Frankfurt am Main - Unerwartet gute Daten vom US-Arbeitsmarkt haben den Dax
am Freitagnachmittag kräftig angeschoben. Der deutsche Leitindex stieg um knapp 1,5 Prozent, nachdem er zuvor nur leicht Prozent im Plus gelegen hatte. Auch der Ölpreis zog an. Ein Fass der Sorte WTI verteuerte sich um 0,2 Prozent auf mehr als 75 Dollar. Der Euro
kostete am Nachmittag 1,2874 Dollar - gut einen halben Cent mehr als am Morgen.
Hauptgrund für das Plus an den Börsen sind überraschend gute Zahlen zum amerikanischen Arbeitsmarkt. In den USA ist die Beschäftigung im August deutlich schwächer als erwartet gesunken. Auf Monatssicht sei die Zahl der Beschäftigten um 54.000 zurückgegangen, teilte das US-Arbeitsministerium am Freitag in Washington mit. Volkswirte hatten mit einem Verlust von 100.000 Stellen gerechnet. Zudem sind im Juni und Juli 123.000 Stellen weniger gestrichen worden als bislang veranschlagt.
Die Arbeitslosenquote stieg von 9,5 auf 9,6 Prozent. Die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit steht einer Konjunkturerholung im Weg. Die weltgrößte Volkswirtschaft hängt zu 70 Prozent vom privaten Konsum ab - wer keinen Job hat, kauft weniger ein. Insgesamt hat die Wirtschaftskrise mehr als acht Millionen Amerikaner den Job gekostet.
Arbeitsmarktbericht dämpft Double-Dip-Befürchtung
Experten bewerten die Signale vom US-Jobmarkt positiv. Die Entwicklung spreche gegen eine erneute Rezession in den USA, sagten Analysten der Postbank in einer Studie.
Experten der DekaBank sind mit ihrer Einschätzung vorsichtiger. "Im Privatsektor wird zwar Beschäftigung aufgebaut, das Plus ist mit rund 60.000 Stellen aber sehr mager", sagte Jobmarktspezialist Rudolf Besch. Sorgen vor einem Rückfall in die Rezession bestätigen die Daten indes sicher nicht."
Positiv zu werten seien die steigenden Löhne, die den privaten Konsum stützen dürften. Negativ zu bewerten seien die stagnierenden Arbeitsstunden, die die Industrieproduktion bremsen.
ssu/dpa-AFX/Reuters
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