Frankfurt - Nach dem mühsam errungenen Tarifabschluss mit den Piloten hat Lufthansa bei einem weiteren Tarifstreit einen Durchbruch erreicht. Mit der Gewerkschaft Ver.di einigte sich die Fluggesellschaft in der Nacht zum Mittwoch auf eine Nullrunde für rund 50.000 Bodenbeschäftigte des Konzerns. Das teilten beide Seiten am Mittwochmorgen mit.
Die Einigung, die erst mit dem Ablauf einer Erklärfrist bis zum 28. Juli endgültig steht, ist ein weiterer Schritt für Lufthansa zu einem Tariffrieden mit allen Mitarbeiten. Offen ist nun nur noch ein Abschluss mit der Flugbegleitergewerkschaft UFO. Hier findet die nächste Verhandlungsrunde am 23. Juli statt.
Der Abschluss zwischen Lufthansa und Ver.di gilt für die Bodenbeschäftigten und die Mitarbeiter bei der IT-Tochter Systems, der Techniktochter Lufthansa Technik, der Frachttochter Cargo und der Cateringtochter LSG. Für sie gilt der bestehende Tarifvertrag bis Ende 2011 weiter. Damit kommt auf die Beschäftigten eine Nullrunde von 22 Monaten zu.
Ver.di sieht trotz der grundsätzlichen Einigung aber noch Diskussionsbedarf. Angesichts der komplexen Details seien noch Beratungen und Abstimmungen erforderlich, sagte Ver.di-Verhandlungsführer Erhard Ott. Lufthansa-Vorstand Stefan Lauer zeigte sich mit den Eckpunkten des Abschlusses zufrieden. Die Nullrunde von fast zwei Jahren leiste einen wichtigen Beitrag, damit Lufthansa im Wettbewerb bestehen könne.
Im Rahmen der Einigung verständigten sich Lufthansa und Ver.di auch auf eine Einmalzahlung von bis zu zwei Prozent einer Jahresgrundvergütung. Sie ist allerdings abhängig vom Konzernergebnis des Jahres 2011. Zudem gibt es einen neuen Tarifvertrag zur Altersteilzeit, von dem vor allem Mitarbeiter im Schichtdienst profitieren sollen.
böl/Reuters
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