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27.07.2010
 

Deutsche Bank

Ackermanns Investmentbanker schwächeln

Deutsche-Bank-Chef Ackermann: Zuversichtlich für das künftige GeschäftZur Großansicht
AP

Deutsche-Bank-Chef Ackermann: Zuversichtlich für das künftige Geschäft

Das Ergebnis ist gut, aber nicht glänzend: Die Deutsche Bank hat im zweiten Quartal mit 1,2 Milliarden Euro etwas mehr verdient als erwartet. Ob Konzernchef Ackermann seine ehrgeizigen Jahresziele erreicht, ist dennoch fraglich - seine wichtigste Sparte, das Investmentbanking, hat Probleme.

Frankfurt am Main - Die Deutsche Bank feiert derzeit einen Erfolg nach dem anderen: Gerade hat das größte deutsche Kreditinstitut den Stresstest mit Bravour bestanden, jetzt verkündet der Geldkonzern gute Zahlen für das zweite Quartal. Netto verdiente die Deutsche Bank Chart zeigen in den Monaten April bis Juni 1,2 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor waren es noch 1,1 Milliarden Euro.

Das Quartalsergebnis übertraf damit die Erwartungen von Analysten - wenn auch nicht übermäßig. Sie hatten mit einem etwas geringeren Gewinnanstieg gerechnet. Entsprechend waren die Reaktionen an der Börse: Papiere der Deutschen Bank legten zeitweise um drei Prozent auf fast 52 Euro zu.

Im Vergleich zum ersten Quartal dieses Jahres hat die Bank allerdings einen kleinen Dämpfer hinnehmen müssen. Die europäische Schuldenkrise hat die Anleger zuletzt verunsichert und damit die Erträge im Kerngeschäft Investmentbanking gebremst. Der Gewinn vor Steuern in dieser Sparte ging um fünf Prozent auf 779 Millionen Euro zurück. In den ersten drei Monaten hatte die Deutsche Bank noch das zweitbeste Vorsteuerergebnis aller Zeiten eingefahren - vor allem wegen des Investmentbankings.

Dagegen musste die Deutsche Bank im zweiten Quartal deutlich weniger Geld für faule Kredite zurücklegen: Die Risikovorsorge sank im Jahresvergleich auf 243 Millionen Euro von einer Milliarde Euro. Vor Steuern stieg der Gewinn um 16 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro und lag damit knapp unter den Erwartungen der Analysten.

Deutlich nach oben ging es im zweiten Quartal im sonst eher schwächelnden Geschäft mit Privatkunden (PBC). In dieser Sparte legte der Gewinn vor Steuern von 55 Millionen Euro auf 233 Millionen Euro zu. "Der Bereich PBC erreichte das beste Quartalsergebnis seit dem Höhepunkt der Finanzkrise", erklärte Bank-Chef Josef Ackermann.

Deutsche Bank hat zwei Milliarden Euro in Problem-Staatsanleihen investiert

Bei der Veröffentlichung der Stresstest-Ergebnisse am vergangenen Freitag hatte die Deutsche Bank nicht mitgeteilt, wie viele Staatsanleihen der schuldengeplagten Länder Portugal, Irland, Griechenland und Spanien (PIGS) sie hält. Die Bekanntgabe war nicht zwingend notwendig, die Zurückhaltung der Bank war aber in der Öffentlichkeit auf Unverständnis gestoßen.

Die Bank lieferte die Zahlen daher am Dienstag nach. Insgesamt hielt der Branchenprimus Ende März - bereinigt um Absicherungsgeschäfte - Bonds im Volumen von 1,95 Milliarden Euro. Der größte Teil entfiel auf Griechenland (1,09 Milliarden) und Spanien (1,01 Milliarden). Bei einem Zahlungsausfall von Irland und Portugal hätte die Bank nichts zu befürchten. Die Anleihen liegen überwiegend im Handelsbuch, wo Abschläge regelmäßig neu kalkuliert werden müssen.

Bank-Chef Ackermann zeigte sich am Dienstag zuversichtlich für das künftige Geschäft. Er rechne in diesem Jahr mit einer weiteren Belebung der Weltwirtschaft, schrieb Ackermann am Dienstag an seine Aktionäre. Rückschläge seien aber nicht ausgeschlossen. Konjunkturelle Risiken blieben vor allem in den USA, wo die Arbeitslosigkeit nach wie vor hoch ist. In Europa dämpften die Eingriffe von Regierungen das Wachstum, warnte Ackermann. Die Sorgen darüber, dass die Industriestaaten zurück in eine Rezession gleiten, klängen jedoch ab.

Ackermann will das Ergebnis 2011 auf das Rekordniveau von zehn Milliarden Euro steigern, allerdings nur, wenn bestimmte ökonomische Bedingungen eintreten. Jetzt warnte das Institut aber, dass die erwartete Normalisierung der Zinsen bislang nicht zu erkennen sei.

Analysten haben das Ziel ohnehin als sehr ehrgeizig bezeichnet. Denn gerade die Aussichten für das zentrale Investmentbanking sind eher trübe. So ist kurzfristig keine Belebung der Märkte in Sicht, außerdem lahmt das Beratungsgeschäft mit Börsengängen, Kapitalerhöhungen und Fusionen. Mittelfristig drohen im Handel härtere Kapitalauflagen, was die Rentabilität zusätzlich schmälert.

Bei den US-Rivalen wie Goldman Sachs und Morgan Stanley sah die Lage im zweiten Quartal ähnlich aus. Auch sie verdienten im Investmentbanking deutlich weniger als noch zu Jahresbeginn. Analysten schätzen den Ertragsrückgang branchenweit auf bis zu 40 Prozent.

yes/dpa-AFX/Reuters

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insgesamt 7 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
27.07.2010 von rob25: Wie gehts weiter

nach den Zahlen zum 2. Quartal bin ich gespannt wie es weiter geht bei der Deutschen Bank... bin mir noch nicht sicher ob die Finanzkrise wirklich nachhaltig überstanden ist. Das Sentiment zur Aktie hat sich heute dennoch [...] mehr...

27.07.2010 von flower power: ..nun ja..

Bruttosozialprodukt - produkt - produzieren - Waren, Güter... Investment kann ohne Produkte nicht leben, braucht die Produkte, macht sie teuer und spielt mit Angebot und Nachfrage - Investment brauchen wir nicht unbedingt. Ist [...] mehr...

27.07.2010 von Ylex: Mit Vorsicht zu genießen...

Zitat aus dem Artikel: „Die Anleihen liegen überwiegend im Handelsbuch, wo Abschläge regelmäßig neu kalkuliert werden müssen.“ Dass der Großteil der Bonds ins Handelsbuch geschoben wurde, ist schon an sich verdächtig – das [...] mehr...

27.07.2010 von rmuekno: Presse auf Abwegen

Wie schon oben gesagt, erzeugen die Investment Banker nichts als heiße Luft und betrügen die braven Bürger. Bingen Sie die Wlet an den Rand einer Katastrophe (hatten wir ja erst) schimpft die Presse, geht das Investmenbanking, das [...] mehr...

27.07.2010 von kdshp: aw

Hallo, ja sollte frau merkel (CDU) äh der staat nicht helfen und herrn ackermann unterstützen? Die logik war/ist doch das wenn wir den banken helfen es uns allen besser geht. Also so irgendwie um drei ecken! mehr...

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