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21.07.2010
 

Umfrage

Verbraucher misstrauen Zutatenlisten auf Lebensmitteln

Kundin im Supermarkt: Sorge um falsche Angaben auf LebensmittelnZur Großansicht
AP

Kundin im Supermarkt: Sorge um falsche Angaben auf Lebensmitteln

Misstrauensvotum gegen die Lebensmittelindustrie: Mehr als die Hälfte der Bürger hält die Angaben auf Nahrungsmitteln laut einer Umfrage für nicht korrekt. Auch die Angst vor gentechnisch veränderten Zutaten ist groß.

Taunusstein/Berlin - Die Deutschen trauen den Herstellerhinweisen für Lebensmittel nicht über den Weg. 55 Prozent der Bürger bezweifeln, dass die Produkte tatsächlich das enthalten, was in den Inhaltsangaben vermerkt ist. Dies gab das SGS Institut Fresenius am Mittwoch unter Berufung auf eine repräsentative Umfrage bekannt.

Mehr als die Hälfte der Verbraucher glaubt außerdem, dass Lebensmittel nicht so gesund sind, wie die Hersteller behaupten. Nur jeder Zehnte vertraut der Industrie und Politik überhaupt in Lebensmittelfragen.

Auch die Angst vor gentechnisch veränderten Zutaten ist groß. Knapp die Hälfte (48 Prozent) der Befragten befürchtet, dass auf der Lebensmittelverpackung wichtige Informationen zu den Inhaltsstoffen nur versteckt oder gar nicht angegeben sind.

Hinzu kommt, dass nach den Ergebnissen der Studie jeder Zweite (49 Prozent) die Angaben auf den Lebensmittel-Verpackungen wenig oder gar nicht verständlich findet. Vor allem ältere Menschen kämpfen demnach mit den Bezeichnungen.

Drei Viertel (75 Prozent) aller Befragten gaben an, sie würden nicht erkennen, ob ein Produkt gesund sei. 71 Prozent können nach eigenen Angaben zudem nicht einschätzen, ob bestimmte Lebensmittel für Kinder geeignet sind.

Die Studie wurde vom Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag von Fresenius durchgeführt.

Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch kritisierte, die Hersteller hätten sich die Vertrauenskrise der Verbraucher selbst zuzuschreiben. "Die Lebensmittelproduzenten nehmen die Interessen der Verbraucher nicht ernst", sagte der stellvertretende Geschäftsführer Matthias Wolfschmidt. Die Politik müsse nun den Mut aufbringen, Entscheidungen für die Verbraucher auch gegen den Willen von Großkonzernen durchzusetzen.

jok/ddp

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