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27.08.2010
 

Ex-Porsche-Chef

Zwei von drei Verfahren gegen Wiedeking werden eingestellt

Wendelin Wiedeking: Der Manager kämpfte lange um seinen PostenZur Großansicht
ddp

Wendelin Wiedeking: Der Manager kämpfte lange um seinen Posten

Eine gute und eine schlechte Nachricht für Wendelin Wiedeking: Die Staatsanwaltschaft Stuttgart stellt die Ermittlungen gegen den ehemaligen Porsche-Chef in zwei von drei Punkten ein. Allerdings geht sie dem schwerwiegenden Verdacht auf Kursmanipulation weiter nach.

Hamburg - Atempause für Wiedeking: Nach umfangreichen Ermittlungen und Durchsuchungen haben die Staatsanwälte in Stuttgart jetzt verfügt: Zwei Verfahren gegen den ehemaligen Chef von Porsche werden eingestellt.

Im ersten Verfahren geht es um den Vorwurf, die Porsche Automobilholding SE habe das Ausscheiden des Vorstandschefs und des Finanzchefs Holger Härter am 23. Juli 2009 zu spät öffentlich bekannt gegeben. SPIEGEL ONLINE hatte bereits am 17. Juli berichtet, Wiedeking werde durch Vorstand Michael Macht abgelöst.

Doch die Ermittlungen ergaben, dass Wiedeking bis in die Morgenstunden des 23. Juli noch um seinen Posten kämpfte und der Aufsichtsrat noch keinen Beschluss zu seiner Ablösung gefasst hatte. Deshalb kann dem Unternehmen keine verspätete Meldung vorgehalten werden.

Porsche muss auch Hedgefonds-Klage fürchten

In dem zweiten jetzt eingestellten Verfahren geht es um den Vorwurf der Weitergabe von Insiderwissen durch den Ex-Finanzchef Härter. Härter hatte den SPD-Politiker Claus Schmiedel über die wirtschaftliche Lage des Unternehmens informiert. Es handelte sich dabei aber offenbar nicht um Insiderwissen.

Im Hauptpunkt aber ermittelt die Staatsanwaltschaft Stuttgart weiter: Die Porsche SE soll gemeinsam mit der Maple Bank in Frankfurt Marktmanipulationen begangen haben, indem sie den Kurs der VW-Aktie durch Kauf und Verkauf von VW-Aktien in einer bestimmten Höhe hielt.

Dieses Verfahren dreht sich um die schwerwiegendsten Vorwürfe gegen Wiedeking, Härter und die Porsche SE. Die Staatsanwaltschaft geht Hinweisen nach, dass Porsche "ab Oktober 2008 bis mindestens Juni 2009" zumindest mittelbar über die Preise der VW-Stammaktien bestimmt hat. Unabhängig von den Ermittlungen in Deutschland prüft ein US-Gericht, ob die Schadensersatzklage mehrerer Hedgefonds gegen Porsche in den USA zugelassen wird.

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