Bochum - Eine Branche verschwindet langsam, aber anscheinend sicher: Jeden Tag schließt nach Angaben des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks statistisch gesehen irgendwo in Deutschland eine Bäckerei. Rund 14.500 traditionell arbeitende Betriebe gebe es zur Zeit noch. Das sagte Heribert Kamm, der Vorsitzender des Bäckerinnungs-Verbands Westfalen-Lippe ist.
Vor einem halben Jahrhundert existierten noch fast viermal so viele Bäckereien in Deutschland - etwa 55.000. Jährlich verschwinden rund drei Prozent der Betriebe - statistisch also 1,2 Bäckereien jeden Tag.
Die Ursachen seien vielfältig und lägen zum Beispiel in den veränderten Einkaufs- und Verzehrgewohnheiten der Deutschen, sagte Kamm. "Was früher das Abendbrot war, ist heute eben vielerorts die gelieferte Pizza oder Fast Food". Außerdem hätten viele Betriebe wirtschaftliche Probleme und Nachwuchssorgen. "Wenn ich meinem Sohn nicht nachweisen kann, dass er einen wirtschaftlich profitablen Betrieb bekommt, dann sagt der doch, ich mache etwas anderes, wo ich Freitagmittag nach Hause gehen kann."
"Es findet ein Backvorgang statt"
Auch die Konkurrenz von Supermärkten und Discountern nehme immer stärker zu. Gegen den Discounter Aldi Süd hatte der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks vor wenigen Tagen Klage wegen irreführender Werbung eingereicht. Die Werbung für gebackenes Brot und Brötchen frisch aus dem Ofen sei eine Verbrauchertäuschung. Aldi weist die Kritik zurück. In dem "Backofen", mit dem schrittweise mehr als 1780 Filialen in Süd- und Westdeutschland ausgerüstet werden sollen, finde "ein Backvorgang statt", heißt beim Lebensmitteldiscounter.
"Backen bedeutet, dass es bei einer Kerntemperatur von rund 70 Grad zu einer Verkleisterung von Eiweiß kommt. Das ist nach unseren technologischen Vorstellungen in drei Minuten nicht möglich", widersprach Kamm. "Einen Kuchen holt man doch auch nicht nach drei Minuten aus dem Ofen."
Trotz aller Schwierigkeiten ist sich der Verbandschef sicher: Das Bäckerhandwerk hat Zukunft. 69.500 Mitarbeiter und 7300 Auszubildende sind in der Branche beschäftigt. "Mir hat man schon vor 40 Jahren gesagt, dass sei ein sterbendes Handwerk, und ich bin immer noch da", sagte Kamm, der in Hagen selbst einen Betrieb mit rund 30 Mitarbeitern leitet. Den Supermärkten und Discountern müsse man Qualität entgegensetzen. "Wir müssen einfach immer besser werden, damit es die Anderen immer schwerer haben."
böl/dpa
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Tja, und dann war sie zu... Kann nicht mal jemand anfangen, unsereren Baeckereien ein Denkmal zu setzen? Das wir eine Liste bekommen, mit Fotos natuerlich, fuer jede Stadt. Was ist in dieser Stadt die beste Baeckerei - die man [...] mehr...
Das "gesunde" Bergwurzelbrot besteht aus Weizenmehl, richrig? Körneranteil: Obendrauf, die Körner dürfen zumindest nach Gesetzeslage aus x% gepresstem Mehl bestehen Was ist an dem Brot besonders? Es suggeriert [...] mehr...
Ja und? Wo genau ist das Problem? Besagtes Bergwurzelbrot besteht aus einem speziell (= sehr fein) vermahlenem Mehl, welches wirklich aus der Schweiz kommt. Zusätzlich sind in dieser Mehlmischung Weizenkleber, Traubenzucker, [...] mehr...
Das gibt es eben nicht Nur zum Bsp LKR Stuttgart Bergwurzelbrot, schweizer Originalrezept, handgemacht Wird verkauft von dutzenden verschiedener Bäckereien Besteht aus gefärtem Weizenmehl, auf massive Nachfrage kam [...] mehr...
Hier wurde von Backmischungen geredet, von Steinöfen und Aufwärmern, von Arbeitszeiten und Bäckernachwuchs usw. Einige sagen, daß früher alles besser war, die anderen bestreiten das. Das mag ja alles gut und schön sein. Und neu [...] mehr...
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