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20.07.2010
 

Schwaches Quartal

Goldman-Sachs-Gewinn bricht um 82 Prozent ein

Goldman-Sachs-Zentrale in New York: 550 Millionen Dollar StrafeZur Großansicht
REUTERS

Goldman-Sachs-Zentrale in New York: 550 Millionen Dollar Strafe

Harte Landung für Goldman Sachs: Die einst profitabelste Wall-Street-Bank hat im zweiten Quartal 453 Millionen Dollar verdient - und damit wesentlich weniger als ihre schärfsten Konkurrenten JP Morgan, Bank of America und Citigroup. Daran ist auch die Rekordstrafe der US-Börsenaufsicht schuld.

New York - Die US-Investmentbank Goldman Sachs Chart zeigen hat im zweiten Quartal einen Dämpfer erhalten: Ein schleppend laufendes Geschäft, die britische Bonussteuer und die Rekordstrafe der Börsenaufsicht SEC haben den Gewinn auf 453 Millionen Dollar schrumpfen lassen. Vor einem Jahr hatte die profitabelste aller Wall-Street-Banken noch 2,7 Milliarden Dollar verdient.

An der Börse kam das Ergebnis nicht gut an: Die Aktie fiel im vorbörslichen Handel um mehr als zwei Prozent. Analysten hatten nicht mit den Sonderbelastungen gerechnet und einen höheren Gewinn prognostiziert.

"Das Marktumfeld ist während des zweiten Quartals schwieriger geworden", sagte Bankchef Lloyd Blankfein am Dienstag. Die Erträge lagen mit 8,8 Milliarden Dollar deutlich niedriger als im Vorjahr und auch als im ersten Quartal. Auch das Investmentbanking warf deutlich weniger ab als im Vorjahr, die Erlöse gingen um mehr als ein Drittel zurück. Der Handel mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen lief ähnlich schlecht. Der Aktienhandel brach sogar um zwei Drittel ein.

Goldmans Konkurrenten mussten teilweise auch Gewinnrückgänge hinnehmen

Hinzu kamen die Sonderbelastungen: Mit der Bonussteuer will die britische Regierung die Finanzmärkte zügeln. Goldman Sachs kostete das 600 Millionen Dollar. Für den Vergleich mit der SEC muss die Bank 550 Millionen Dollar zahlen.

Die Börsenaufsicht hatte Goldman vorgeworfen, Anleger beim Verkauf von Hypothekenpapieren getäuscht zu haben. Bei den Titeln handelte es sich um das Derivat Abacus 2007-AC1. Besonders missfiel der SEC dabei die Rolle des Hedgefonds-Managers John Paulson. Er hatte an dem Produkt mitgearbeitet und anschließend mit einer Gegenwette Milliarden gemacht, indem die Bank ihnen die Rolle eines großen Hedgefonds verheimlichte, der gegen die Wertpapiere wettete.

Goldmans Konkurrenten konnten ein besseres Ergebnis vorweisen, allerdings mussten auch sie teilweise Gewinnrückgänge hinnehmen. Die Bank of America Chart zeigen, die in der Finanzkrise heftig ins Straucheln geraten und mit Staatshilfen gerettet worden war, brachte es im ersten Quartal auf 3,1 Milliarden Dollar - im Vorjahr waren es 3,2 Milliarden Dollar. Die Citigroup Chart zeigenverdiente 2,7 Milliarden Dollar nach 4,3 Milliarden Dollar im Vorjahr. JP Morgan veröffentlichte einen Quartalsgewinn von 4,8 Milliarden Dollar - 76 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

yes/dpa/Reuters

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Die Akteure in der Goldman-Affäre

Goldman Sachs

REUTERS
Die US-Investmentbank soll Investoren um eine Milliarde Dollar geprellt haben. Die Börsenaufsicht SEC hat eine Zivilklage gegen die Bank eingereicht. Im Zentrum der Klage: Sogenannte "collateralized debt obligations" (CDO). Die fragliche CDO trug den Namen "Abacus 2007-AC1". Dieses "synthetische" Spekulationsvehikel war nichts anderes als ein Portfolio aus weiteren Kunstprodukten: "Credit default swaps" (CDS) - virtuelle Versicherungsverträge, mit denen sich Großbanken gegen Verluste auf dem Immobilienmarkt absicherten.

Der Hedgefonds-Milliardär John Paulson soll von Anfang an auf ein Scheitern von "Abacus" spekuliert haben - und zwar mit dem Wissen der Goldman-Sachs-Verantwortlichen. Die Bank streitet die Vorwürfe als "völlig haltlos" ab und will sich und die eigene Reputation "energisch verteidigen".

Fabrice Tourre

John Paulson

Börsenaufsicht SEC

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