Wirtschaft



ThemaHSH NordbankRSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
04.09.2010
 

Intrigenskandal

Neue Hinweise auf schmutzige Tricks der HSH Nordbank

HSH Nordbank in Hamburg: Gefälschter Klebezettel mit Callgirl-NummerZur Großansicht
DPA

HSH Nordbank in Hamburg: Gefälschter Klebezettel mit Callgirl-Nummer

In der Affäre um die HSH-Nordbank gelangen immer neue Details ans Licht. Der Leiter der New Yorker Filiale wurde nicht nur mit Kinderpornografie in Verbindung gebracht, auch die Spur zu einem Callgirl-Ring wurde ihm offenbar untergeschoben.

Hamburg - In der Spitzelaffäre um die HSH Nordbank gibt es einen neuen Verdacht. Dem ehemaligen New Yorker Filialleiter Roland K. soll nach SPIEGEL-Informationen neben Kinderpornos auch anderes kompromittierendes Material untergeschoben worden sein. Dabei handelt es sich, so die Anwaltskanzlei WilmerHale in einem streng vertraulichen Bericht für die Bank, um einen vermeintlichen Hinweis, dass K. Verbindungen zu einem Callgirl-Ring gehabt haben soll.

Bei einer bankinternen Razzia in K.s Büro im vergangenen September waren Ermittler der Bank, der Anwaltskanzlei Erbe und des Sicherheitsunternehmens Prevent auf einen Ordner mit Angeboten zu einem Ski-Trip in den US-Bundesstaat Wyoming gestoßen, den K. mit Kunden der Bank unternommen hatte. In dem Ordner befand sich, laut WilmerHale, ein Klebezettel mit einer handgeschriebenen Telefonnummer. Die führte zum "Fine as Wine Ladies Escort Service" in Ohio. So sollte offenbar der Eindruck erweckt werden, dass K. auf Kosten der Bank auch Orgien mit Kunden gefeiert hätte, wie die WilmerHale-Anwälte meinen.

Denn auch in diesem Fall spricht vieles für eine falsche Spur, die K. belasten sollte. Die Juristen monierten beispielsweise, dass K.s Sekretärin die Handschrift nicht wiedererkannt habe. Beim Vergleich mit anderen von K. beschriebenen Papieren hätten sich zudem deutliche Unterschiede gezeigt. Zu Details aus dem WilmerHale-Bericht wollte sich keiner der Beteiligten gegenüber dem SPIEGEL äußern.

Fragen wirft inzwischen auch die Bezahlung des wegen der Affäre derzeit freigestellten Chefjustitiars der Bank, Wolfgang Gößmann, und des Personalchefs Stefan B. auf, die beide bei der Razzia in New York dabei waren. Sie erhielten 2009 beträchtliche Gehaltserhöhungen. Gößmann kassierte einen Aufschlag von 30.000 Euro. B.s Salär stieg gar um 67 Prozent per annum. Gößmanns Anwälte erklärten, zwischen einer "etwaigen Gehaltserhöhung" und den Ereignissen in New York bestehe "kein auch nur ansatzweiser Zusammenhang".

Die Bank wollte zu "Gehältern einzelner Mitarbeiter keine Stellung nehmen". Für die New Yorker Bezirksstaatsanwaltschaft ist der Fall klar: In der vergangenen Woche versicherte sie schriftlich, K. sei "im Zusammenhang mit dem Fund von Kinderpornografie ein Opfer rechtswidriger Handlungen".

mik

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Forum

insgesamt 9 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
05.09.2010 von Hennes: Shocking!

Vielen Dank für Ihre ausführliche Schilderung. Ich habe mir eben die Aufzeichnung von "Sicko" (lief gestern Abend auf Phoenix) angesehen und sah diesen Style in anderer Form bestätigt. Wehe, wenn sie losgelassen - oder [...] mehr...

05.09.2010 von Newspeak: ...

Ich finde es laufen viel zu wenige Menschen Amok, bei der Verkommenheit unseres Wirtschafts- und Gesellschaftssystems. Und wenn, dann trifft es bedauernswerterweise immer die wirklich Unschuldigen. Aber ich habe noch die [...] mehr...

05.09.2010 von montaxx: man schüttelt den kopf....

man wundert sich,dass dieser (offenbar zu unrecht)beschuldigte von seinen gegnern offenbar für geradezu "omnipotent" gehalten wurde - pädophilie,callgirl-ring;vielleicht wirft man ihm jetzt auch noch vor schwul zu [...] mehr...

04.09.2010 von Regulisssima: Prioritäten

Die Kanzlerin wünscht sich doch so sehr eine saubere Finanzwirtschaft. Wieso will sie dann Sarrazin rauswerfen und Nonnenmacher weiter im Dreck wühlen ? mehr...

04.09.2010 von key_art: ... um den Gegner loszuwerden ...

... arbeitet man in den erlauchten Wirtschaftskreisen in Deutschland inzwischen mit ähnlichen Methoden. In einem mir vertrauten Fall mit einigen Parallelen zum Fall HSH hat man folgende Strategie eingesetzt - mit Hilfe von [...] mehr...

Und Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit! zum Forum...

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
alles aus der Rubrik Unternehmen & Märkte
alles zum Thema HSH Nordbank

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Die Landesbanken in der Übersicht

BayernLB

Die BayernLB gehört über die BayernLB Holding AG zu rund 94 Prozent dem Freistaat Bayern und zu rund sechs Prozent dem Sparkassenverband Bayern. mehr auf der Themenseite...

Bremer Landesbank

HSH Nordbank

Landesbank Baden-Württemberg

Landesbank Berlin

Landesbank Hessen-Thüringen

Norddeutsche Landesbank

Landesbank Saar

WestLB






TOP



TOP