmar Gabriel warf Brüderle vor, die Lösung für Karstadt zu gefährden. "Es ist eine Schande, dass Herr Brüderle tatenlos zusieht, wie die Karstadt-Rettung zu scheitern droht", sagte Gabriel der "Frankfurter Rundschau". "Es geht hier nicht um Staatshilfen, sondern um eine vom Investor Herrn Berggruen erbetene Vermittlerrolle", ergänzte er.

Anders als Brüderle hatte sich allerdings Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) geäußert. Sie erklärte: "Ein fairer Makler kann helfen." Wenn es um eine Einigung in schwierigen Finanzierungsfragen unter hohem Zeitdruck gehe, müsse und solle sich der Staat auf die Seite der Arbeitnehmer stellen.

yes/dpa/Reuters

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Zur Person

ddp
Nicolas Berggruen, Sohn des berühmten Kunstsammlers Heinz Berggruen, wurde am 10. August 1961 in Paris geboren. Er wuchs in England, Frankreich und der Schweiz auf und verdiente nach einem Finanzwirtschaftsstudium schon früh an der Wall Street sein eigenes Vermögen. Seit einigen Jahren konzentriert sich der Investor, der keinen festen Wohnsitz hat und in Hotels wohnt, auf nachhaltige Investments. So gehören zu seinem Firmen- und Immobilienimperium auch Reisfarmen in Kambodscha und eine Ethanolfabrik. Mehr auf der Themenseite...

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