Hamburg - Im Golf von Mexiko ist das Ölleck am Meeresgrund noch nicht gestopft - da startet BP schon die nächsten, möglicherweise riskanten Förderprojekte: In wenigen Wochen will der Energieriese eine Tiefseebohrung im Golf von Sirte starten. Unter dem Meeresgrund vor der libyschen Küste liegt ein riesiges Öl- und Gasfeld, das BP erschließen will.
Fünf Bohrungen plant der Konzern, einige sollen mehr als zwei Kilometer in die Tiefe dringen, tiefer noch als jene Bohrung, die im Golf von Mexiko die verheerende Umweltkatastrophe ausgelöst hat.
Die Vorkommen im Golf von Sirte liegen nur etwa 500 Kilometer von der italienischen Küste entfernt. Entsprechend besorgt ist die dortige Regierung. Italiens Umweltministerin Stefania Prestigiacomo macht sich nun für ein Mittelmeer-Moratorium stark: für ein vorübergehendes Tiefseeförderverbot in der Region.
Sie sei "besorgt" über BPs Bohrpläne, sagte Prestigiacomo der britischen "Financial Times". Die Ölpest im Golf von Mexiko habe gezeigt, wie riskant Ölförderung in der Tiefsee sei. Ein Moratorium könnte "der richtige Ansatz sein", um Europa Zeit zu verschaffen, eine Strategie zu entwickeln, wie mit solch riskanten Methoden im Mittelmeer umzugehen sei.
Prestigiacomo steht mit dieser Forderung nicht allein da. Auch EU-Energiekommissar Günther Oettinger drängt auf ein Moratorium, ebenso eine maltesische Uno-Abteilung, die für den Umweltschutz im Mittelmeer zuständig ist - und laut der Libyen noch nicht einmal einen Notfallplan für eine mögliche Ölkatastrophe in der Region hat. Das libysche Regional Marine Pollution Emergency Response Centre gibt dagegen an, für den Ernstfall gerüstet zu sein.
Mauschel-Vorwürfe gegen BP
Der Energieriese hatte die Rechte für das Ölfeld vor der libyschen Küste bereits 2007 erworben. Zuletzt hatte es Spekulationen gegeben, die Geschäfte könnten bei der vorzeitigen Freilassung eines libyschen Lockerbie-Attentäters eine Rolle gespielt haben. Der Energieriese soll demnach die Entlassung von Abdel Basset al-Megrahi aus schottischer Haft aktiv unterstützt haben, um den milliardenschweren Ölförderungsvertrag abschließen zu können. Der Konzern bestreitet die Vorwürfe.
Drei Monate nach dem Beginn der Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko könnte BP am Montagabend mit dem endgültigen Verschluss des Öllecks beginnen. Ingenieure bereiteten sich darauf vor, Bohrschlamm und Zement in das Bohrloch in 1500 Metern Tiefe zu pressen, erklärte der von der US-Regierung eingesetzte Krisenmanager Thad Allen am Sonntag. Der Versuch werde entweder Montagabend oder am Dienstagmorgen in Angriff genommen.
Ob der Verschluss des Bohrlochs erfolgreich verlaufen sei, werde sich bereits nach wenigen Stunden zeigen, erklärte Allen. Fünf bis sieben Tage später sollen dann Bohrschlamm und Zement über eine Entlastungsbohrung von unten in das Bohrloch gepumpt werden, um das Leck ein für alle Mal zu verschließen.
ssu
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Immerhin weiß ich jetzt, daß BP der zweitgrößte Konzern der Welt ist, direkt hinter Walmart, dem amerikanischen Aldi. Und natürlich vor den amerikanischen Ölmultis, also Exxon und Shell. Und dann scheint es sich bei dem Bohrort [...] mehr...
Immerhin weiß ich jetzt, daß BP der zweitgrößte Konzern der Welt ist, direkt hinter Walmart, dem amerikanischen Aldi. Und natürlich vor den amerikanischen Ölmultis, also Exxon und Shell. Und dann scheint es sich bei dem Bohrort [...] mehr...
Nennen wir die Andersdenkenden nicht Ökohysteriker. Aber wenn man das Krisenmanagement der BP leugnet, dann sollte man konsequent sein Verhältnis zum Ölmarkt überdenken. Wer mal eben tanken fährt, der befeuert genau die [...] mehr...
Das Öl der Welt gehört den Amis. Hier ein schöner Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Erd%C3%B6l/Tabellen_und_Grafiken Solange die Amis nicht an die Reserven von Rußland und Iran kommen, müssen sie halt immer tiefer bohren, [...] mehr...
Welches KrisenManagement? Man fing an zu reagieren, nachdem das Öl bereits tagelang den Golf v. Mexiko verunreinigte. Und auch für die anstehende Bohrung vor Lybien existiert kein Notfallplan. Sprich: es wird wieder erstmal [...] mehr...
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