Wirtschaft


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01.08.2010
 

Griechenland

Streikfront der Trucker bröckelt

Streiks in Griechenland: Nichts geht mehr
Fotos
dpa

Die Versorgungslage in Griechenland normalisiert sich langsam wieder. Weil die Regierung die Armee einsetzt, laufen die Proteste der Tank- und Lastwagenfahrer zunehmend ins Leere. Nun wird über ein Ende des Streiks gesprochen - zumindest zeitweise.

Athen - Der Einsatz des Militärs hat offenbar die Wende gebracht. Nach einem tagelangen Streik der griechischen Tank- und Lastwagenbesitzer beginnt sich die Versorgungssituation im Land wieder zu entspannen. "Die Krankenhäuser sind nun mit Brennstoff versorgt", sagt Regierungssprecher Giorgos Petalotis. "Wir werden das Militär über das Wochenende einsetzen, erwarten aber eine Rückkehr zur Normalität mehr oder weniger am Montag."

Die Armee hat die Belieferung von Krankenhäusern, staatlichen Behörden, Elektrizitätswerken und anderen logistisch wichtigen Bereichen wie Häfen und Flughäfen übernommen. Die Soldaten versorgten am Sonntagvormittag mehr als die Hälfte der Tankstellen in Athen und der zweitgrößten Stadt Thessaloniki mit Treibstoff - und zwar unter Polizeischutz. Auch viele Tankwagenbesitzer, die von der Regierung zum Zwangsdienst verpflichtet worden waren, setzten ihre Fahrzeuge ein.

Zuvor hatten Vertreter der streikenden Spediteure noch angekündigt, sich der Anordnung widersetzen zu wollen. "Sollen sie doch kommen und uns alle einsperren", hatte der Aktivist Nikos Sidas erklärt. Die Gewerkschaft der Tankwagenbesitzer will nun noch am Sonntag entscheiden, ob der Streik ausgesetzt wird. Dann sollten auch die Lkw-Besitzer folgen, berichtete der griechische Rundfunk am Sonntagmorgen.

Die Lastwagenbesitzer protestieren seit Montag gegen ein geplantes Gesetz der Regierung, wonach jeder Inhaber eines Lkw-Führerscheins eine Transportlizenz bekommen kann. Die bisher tätigen Transporteure sehen in der geplanten Gesetzesänderung deshalb eine Art Enteignung ihres Vermögens, weil mit der Öffnung ihres Berufs der Wert ihrer Lizenzen deutlich fallen wird. Heute kostet eine solche Lizenz bis zu 300.000 Euro.

Der Streik hatte dem griechischen Tourismus massiv geschadet. Wegen des Spritmangels mussten tausende Urlauber ihre Mietwagen abgeben. Andere, die mit dem Wohnmobil oder dem eigenen Wagen unterwegs sind, mussten auf Campingplätzen oder in Hotels ausharren.

Außerdem blieben nach Angaben der griechischen Tourismusindustrie viele kurzentschlossene Urlauber einfach zu Hause. Last-Minute-Reisen etwa zu den Kykladen seien um 37 Prozent zurückgegangen, sagte Hotelbesitzer Costas Arvanitis. Die Restaurants auf den Inseln meldeten 25 Prozent Umsatzrückgang.

chs/dpa/apn

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