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14.08.2010
 

Anbauverbot

US-Gericht stoppt Gen-Zuckerrüben

Zuckerrüben: Monsanto arbeitet am Super-SaatgutZur Großansicht
DPA

Zuckerrüben: Monsanto arbeitet am Super-Saatgut

95 Prozent der in den USA angebauten Zuckerrüben sind genmodifiziert. Die Genehmigung dafür hat die Regierung vorschnell erteilt, entschied jetzt ein Gericht - und hat den weiteren Anbau der Gen-Rüben verboten. Der Biotechnologiekonzern Monsanto fürchet Einbußen in Milliardenhöhe.

San Francisco - Mehr als die Hälfte des Zuckerbedarfs in den USA wird durch Zuckerrüben gedeckt - und die sind praktisch alle genmodifiziert. Ein US-Gericht hat jetzt den weiteren Anbau von genetisch veränderten Zuckerrüben des Biotechnologiekonzerns Monsanto untersagt. Bei der Genehmigung der Pflanzensorte durch das Landwirtschaftsministerium seien die Folgen für die Umwelt nicht angemessen überprüft worden, erklärte Richter Jeffrey White am Freitag.

Das Anbauverbot gilt nur für Neu-Anpflanzungen. Bisher angebaute Pflanzen der Sorte dürfen weiterhin genutzt und geerntet werden. Auch nichtgenmodifizierte Sorten sind weiter erhältlich, so dass Experten zufolge die Zuckerproduktion nicht dramatisch von der Entscheidung beeinflusst wird. Noch vor zwei Jahren sei unmodifiziertes Saatgut weit verbreitet gewesen. Die Zuckerindustrie warnte jedoch davor, dass womöglich nicht genug Saatgut ohne Genmodifikationen verfügbar sei.

Die Entscheidung bedeutet einen Rückschlag für Monsanto. Nach Angaben des Unternehmens droht ein Widerruf der Anbaugenehmigung den Konzern und seine Kunden in den Jahren 2011 und 2012 rund zwei Milliarden Dollar zu kosten. Bis die Gen-Rüben in den USA erneut genehmigt sind, könnten Jahre vergehen. BASF arbeitet mit Monsanto bei der Entwicklung von gentechnisch verändertem Mais, Raps, Weizen sowie Soja und Baumwolle zusammen. In Deutschland entwickelt BASF mit der Firma KWS genmodifizierte Zuckerrüben.

Richter White hatte erklärt, es sei rechtlich unklar, ob er ökonomische Faktoren überhaupt in das Urteil einbeziehen könne. Aber selbst wenn, so habe das Landwirtschaftsministerium nicht dargelegt, dass ein Verbot der Gen-Saat gravierende Folgen haben könnte. Laut US-Regierung hat die Zuckerrüben-Ernte einen Wert von rund 1,3 Milliarden Dollar. Farmer zeigten sich erleichtert, dass zumindest ihre diesjährige Ernte nicht in Gefahr ist.

Bereits 2009 hatte White Mängel bei der Genehmigung in einem Urteil kritisiert, das Verbot ist eine Folge der damaligen Entscheidung. Das Landwirtschaftsministerium kündigte an, nun die nächsten Schritte zu prüfen. Auch Monsanto will die Konsequenzen des Urteils vor der nächsten Aussaat im Frühjahr 2011 klären. In einem ähnlichen Fall hatte die Regierung nach einem gerichtlichen Verbot eine Teilgenehmigung aussprechen können.

Angestrengt wurde der Prozess von Umweltschützern, denen zu Folge für die genveränderten Zuckerrüben mehr Unkrautvernichtungsmittel eingesetzt werden als für herkömmliche Sorten.

ore/Reuters

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insgesamt 19 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
16.08.2010 von frau trallala: ...

Und ich habe auch schon geantwortet ;) mehr...

16.08.2010 von Satiro: °

liebe frau trallala, habe an Sie eine PN betreffend Syngenta geschrieben, die hier etwas sehr OT wäre. (Syngenta steht im Wettbewerb mit der "bösen" Monsanto) mehr...

15.08.2010 von frau trallala: Noch was

"Giftspritze im Chemo-Landbau"??! Na da habe ich doch gleich noch etwas entdeckt, was sie nach altbewährter Manier einfach mal pauschalisiert haben. Ziemlich dumme Verwechslung. Mal wieder. Oder glauben Sie etwa [...] mehr...

15.08.2010 von frau trallala: ...

Schon klar, ich muss natürlich automatisch korrupt sein wenn ich nicht sofort in das unqualifizierte Gemecker einsteige... Nur weil ich erstens nicht so doof bin Monsanto mit Gentech zu verwechseln. Schlagen Sie doch einfach [...] mehr...

15.08.2010 von sdt62: Den Schaden haben die Landwirte

Monsanto verdient an Roundup fast nichts mehr wegen billiger Nachahmerprodukte aus China. Und ob sie den Landwirten nun gv-Saat verkaufen oder konventionelle, macht auch keinen großen Unterschied. Den Hauptschaden tragen die [...] mehr...

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Im Überblick: Die Bestimmungen des Gentechnik-Gesetzes

Anbau

DPA
Der Anbau von Gentech-Pflanzen beschränkt sich in Deutschland zur Zeit auf die Kartoffelsorte "Amflora" des Chemiekonzerns BASF. Das für die Produktion von industriell verwendeter Kartoffelstärke optimierte Nachtschattengewächs wächst in Mecklenburg-Vorpommern auf einem 15-Hektar-Feld. Daneben finden auch 2010 zahlreiche experimentelle Freisetzungen statt: Auf insgesamt 13 Hektar gedeihen gentechnisch veränderte Zuckerrüben, Mais- und Weizenpflanzen, die von Firmen und Universitäten im Freiland getestet werden, aber nicht kommerziell genutzt werden dürfen. Im Jahr 2008 wurde in Deutschland auf rund 3200 Hektar gentechnisch veränderter Mais des US-Saatgutkonzerns Monsanto angebaut (MON810) - 99 Prozent davon in Ostdeutschland. Der Gentech-Anteil an der gesamten Maisanbaufläche lag bei nur 0,15 Prozent. Seit April 2009 ist der MON810-Anbau in Deutschland verboten. Der umstrittene Gen-Mais soll besser vor dem Schädling Maiszünsler geschützt sein.

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