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19.07.2010
 

Projekt mit BP in Ägypten

RWE investiert Milliarden in Gasförderung

Die Öl- und Gasgesellschaft RWE Dea steht vor der größten Investition ihrer Geschichte. Die Tochter des Energiekonzerns RWE will 3,6 Milliarden Dollar in die Erschließung riesiger Gasvorkommen vor der ägyptischen Küste stecken. Mit dabei ist bei dem Projekt auch BP.

Hamburg/Kairo - Im Mittelmeer, vor der ägyptischen Küste schlummern gewaltige Gasreserven - und die will die Öl- und Gasfördergesellschaft RWE Dea jetzt heben: 3,6 Milliarden Dollar will die Tochter des Energiekonzerns RWE in die Erschließung der Felder stecken. Das teilte das Unternehmen am Montag in Hamburg mit.

Entsprechende Verträge mit der ägyptischen Regierung, der Staatsgesellschaft EGPC und dem Ölkonzern BP als Betriebsführer (60 Prozent Anteil) seien unterzeichnet worden. RWE Dea (Anteil 40 Prozent) sicherte sich demnach Reserven von mehr als 50 Milliarden Kubikmeter Erdgas. Die Förderung soll 2014 beginnen. RWE Dea rechnet damit, von 2015 an pro Jahr mehr als drei Milliarden Kubikmeter aus den neuen Vorkommen zu bekommen. Die Gesamtinvestitionen für das Projekt belaufen sich auf rund neun Milliarden Dollar.

Die Felder der Konzessionen "North Alexandria" und "West Mediterranean Deep Water" gehören zu den größten im Portfolio von RWE Dea. Das Unternehmen hält in der ersten Phase eine Förderdauer von rund 20 Jahren für möglich. Zudem rechnet sich das Unternehmen gute Chancen aus, in den Vorkommen weitere Gasfelder zu finden, die dann in einer zweiten Phase erschlossen werden könnten.

RWE Dea will in den kommenden fünf Jahren seine Produktion verdoppeln. Dazu sollen die neuen Vorkommen in Ägypten einen wesentlichen Beitrag leisten, sagte RWE-Dea-Chef Thomas Rappuhn. Zuletzt hatte das Unternehmen auch in Großbritannien und Norwegen Förderprojekte gestartet.

RWE Dea ist über seine Vorgängerorganisationen seit 1974 in der Ölförderung in Ägypten tätig. In den vergangenen Jahren wurden in dem nordafrikanischen Land zudem zahlreiche große Gasvorkommen entdeckt, in die das Unternehmen ebenfalls investiert. RWE Dea hält derzeit 13 Förderkonzessionen in Ägypten. Der Ölkonzern BP ist seit 50 Jahren in Ägypten tätig. BP Egypt habe seither dort mehr als 17 Milliarden Dollar investiert, teilte das Unternehmen mit.

ssu/dpa

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Energieriese RWE

Der Konzern

RWE ist gemessen am Umsatz Deutschlands zweitgrößter Energiekonzern. Das Unternehmen erwirtschaftet Erlöse von fast 50 Milliarden Euro, beschäftigt mehr als 70.000 Mitarbeiter. RWE versorgt mehr als 16 Millionen Kunden mit Strom und rund acht Millionen Kunden mit Gas.

Die Geschäftsfelder

Der Chef


Energieträger Erdgas

Erdgas ist nach Mineralöl der zweitwichtigste Bestandteil des deutschen Energiemix. Fast jede zweite Wohnung in Deutschland wird nach Angaben des BDEW inzwischen damit beheizt. Insgesamt sind es mehr als 18 Millionen Haushalte - Tendenz steigend. Zudem wird mit Erdgas Strom erzeugt, und umweltfreundliche Autos werden mit Erdgas angetrieben. Die Erdgas-Lagerstätten sind auf wenige Regionen begrenzt - mehr als die Hälfte der globalen Vorkommen befinden sich in den Ländern Russland, Iran und Katar.

Erdgas ist der am wenigsten klimaschädliche aller fossilen Brennstoffe. Bei seiner Verbrennung werden etwa 200 Gramm CO2 pro Kilowattstunde freigesetzt. Dies ist im Vergleich zu Erdöl (270 g/kWh) und Kohle (je nach Qualität 330 bis 400 g/kWh) gering.




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