Wirtschaft



ThemaBPRSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
25.07.2010
 

Öl-Multi in der Krise

BP-Chef Hayward bereitet den Abgang vor

BP-Chef Tony Hayward: Er wird nach Informationen der BBC zurücktretenZur Großansicht
REUTERS

BP-Chef Tony Hayward: Er wird nach Informationen der BBC zurücktreten

Jetzt also doch: BP-Vorstandschef Tony Hayward will britischen Medien zufolge die Konsequenzen aus dem Missmanagement der US-Ölpest ziehen - er soll bereits Verhandlungen über seinen Rücktritt geführt haben. Eine offizielle Erklärung könnte laut BBC in den kommenden 24 Stunden folgen.

Hamburg/London - Er steht seit Wochen unter Druck - nun macht Tony Hayward offenbar den Weg an der Spitze des BP-Konzerns frei: Nach Informationen der BBC plant er seinen Rücktritt, Verhandlungen über die Modalitäten sollen bereits stattgefunden haben. Eine offizielle Erklärung könnte laut BBC in den nächsten 24 Stunden folgen.

Am Montag will sich demnach der BP-Aufsichtsrat treffen, um über Haywards Zukunft zu beraten. Dabei werde es um den Zeitpunkt des Ausscheidens von Hayward gehen, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Sonntag - nicht um die Frage, ob er im Unternehmen verbleibe. Ein hochrangiger US-Regierungsbeamter bestätigte den bevorstehenden Rückzug Haywards. Ein führender Mitarbeiter des Ölkonzerns habe ihn Ende der vergangenen Woche über den Schritt informiert, so der Mann, der anonym bleiben wollte.

Hayward war wegen seines schlechten Krisenmanagements nach der Öl-Katastrophe heftig kritisiert worden. Als möglicher Nachfolger gilt der US-Amerikaner Bob Dudley, der im Moment die Arbeiten rund um den Golf von Mexiko koordiniert.


Die "Sunday Times" meldete, Hayward werde vor Dienstag zurücktreten, wenn der Konzern seine Quartalsergebnisse bekannt gibt. Analysten erwarten, dass BP trotz der Ölpest bislang 10 Milliarden Dollar (7,7 Milliarden Euro) Gewinn gemacht hat.

Hayward galt bis zu der Ölkatastrophe als Meisterreformer von BP - als Macher, der dem ehemaligen Energiekonzern des British Empire eine große, strahlende Zukunft eröffnet. Doch das öffentliche Bild änderte sich nach der Explosion der Plattform "Deepwater Horizon" dramatisch.

Rettungsarbeiten im Golf von Mexiko können wohl weitergehen

Unterdessen gibt es positive Nachrichten für die Arbeiten im Golf von Mexiko: Weil sich das Sturmtief "Bonnie" deutlich abgeschwächt hat, kann der Kampf gegen die Ölpest wieder aufgenommen werden. Die meisten Schiffe können innerhalb von 24 Stunden in die Unglücksregion zurückkehren, erste seien bereits wieder auf dem Weg, sagte ein Sprecher der Einsatzzentrale am Samstag.

Der für die Bekämpfung der Katastrophe zuständige US-Admiral Thad Allen äußerte die Hoffnung, dass BP etwa in drei bis fünf Tagen seinen neuesten Versuch zur endgültigen Abdichtung des Lecks aufnehmen kann. Bei der Aktion soll schwerer Schlamm durch die Ventile des Abdeckzylinders gepumpt werden, der seit mehr als einer Woche das Loch als temporäre Lösung verschließt. Die Aktion könne relativ schnell vonstattengehen.

Insgesamt sei der Kampf gegen die Ölpest wegen "Bonnie" jedoch um mehr als eine Woche zurückgeworfen worden. Von anderer Seite war sogar von einer 14-tägigen Verzögerung die Rede.

flo/dpa/Reuters/apn

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Forum

insgesamt 12 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
26.07.2010 von sir_vival: bitte nicht Dudley als Chairman

Tony Hayward hat zugegebener Maßen ungeschickt kommuniziert und muss letztlich auch für die gefälschten Bilder gerade stehen. Ansonsten hat er seit seinen Antritt einen guten Job gemacht. Es gab sicherlich schlechtere vor ihm. [...] mehr...

25.07.2010 von prophet46: Zwei Ellen

Es ist ja schon reichlich ungerecht das Hayward-Bushing. Da hat ein Manager über Wochen bis zur Erschöpfung die Beseitigung der Folgen des Ölunfalls dirigiert und in einem unbedachten Moment von "ich will mein altes Leben [...] mehr...

25.07.2010 von Realo: Nicht Dudley....

...noch mehr "schei++" Amerikaner braucht keiner in diesem Konzern ! Warum sind die Sicherheitsstandards denn gesunken bei BP ? Wegen den "verdammten Amis" im Konzern nach der Amoco Übernahme ! Das gesammte [...] mehr...

25.07.2010 von Diomedes: Schuld ist eigentlich allein die Regierung der USA!

Unglücke und Unfälle sind in der Ölförderung eher die Regel als die Ausnahme und daher trägt die Britannische Petroleum nur eine geringe Schuld; da jene Bohrungen von der amerikanischen Regierung genehmigt worden sind; versäumt [...] mehr...

25.07.2010 von angela_merkel: Öl-Multi in der Krise

erwähnenswert wäre vielleicht gewesen, wie eng gerade BP mit der Labour-Regierung und ganz persönlich mit Tony Blair und Gordon Brown verbandelt war. Der Konzern durfte bei seinen mitunter finsteren Geschäften immer auf die [...] mehr...

Und Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit! zum Forum...

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte
alles zum Thema BP

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP



TOP