Frankfurt am Main - Die Commerzbank wehrt sich gegen den Vorwurf, sie verschaffe sich mit Steuergeldern Wettbewerbsvorteile. Die Konkurrenten würden nur Ausreden dafür suchen, dass sie Kunden verlieren, sagte Commerzbank-Privatkundenvorstand Achim Kassow "Frankfurter Rundschau" und "Berliner Zeitung". "Erstens gewinnen Sie allein mit niedrigen Preisen dauerhaft keine Kunden. Und zweitens können wir aufgrund der EU-Auflagen solche Preise überhaupt nicht nehmen", sagte Kassow.
Worum es geht: Volks- und Raiffeisenbanken haben zuletzt Beweise gesammelt, um der Commerzbank
ruinösen Wettbewerb nachzuweisen - von "Kampfpreisen" war die Rede. Die Commerzbank wirbt beispielsweise mit Prämien von 50 bis 100 Euro für die Konteneröffnung.
Die Brisanz dabei: Das Geldinstitut hatte in den Jahren 2008 und 2009 - kurz nach der Übernahme der angeschlagenen Dresdner Bank - über den Bankenrettungsfonds 18,2 Milliarden Euro an staatlichen Hilfen in Anspruch genommen.
Kassow betonte, die Bank bemühe sich, ihre Beratung zu verbessern. Die seit Jahresbeginn verpflichtenden Beratungsprotokolle schafften zwar Transparenz, verbesserten aber die Beratungsqualität nicht. "Das müssen wir schon selbst leisten."
cte/dpa
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