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17.07.2010
 

Hitzefalle ICE

Bahn-Chef Grube kritisiert Krisenmanagement

Hitzechaos: Grube wirft Mitarbeitern Fehler vor
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DPA

Der Bahn-Chef ist unzufrieden mit seinen Mitarbeitern: Rüdiger Grube spricht im SPIEGEL von offensichtlichen Fehlern beim Umgang mit ausgefallenen ICE-Klimaanlagen. Kritik übt er auch an den Herstellern - alle Züge hätten zuletzt Macken gehabt.

Bahn-Chef Rüdiger Grube ist von den Problemen mit den Klimaanlagen in den ICE-2-Zügen völlig überrascht worden. Es habe vorher keine Probleme mit dem Bauteil gegeben, sagte er dem SPIEGEL. "Ich persönlich bin in diesen Tagen erstmalig überhaupt mit dem Thema konfrontiert worden - dafür umso heftiger."

In der vergangenen Woche fielen laut Bahn 48 Züge wegen Überhitzung aus. Am vergangenen Wochenende erlitten neun Schüler einen Hitzeschock, als sich ihr ICE auf über 50 Grad aufheizte - das Personal den Zug aber nicht stoppte. Die Schüler mussten notärztlich versorgt werden.

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn gab sich nun unzufrieden mit dem Krisenmanagement seiner Mitarbeiter: "Es sind anscheinend Fehler gemacht worden. Die Staatsanwaltschaft und auch wir untersuchen diese Fälle derzeit ganz genau. Und die Wahrheit muss auf den Tisch." Für solche Krisenfälle gebe es bei der Bahn genaue Handlungsanweisungen. "Es gibt klare Richtlinien, wie das Zugpersonal in solchen Fällen reagieren muss. Den Wagen schnellstmöglich zum Stillstand bringen und versuchen, die Klimaanlage wieder in Gang zu kriegen. Fällt sie total aus, nicht weiterfahren, sondern einen Ersatzzug organisieren."

Leider habe das ein paarmal nicht geklappt. "Hier müssen wir besser werden - keine Frage", sagte Grube. Der sofort eingerichtete Krisenstab habe wegen der Probleme bei den Klimaanlagen umgehend ein Bündel an Sofortmaßnahmen beschlossen. So habe man beispielsweise Getränkevorräte an Bord der Fernverkehrszüge massiv erhöht und zusätzliche Mitarbeiter an den Bahnhöfen und den Service Points für die Kundenbetreuung abgestellt. Zudem habe man das THW gebeten, "an zentralen Verkehrsknoten bereitzustehen, um uns, wenn nötig, direkt zu helfen - auf Rechnung, versteht sich". Darüber hinaus habe man in dieser Woche beschlossen, einen Chief Quality Officer einzusetzen, um die Qualität im Konzern weiter zu verbessern.

"Das Personal muss für solche Situationen sensibilisiert werden"

Für Verbraucherschutzminister Ilse Aigner war die Informationspolitik der Bahn zuletzt ein Desaster: "Das war Salamitaktik und kein Krisenmanagement", sagte die CSU-Ministerin der "Bild am Sonntag". "Erst waren angeblich nur zwei, drei Züge betroffen, dann Dutzende. Inzwischen ist klar, dass es sich um ein generelles Problem handelt."

Die Probleme mit den Klimaanlagen müsse die Bahn jetzt schnell in den Griff kriegen, forderte Aigner. Temperaturen von mehr als 32 Grad Celsius seien nichts Ungewöhnliches. "Ich verlange, dass Reisende in Zügen unverzüglich über den Ausfall der Klimaanlage informiert werden. Das Personal muss für solche Situationen sensibilisiert werden, auch müssen immer ausreichend Getränke an Bord sein."

Bahn-Chef Grube versprach im SPIEGEL, alles daran zu setzen, die Klimaprobleme in den ICE so schnell wie möglich zu beseitigen. "Wenn ich sagen würde, es fällt diesen Sommer nie wieder eine Klimaanlage aus, dann würde ich lügen. Aber ich kann Ihnen versichern, dass wir Tag und Nacht arbeiten werden, um die Probleme in den Griff zu kriegen." Bei Testfahrten habe sich gezeigt, dass es Möglichkeiten gebe, den begrenzten Temperatureinsatzbereich der Klimaanlagen weiter auszureizen. "Da gibt es möglicherweise technischen Spielraum, beispielsweise dass sich die Anlage erst später abschaltet."

Mangelhafte Wartung sei jedenfalls nicht Ursache für die Probleme. "Das können Sie ausschließen." Im Regionalverkehr habe es unterdessen keine Probleme mit den Klimaanlagen gegeben. "Wir haben hier keine auffällige Schadenshäufung".

Kritik übte Grube auch an der Bahn-Zuliefererindustrie. "Natürlich bin ich verärgert. Weil letztlich unsere Kunden und unsere Mitarbeiter die immer neu auftretenden Probleme bei den Zügen ausbaden müssen." Jede der bislang von der Industrie ausgelieferten Baureihen habe ihre Macken gehabt, sagte Grube. Gefragt, ob die Industrie für die jetzt entstandenen Probleme mithaften müsse, sagte er: "Darüber können wir reden, wenn wir die Probleme im Griff haben."

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insgesamt 2247 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
30.08.2010 von marypastor: Ja, was wollen die Leute denn ?

Meine ERrfahrungen mit der Bahn sind gut. Aber scheinbar versuchen jetzt Politiker, sich an dem Problem hochzuangeln. Das Kuehlsystem der Bahn ist auf "normale" Tempaturen in unseren Breitengraden ausgelegt. Auf [...] mehr...

25.08.2010 von riga_ernest: Wie jetzt?

Die Bahn hatte schon wieder ein größeres Problem? Ist an mir vorübergegangen. Aber auch egal - dass da fortlaufend Probleme sind, wissen wir ja alle schon. mehr...

25.08.2010 von Keule³:

nichts mehr los hier? am WE viel doch wieder die Klima im Tunnel vor Stuttgart aus und das Abendland ging nicht unter? :LOL mehr...

14.08.2010 von Hackel39: Die Bahn kommt- der Sommer geht- die Probleme bleiben

Der Abbruch des Themas ist wohl tatsächlich das Beste, weil es keinen Sinn macht, sich auf Nebenschauplätzen zu tummeln. Es ist aber symptomatisch für die Strukturprobleme unseres Verkehrswesens, wie sich Verantwortliche [...] mehr...

09.08.2010 von Karsten Bolz: Ach Gottchen

Glauben sie mir: Mein Blutdruck und auch mein Adrenalinspiegel sind vollkommen in Ordnung. Sie werden mir hoffentlich gestatten, zu Pauschalanwürfen Ihrerseits weiterhin Fragen zu stellen. Warum sollte mir wat wundern? Ich [...] mehr...

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