Frankfurt am Main - Die Drogeriekette Schlecker interpretiert den erst kürzlich ausgehandelten Tarifvertrag auf ihre eigene Weise. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet, schickte Schlecker den Mitarbeitern neben der normalen Lohnabrechnung einen Hinweis, das Stundenguthaben werde in ein Depot überführt. Einen Grund dafür, warum die im Juni geleisteten Überstunden nicht wie vereinbart ausbezahlt wurden, lieferte das Unternehmen nicht.
Der Fall beschäftigt inzwischen auch die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di, die die Schlecker-Beschäftigten vertritt - zumal es sich keineswegs um einen Einzelfall handelt. Bundesweit seien die Überstunden nicht ausbezahlt worden, sagte ein Gewerkschaftssekretär der Zeitung.
Indes hofft Ver.di auf eine gütliche Einigung mit Unternehmenschef Anton Schlecker. "Wir wollen Schlecker die Gelegenheit geben, dumme Gedanken zu verwerfen, bevor wir ihn in die Pfanne hauen."
Für die rund 34.000 Mitarbeiter, die in den knapp 9000 deutschen Schlecker-Filialen beschäftigt sind, ist im Juni ein Tarifvertrag auf dem Niveau des Flächentarifvertrags für den Einzelhandel in Baden-Württemberg vereinbart worden. Zu den Überstunden wurde den Angaben zufolge geregelt, dass diese auch in Freizeit abgegolten werden können, aber nur wenn beide Parteien einverstanden sind.
Schlecker war im vergangenen Jahr wegen der Bezahlung seiner Mitarbeiter massiv in die Kritik geraten. Schlecker war vorgeworfen worden, einen Teil der Beschäftigten in eine selbst gegründete Zeitarbeitsfirma ausgelagert zu haben. Der Unternehmer hatte den Vorwurf des Lohndumpings zurückgewiesen.
mik/ddp
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So ist es, leider. Selbst wenn in meinem Bekannten- und Freundeskreis, der zu nahezu 100% aus Menschen mit Abitur und abgeschlossenem Studium besteht, das Gesprächsthema sich mal um diese Problematiken dreht, ernte ich zu [...] mehr...
Genau, man kann auch auf H-IV gehen und sich dann von Politikern, ARGE-Angestellten und Spon-Foristen demütigen lassen. mehr...
Ohne Frage: da wird ein sinnvolles Instrument gegen die Arbeitnehmer gewandt. Wollte nur klarstellen dass nicht Stundenkonten per se das Übel sind, sondern eben die Art, wie Schlecker sie anwendet. Mit einem Hammer kann [...] mehr...
Das ist der springende Punkt: Beiderseitiges einvernehmen Wenn es aber so ist wie im Fall Schlecker, das für viele die Überstunden Gehaltsnteil sind, der es erst ermöglicht den Monat zu überleben, dann ist das kommentarlose [...] mehr...
Ebenfalls in Unkenntnis der konkreten Arbeitsverträge: Stundenkonten sind mir auch seit ewig und drei Tagen bekannt. Und zwar positiv: in einem Bereich (Krankenpflege), in dem sich häufig viele Überstunden ansammeln, freut sich [...] mehr...
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