Von Ulric Papendick und Thomas Katzensteiner
Hamburg - Der Hamburger HSH Nordbank droht nach Informationen von manager magazin ein zusätzlicher Finanzierungsbedarf in Höhe von bis zu sechs Milliarden Dollar. Auslöser des gestiegenen Finanzbedarfs sind die überwiegend in US-Dollar ausgereichten Schiffsfinanzierungen der Landesbank.
Seit Ausbruch der Finanz- und Euro-Krise kann sich die HSH Nordbank wie viele andere Landesbanken auch am Kapitalmarkt nicht mehr zu akzeptablen Konditionen in Dollar refinanzieren. Deswegen muss die Bank auf Euro ausweichen und die eingesammelten Mittel dann mittels kurzfristiger Swapgeschäfte in Dollar tauschen.
Wegen des Wertverfalls der Euro-Währung musste die Bank seit Beginn dieses Jahres einen immer höheren Betrag aufwenden, um ihr Schiffsportfolio zu decken. Der zusätzliche Finanzierungsbedarf liegt laut Insidern bis zu sechs Milliarden Dollar. Die Bank habe deswegen schon beim Rettungsfonds Soffin vorgefühlt.
Bei der HSH Nordbank hieß es auf Anfrage von manager magazin offiziell, man könne die Zahl von sechs Milliarden Dollar nicht nachvollziehen. Der Liquiditätskorridor liege im Plan, es gebe keine Refinanzierungslücken. Man plane auch nicht, neue Garantien des Soffin in Anspruch zu nehmen.
Die HSH Nordbank hat außerdem das Problem, dass der Verkauf ihrer Luxemburger Private-Banking-Tochter ins Stocken gerät. Die Bieterfrist für das Institut endete vor wenigen Tagen - offenbar ohne ernstzunehmende Angebote. Bei der HSH Nordbank hieß es dazu, man sei mit einigen Interessenten weiter im Gespräch. Es gebe bei dem geplanten Verkauf keinen Zeitdruck.
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