Hamburg/London - Er steht seit Wochen unter Druck - nun macht Tony Hayward offenbar den Weg an der Spitze des BP-Konzerns frei: Nach Informationen der BBC plant er seinen Rücktritt, Verhandlungen über die Modalitäten sollen bereits stattgefunden haben. Eine offizielle Erklärung könnte laut BBC in den nächsten 24 Stunden folgen.
Am Montag will sich demnach der BP-Aufsichtsrat treffen, um über Haywards Zukunft zu beraten. Dabei werde es um den Zeitpunkt des Ausscheidens von Hayward gehen, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Sonntag - nicht um die Frage, ob er im Unternehmen verbleibe. Ein hochrangiger US-Regierungsbeamter bestätigte den bevorstehenden Rückzug Haywards. Ein führender Mitarbeiter des Ölkonzerns habe ihn Ende der vergangenen Woche über den Schritt informiert, so der Mann, der anonym bleiben wollte.
Hayward war wegen seines schlechten Krisenmanagements nach der Öl-Katastrophe heftig kritisiert worden. Als möglicher Nachfolger gilt der US-Amerikaner Bob Dudley, der im Moment die Arbeiten rund um den Golf von Mexiko koordiniert.
Die "Sunday Times" meldete, Hayward werde vor Dienstag zurücktreten, wenn der Konzern seine Quartalsergebnisse bekannt gibt. Analysten erwarten, dass BP trotz der Ölpest bislang 10 Milliarden Dollar (7,7 Milliarden Euro) Gewinn gemacht hat.
Hayward galt bis zu der Ölkatastrophe als Meisterreformer von BP - als Macher, der dem ehemaligen Energiekonzern des British Empire eine große, strahlende Zukunft eröffnet. Doch das öffentliche Bild änderte sich nach der Explosion der Plattform "Deepwater Horizon" dramatisch.
Rettungsarbeiten im Golf von Mexiko können wohl weitergehen
Unterdessen gibt es positive Nachrichten für die Arbeiten im Golf von Mexiko: Weil sich das Sturmtief "Bonnie" deutlich abgeschwächt hat, kann der Kampf gegen die Ölpest wieder aufgenommen werden. Die meisten Schiffe können innerhalb von 24 Stunden in die Unglücksregion zurückkehren, erste seien bereits wieder auf dem Weg, sagte ein Sprecher der Einsatzzentrale am Samstag.
Der für die Bekämpfung der Katastrophe zuständige US-Admiral Thad Allen äußerte die Hoffnung, dass BP etwa in drei bis fünf Tagen seinen neuesten Versuch zur endgültigen Abdichtung des Lecks aufnehmen kann. Bei der Aktion soll schwerer Schlamm durch die Ventile des Abdeckzylinders gepumpt werden, der seit mehr als einer Woche das Loch als temporäre Lösung verschließt. Die Aktion könne relativ schnell vonstattengehen.
Insgesamt sei der Kampf gegen die Ölpest wegen "Bonnie" jedoch um mehr als eine Woche zurückgeworfen worden. Von anderer Seite war sogar von einer 14-tägigen Verzögerung die Rede.
flo/dpa/Reuters/apn
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Tony Hayward hat zugegebener Maßen ungeschickt kommuniziert und muss letztlich auch für die gefälschten Bilder gerade stehen. Ansonsten hat er seit seinen Antritt einen guten Job gemacht. Es gab sicherlich schlechtere vor ihm. [...] mehr...
Es ist ja schon reichlich ungerecht das Hayward-Bushing. Da hat ein Manager über Wochen bis zur Erschöpfung die Beseitigung der Folgen des Ölunfalls dirigiert und in einem unbedachten Moment von "ich will mein altes Leben [...] mehr...
...noch mehr "schei++" Amerikaner braucht keiner in diesem Konzern ! Warum sind die Sicherheitsstandards denn gesunken bei BP ? Wegen den "verdammten Amis" im Konzern nach der Amoco Übernahme ! Das gesammte [...] mehr...
Unglücke und Unfälle sind in der Ölförderung eher die Regel als die Ausnahme und daher trägt die Britannische Petroleum nur eine geringe Schuld; da jene Bohrungen von der amerikanischen Regierung genehmigt worden sind; versäumt [...] mehr...
erwähnenswert wäre vielleicht gewesen, wie eng gerade BP mit der Labour-Regierung und ganz persönlich mit Tony Blair und Gordon Brown verbandelt war. Der Konzern durfte bei seinen mitunter finsteren Geschäften immer auf die [...] mehr...
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