Berlin - Die Berliner Wirtschaft hat sich in den vergangenen Jahren so gut entwickelt wie seit der deutschen Wiedervereinigung nicht mehr. Im bundesweiten Vergleich wuchs die Hauptstadt am schnellsten. Von 2004 bis 2009 legte das Bruttoinlandsprodukt um durchschnittlich 1,7 Prozent jährlich zu, in Deutschland dagegen nur um 0,5 Prozent. Das ergab eine am Mittwoch veröffentlichte Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung ( DIW).
Nach einem zehn Jahre dauernden Schrumpfungsprozess habe Berlin "die Trendwende geschafft", sagte der Autor der DIW-Studie, Karl Brenke. Zuvor war die Wirtschaftsleistung seit Mitte der 90er Jahre mit einer Ausnahme ständig gesunken. Der Rückstand zu anderen Großstädten sei allerdings noch immer groß: Die Wirtschaftskraft ist nur halb so hoch wie in Hamburg.
Wachstumstreiber der Hauptstadt sei allein der Dienstleistungssektor gewesen. So habe der boomende Tourismus das Gastgewerbe stark wachsen lassen. Auch das Gesundheits- und Sozialwesen sowie die Bildungsbranche seien erfolgreich. Nach wie vor schwach sei die Industrie. Deshalb sei Berlin auch wenig von der Wirtschaftskrise getroffen worden, so die Studie.
Zwei von drei Euro werden mit Dienstleistungen verdient
Auch auf dem Arbeitsmarkt der Hauptstadt geht es bergauf. Knapp 140.000 Erwerbstätige sind laut DIW zwischen dem Tiefpunkt im zweiten Quartal 2005 und dem ersten Quartal 2010 hinzugekommen. Das sind neun Prozent mehr, während das Plus deutschlandweit nur bei 3,5 Prozent lag. Entstanden sind die Jobs vor allem im Dienstleistungsbereich. Zwei von drei Euro werden in der Stadt mittlerweile hier eingenommen. Zudem gebe es überdurchschnittlich viele Selbstständige: In Berlin ist jeder siebte Erwerbstätige sein eigener Chef, bundesweit nur jeder neunte.
Zugenommen hat in der Hauptstadt laut Studie vor allem die Zahl der Beschäftigten in Sozial- und Gesundheitsberufen, in der Gästebetreuung und die Zahl der Lehrer. Auch Künstler und Publizisten, Ingenieure und Naturwissenschaftler, EDV-Fachleute, Wirtschaftsprüfer und Werbefachleute fanden einen Job in Berlin.
Viele von ihnen wanderten aber offenbar zu. Denn mit fast 14 Prozent weist Berlin gleichzeitig die höchste Arbeitslosenquote aller Bundesländer auf. Damit wuchs die Zahl der Arbeitslosen sogar schneller als im Bundesdurchschnitt. Gesucht würden nämlich vor allem gut qualifizierte Fachkräfte, während ein großer Teil der Arbeitslosen in Berlin keine Berufsausbildung habe. Viele Erwerbslose seien zudem schon längere Zeit ohne Job und deshalb schwer vermittelbar. "Die Spaltung auf dem Berliner Arbeitsmarkt scheint sich zu vertiefen", sagte DIW-Experte Brenke.
lgr/AFP/Reuters/ddp
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Jährliches Wachstum von 1,7 % von nichts ist immer noch nichts! ... aber wenigstens sexy! Na dann ... mehr...
Oh ... Berliner Wirtschaft wächst also am schnellsten, das ja toll. Wo vorher nicht viel war und plötzlich etwas wächst, ja, das sieht prozentual gesehen richtig 'schnell' & 'viel' aus. Wann sehen wir mal konrete Zahlen [...] mehr...
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