Farnborough - Nach einem Jahr des Zögerns investieren Fluggesellschaften wieder in ihre Flotten. Allein die EADS-Tochter Airbus hat Aufträge für rund 60 neue Flugzeuge eingesammelt.
Die neu gegründete Flugzeug-Leasingfirma ALC bestellte 31 Airbus A320 und 20 Exemplare des A321, wie beide Unternehmen am Montag bei der Luftfahrtmesse in Farnborough bei London verkündeten. Laut Listenpreisen hat der Auftrag einen Gesamtwert von 4,4 Milliarden Dollar. Die Flieger sollen in den Jahren 2011 bis 2015 ausgeliefert werden.
Die russische Fluggesellschaft Aeroflot gab außerdem eine Order für elf Airbus A330 ab. Laut Liste sind die Maschinen rund 2,3 Milliarden Dollar wert. Listenpreise sind bei Flugzeugbestellungen allerdings nur als Anhaltspunkt zu sehen, denn üblicherweise handeln die Kunden hohe Rabatte aus.
Milliardenaufträge für Boeing
Auch Boeing, Hauptkonkurrent von Airbus, hat sich 30 Bestellungen gesichert. Die Fluggesellschaft Emirates aus Dubai orderte 30 Großraummaschinen des Typs 777-300ER zum Listenpreis von 9,1 Milliarden Dollar, wie Boeing-Vizepräsident Jim Albaugh am Montag mitteilte.
Der Luft- und Raumfahrtmarkt habe sich schneller als erwartet von der Wirtschaftskrise erholt. In den kommenden Tagen seien sowohl für Boeing als auch für den europäischen Konkurrenten Airbus zahlreiche weitere Bestellungen zu erwarten, sagte Albaugh.
Die größte arabische Fluggesellschaft hatte erst im Juni auf der Luftfahrtmesse ILA in Berlin bei Airbus 32 doppelstöckige A380 geordert. Mit einem Listenpreis von 11,5 Milliarden Dollar war es der größte Einzelauftrag in der Geschichte der zivilen Luftfahrt. Emirates gehört zu den am schnellsten wachsenden Fluglinien der Welt.
Die Schau in Farnborough gilt als Stimmungstest für den Zustand der von der Konjunkturflaute arg gebeutelten Branche. Die Bestellungen unterstreichen die zögerliche Erholung der Branche, die vor allem durch die Nachfrage aus Schwellenländern sowie von Billigfliegern getrieben wird. Die jüngsten Daten zum Flugverkehr belegen Branchenexperten zufolge eine Besserung. "Aber es gibt eben noch diese Unsicherheit und den Zweifel an der Stärke der Erholung im Hintergrund", sagte Analyst Richard Aboulafia von der Teal Group.
Farnborough bei London wechselt sich als Austragungsort für die Flugschau jährlich mit Le Bourget bei Paris ab. Als Hauptattraktion gilt in diesem Jahr der Dreamliner 787 von Boeing, der am Sonntag in Farnborough und damit erstmals auf europäischem Boden landete. Die Landung des Hoffnungsträgers von Boeing hatte Tausende Schaulustige angezogen.
ssu/apn/dpa/Reuters
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Das ist das letzte Strohfeuer der Luftfahrtbranche vor dem endgültigen Absturz. Wie lange wird es z.B. die Fluggesellschaft Emirates in Dubai noch geben ? Zwei Jahre, drei Jahre ? Die meisten Fluggesellschaften können sich den [...] mehr...
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