Wirtschaft



ThemaDeutsche BahnRSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
29.08.2010
 

Sauna-Züge

Bahn zahlt 2,7 Millionen Euro an Hitzeopfer

Anfang Juli versorgten Helfer ICE-Hitzeopfer im Bahnhof Bielefeld: Massive KritikZur Großansicht
DPA

Anfang Juli versorgten Helfer ICE-Hitzeopfer im Bahnhof Bielefeld: Massive Kritik

Defekte Klimaanlagen in ICE-Zügen der Bahn kommen den Konzern teuer zu stehen: Das Unternehmen hat 23.000 Hitzeopfern Schmerzensgeld in Millionenhöhe gezahlt. Doch es stehen noch weitere Entschädigungen aus.

Berlin - Kollabierende Fahrgäste in Sauna-Zügen mit kaputter Kühlung: Tausende Bahnreisende haben das Klimaanlagen-Chaos in den Fernzügen der Deutschen Bahn Anfang Juli in extrem schlechter Erinnerung. Doch der Konzern kämpft um seinen guten Ruf - und lässt sich die Wiedergutmachung jetzt viel kosten. Das Unternehmen hat inzwischen 23.000 Hitzeopfer entschädigt. Insgesamt seien bislang 2,7 Millionen Euro geflossen, teilte das Unternehmen am Sonntag mit.

Dabei dürfte es nicht bleiben. Nach Angaben einer Bahn-Sprecherin ist die Bearbeitung entsprechender Anträge noch nicht erledigt. Wie hoch die zu zahlende Summe für den staatseigenen Konzern am Ende wird, ist daher noch offen.

In zahlreichen ICE-Zügen hatten sich Anfang Juli über mehrere Tage hinweg teils dramatische Szenen abgespielt: Fahrgäste kollabierten, manche schlugen Fensterscheiben ein nachdem die Temperaturen in den Zügen auf weit mehr als 30 Grad gestiegen waren. In gut 50 Fernzügen waren die Klimaanlagen ausgefallen - teils komplett, teils in einzelnen Wagen.

In einem extremen Fall musste ein ICE in Bielefeld gestoppt werden, in dem mehrere Schüler zusammenbrachen. Pannen gab es vor allem bei älteren ICE der ersten und zweiten Generation. Deren Kühlung bringt nur bei Außentemperaturen bis etwa 32 Grad die volle Leistung. Um die Probleme in den Griff zu bekommen, wurden Wagen zeitweise nicht mehr so stark abgekühlt. Solche Nachjustierungen konnten die Situation stabilisieren, so dass es laut Bahn nach dem 14. Juli nur noch sehr vereinzelte Kühlungsdefekte gab.

Bahn-Chef Grube präsentiert im September neue Qualitätsoffensive

Um Vertrauen zurückzugewinnen, hatte der Vorstand entschieden, Reisenden mit Gesundheitsproblemen wegen aufgeheizter Züge 500 Euro Schmerzensgeld zu zahlen. Außerdem sollten diese Hitzeopfer das Anderthalbfache des Fahrpreises als Gutschein zurückbekommen, andere Betroffene die Hälfte des Ticketpreises. Ende Juli hatte Bahn-Chef Rüdiger Grube berichtet, dass zunächst knapp 5700 Kunden Entschädigungen im Wert von 374.000 Euro erhalten hatten.

Die neuerlichen Pannen hatten der Bahn massive Kritik eingebracht, nachdem es bereits im Winter zu diversen Zugausfällen gekommen war. Im September will Grube daher weitere Schritte einer "Kunden- und Qualitätsoffensive" vorstellen. Damit soll verhindert werden, dass die ICE-Technik bei extremem Wetter erneut so störanfällig ist. Im November beginnt eine Generalüberholung der 44 ICE-2-Züge, die bis 2013 abgeschlossen sein soll. Dabei wollen die Experten prüfen, ob auch Energieversorgung und Klimaanlagen überarbeitet werden sollten. Es bleibt nach Grubes Worten jedoch eine "Achillesferse", dass wegen zusätzlicher Achs-Überprüfungen kaum ICE-Reservezüge einsetzbar sind.

yes/dpa

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Forum

insgesamt 22 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
29.08.2010 von leser008: Saunazüge

Zitat aus dem Artikel: Doch der Konzern kämpft um seinen guten Ruf - und lässt sich die Wiedergutmachung jetzt viel kosten. na, demnach hätte die BahnMöGAG (B.Möchtegernaktiengesellschaft) locker gar nichts zahlen müssen. [...] mehr...

29.08.2010 von querollo: Kirche im Dorf

Was ist hier eigentlich los? Kann mir bitte mal jemand erklären, warum es angebracht sein soll, dass jeder, der mal aus seiner Komfort-Zone gedrückt wird, sich gleich nach jemandem umsieht, der ihm dafür einen Scheck [...] mehr...

29.08.2010 von Omen: Entschädigung

Gerade mal 17% der Fahrgäste im Fernverkehr der Bahn, fahren mit einer Fahrkarte zum Normalpreis. Die meisten haben eine Bahncard und/oder fahren zum Sparpreis. Daher dürften die meisten mehr als ihre Fahrkarte entschädigt [...] mehr...

29.08.2010 von baschy: Hallo Her Grube

Vielleicht läß sich bei Stuttgart-21 noch ein hübsches Sümmchen abzwacken und in den Austausch der Klimaanlagen der ICE-Flotte stecken. Bei geschätzen 12-13 Milliarden am Ende, sollte das doch möglich sein Herr Grube. Oder [...] mehr...

29.08.2010 von weltbetrachter: es gibt viele Arten sich lächerlich zu machen ...

- die Bahn hat eine hinzugefügt. Eine absolut undiskutable Entschädigung pro Person. Die Bahn sollte sich in Grund und Boden schämen. Die Vorstände müssen jetzt auch monatlich mit dem gleichen Betrag für ihre "ARBEIT" [...] mehr...

Und Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit! zum Forum...

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte
alles zum Thema Deutsche Bahn

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Deutsche Bahn

Der Konzern

dpa
Mit einem Umsatz von rund 30 Milliarden Euro und knapp 240.000 Mitarbeitern ist die Deutsche Bahn einer der größten Konzerne des Landes. Jedes Jahr transportiert das Unternehmen fast zwei Milliarden Reisende im Fern- und Nahverkehr.

Die Geschäftsfelder

Der Chef






TOP



TOP