London - Der britische Energiekonzern BP hat den Rücktritt seines Vorstandschefs Tony Hayward zum 1. Oktober erklärt. Der Londoner Konzern reagierte damit am Dienstag auf anhaltende Kritik an Haywards Krisenmanagement bei der Ölpest im Golf von Mexiko, der größten Naturkatastrophe vor der US-Küste.
Haywards Nachfolger wird wie erwartet der BP-Krisenmanager Robert Dudley. Der gebürtige New Yorker werde nach London in die Zentrale wechseln. Hayward soll den Angaben nach in das russische Gemeinschaftsunternehmen von BP wechseln, TNK-BP. Dort ist er als nicht-geschäftsführender Direktor vorgesehen.
Auf Haywards Nachfolger warten gewaltige Aufgaben: Er muss den beschädigten Ruf des Konzerns reparieren, eine drohende Übernahme verhindern und - vor allem - die Bilanz wieder in Ordnung bringen.
BP muss einen Verlust von 17 Milliarden Dollar verkraften
Im zweiten Quartal verzeichnete der Konzern den ersten Quartalsverlust seit 1992, wie BP ebenfalls am Dienstag mitteilte. Wegen der Kosten für die Ölpest verbuchte das Unternehmen in seiner Bilanz für April bis Juni einen Verlust von knapp 17 Milliarden Dollar. Darin enthalten sind 32,2 Milliarden Dollar für die drohenden Verbindlichkeiten der Katastrophe. Im ersten Quartal hatte BP noch einen Gewinn von 5,6 Milliarden Dollar gemacht.
Im dritten Quartal könnten weitere Milliardenverbindlichkeiten auf den Konzern zukommen, weil die im abgelaufenen Quartal verbuchten 32 Milliarden Dollar nicht alle erwarteten Kosten berücksichtigen. "Das Ausmaß und die Zeitspanne für mögliche Verpflichtungen in Bezug auf die Ölpest im Golf von Mexiko sind einem sehr hohen Grad an Unsicherheit ausgesetzt", hieß es im Quartalsbericht.
Um die Kosten bewältigen zu können, setzt der Konzern auf Verkäufe. In den kommenden 18 Monaten will BP so bis zu 30 Milliarden US-Dollar einnehmen. Das Unternehmen wolle sich vor allem von Öl- und Gasfeldern trennen, teilte es am Dienstag mit. Bereits in der vergangenen Woche hatte BP durch den Verkauf von Vermögenswerten in Texas, Kanada und Ägypten an den US-Öl- und Gasförderer Apache 7 Milliarden US-Dollar eingenommen.
Dudley ist seit mehr als 30 Jahren im Ölgeschäft
Seit der Explosion der BP-Ölbohrinsel "Deepwater Horizon" am 20. April ging es bei BP nur abwärts. Dem Konzern wird vorgeworfen, nicht entschieden genug gegen die Ölpest vorgegangen zu sein. Insbesondere Hayward scheiterte in seiner Rolle als Chefaufräumer und Problemlöser.
Von Dudley wird erwartet, die Verstimmungen mit der Regierung und der Bevölkerung in den USA zu bereinigen. Der 54-Jährige hatte von Hayward vor einiger Zeit bereits die operative Leitung bei der Eindämmung der Ölpest übernommen.
Dudley ist seit mehr als 30 Jahren im Ölgeschäft, zunächst beim US-Konzern Amoco. Amoco schloss sich 1998 mit BP zusammen. In dieser Zeit war Dudley bei zahlreichen Einsätzen im Ausland, unter anderem leitete er TNK-BP.
suc/yes/dpa/Reuters
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NTC zeigte gerade erste Bilder vom neuen Gusher vor Lousiana. Da sprudelt einfach Öl im Meer wie ein Springbrunnen. Das BP BOhrloch hat ja zumindest dafür gesorgt dass sich viele Menschen mit Ölbohrtechniken beschäftigten: die [...] mehr...
[QUOTE=Sapientia;5931915] Danke für den Beitrag! Ob Bundesbahn, Krankheitsreform... Was wir da aus Duisburg hören, ist natürlich der Gipfel der Dekadenz im Kleinen, insofern nun auch die Kommunalpolitiker vor jedem Betreiber [...] mehr...
[QUOTE=perpendicle;5931333] Stichwort: siehe Particularly Sensitive Sea Area (PSSA), gilt auch für die Karibik, ist ein Terminus der IMO, International Maritime Organization, London, eine maritime Untergruppe der UNO, hat [...] mehr...
[QUOTE=sysop;5930602]Jetzt ist es offiziell: QUOTE] Man muss sich Tony Haywards Äußerungen beim US Congress schon genau anhören, um halbwegs zu verstehen, welche Funktion er wohl beim BP Konzern innegehabt haben könnte: [...] mehr...
Die Nachricht ist eigentlich irrelevant, da einzig logische Konsequenz aus dem Ganzen... Wer hat nicht zu allererst mal gern einen Sündenbock... P.s. "Weltweit erwirtschaftete BP 2009 einen Konzernumsatz von 239 [...] mehr...
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